Hast Du schon einmal Sauerkraut selbst gemacht? Oder gehörst Du zu den Menschen, die denken, dass dies viel zu aufwändig ist und lieber auf das fertige Sauerkraut aus dem Supermarkt zurückgreifen? Dann möchten wir Dir heute die Angst nehmen, denn Sauerkraut ist wirklich sehr einfach selbst zu machen und toppt das gekaufte um Weiten.

Unsere Food-Expertin Ina Walter zeigt Dir ein einfaches Rezept als Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Tipps und Tricks rund um die Herstellung plus Geling-Garantie.


Sauerkraut ist nicht nur sehr lecker, sondern auch gesund. Durch die Konservierung mit Milchsäuregärung enthält es neben Vitamin A, B und C auch gute Mineralstoffe wie Eisen, Natrium und Kalzium.

Durch das Fermentieren des Kohls wird dieser besonders bekömmlich und stärkt ganz nebenbei noch Dein Immunsystem.


Sauerkraut selber machen – ein einfaches Rezept

Für die Herstellung von Sauerkraut brauchst Du neben Kohl (Du kannst Spitzkohl oder Weißkohl verwenden) nur ein paar Gewürze wie Kümmel, Lorbeerblätter oder Wacholderbeeren und Salz (mind. 20 Gramm Salz je Kilogramm Kohl sind ideal).

Salz macht Sauerkraut haltbar
Salz macht das Sauerkraut haltbar

Beim Salz kannst du normales Speisesalz verwenden, ich bevorzuge jedoch feines Meersalz oder Steinsalz. Achte auf die Qualität des Salzes und darauf, dass es ohne Zusätze ist, denn schließlich ist Salz neben Kohl die „Hauptzutat“ bei unserem Sauerkraut.

Achte immer auf die ausreichende Menge Salz, denn es verlängert die Haltbarkeit des Sauerkrauts und beugt Schimmel vor.

Zubereitung/Anleitung

Zutaten/Material

  • 1 großer Kopf Kohl (Spitzkohl oder Weißkohl)
  • Kümmel
  • Lorbeerblätter
  • Wacholderbeeren
  • mind. 20 g Salz je Kilogramm Kohl

  • Tontopf oder große Schüssel
  • Brett
  • scharfes Messer oder Gemüsehobel
  • saubere Einmachgläser mit Schraubverschluss
  • ggf. ein kleineres Glas zum Beschweren
  • Holzstößel oder Löffel
Vorbereitung
15 Minuten
Zubereitung
30 Minuten + ca. 2 Wochen zum Fermentieren
Schwierigkeit
Leicht

Schritte

1

Bevor du anfängst, nimmst Du 2-3 Blätter des Spitz- oder Weißkohls ab und legst diese beiseite. Die brauchst Du später. Den Kohl halbierst Du dann und entfernst den Strunk. Dann musst Du den Kohl mit einem sehr scharfen Messer in feine Streifen schneiden (wenn Du einen Gemüsehobel hast, kannst Du auch den verwenden).

2

Nun gibst Du den Kohl in eine große Schüssel, gibst das Salz dazu und knetest es mit den Händen vorsichtig durch. Nach 15 bis 30 Minuten kneten sollte das Kraut schön weich geworden sein und einiges an Wasser ausgetreten sein.

3

Die Gläser habe ich vorher in einen großen Topf kochendes Wasser gestellt und damit ausgespült, so dass sie sauber und bakterienfrei sind. Die Gläser solltest Du gut abtrocknen, dann kannst Du das Sauerkraut hineingeben. Auf den Boden des Glases habe ich zusätzlich meine Gewürze (Kümmel, Lorbeerblätter und Wacholderbeeren) gegeben.

4

Mit dem Holzstößel (oder einem Löffel) drückst du nun das Kraut schön runter, so dass die ganze Luft entweicht und die Flüssigkeit nach oben steigt. Zum Schluss bedeckst Du das Kraut mit einem der Krautblätter, die wir am Anfang beiseite gelegt haben. Auch dieses sollte vollständig mit Flüssigkeit bedeckt sein.

Du kannst hier ein kleineres Glas verwenden, um dein Kraut zu beschweren, falls das Blatt alleine nicht reicht. Wichtig ist, dass Kraut und Blätter komplett bis oben mit der Lake bedeckt sind, so dass der Gärungsprozess vollständig durchgeführt werden kann.

5

Die Gläser schraubst Du dann nur ganz leicht zu und stellst sie am besten auf einen Teller oder in eine Form (es kann nämlich passieren, dass die nächsten Tage noch etwas Flüssigkeit austritt). Lass die dann für 2-3 Tage bei Zimmertemperatur stehen.

Anschließend schraubst du die Gläser fest zu und lagerst sie an einem dunklen und kühlen Ort. Die Fermentierung dauert jetzt mindestens zwei Wochen - je nachdem wie knackig du das Kraut haben magst.

Wie lange ist das Sauerkraut haltbar?

Durch das Fermentieren ist das Sauerkraut sehr lange haltbar, vorausgesetzt es wird richtig gelagert. Nach dem Öffnen des Sauerkrautglases lagere ich dieses im Kühlschrank. Hier ist es einige Wochen haltbar. Ungeöffnete Gläser kannst Du zusätzlich nach der Fermentierung einkochen, so sind sie mehrere Jahre haltbar.

Welche Gläser eignen sich, um Sauerkraut selber zu machen?

Besonders gut eigenen sich Einmachgläser mit Schraubverschluss. Sie werden als Twist-Off-Gläser bezeichnet und es gibt sie in vielen verschiedenen Größen und Formen. Achte darauf, dass diese mit kochendem Wasser sterilisiert werden, bevor Du das Sauerkraut einfüllst. So sind sie keimfrei und Dein Sauerkraut hält sich länger.


Alternativen zum klassischen Sauerkraut

Neben dem klassischen Sauerkraut wie oben geschrieben kannst Du das Rezept auch noch abändern, indem Du zum Beispiel:

  • Rotkohl statt Weißkohl verwendest (das schmeckt auch lecker zum Salat)
  • Mit den Gewürzen spielst: Neben Wacholder und Lorbeerblättern kannst Du auch Pfeffer, Dill oder Chilli verwenden oder auch ein bisschen Knoblauch dazugeben
  • 1-2 geschälte und geraspelte Äpfel oder Karotten dazugibst

Nun weißt Du, wie man Sauerkraut herstellt. Aber was essen wir dazu?


Was passt zu Sauerkraut?

Schupfnudeln mit Sauerkraut
Ina's Schupfnudel-Pfanne mit Sauerkraut

Sauerkraut kann als Beilage zu deftigen Gerichten wie Kassler oder Gulasch genossen werden. Noch leckerer finde ich es aber in Pfannengerichten (wie zum Beispiel in einer Schupfnudel-Pfanne – mein Rezept für selbstgemachte Schupfnudeln bekommst Du bald hier auf dem Blog). Und hast Du schon einmal einen Kraut-Strudel oder Sauerkrautsuppe probiert?  

Du kannst aber auch einfach täglich eine Gabel selbstgemachtes Sauerkraut zum Salat essen – Deine Gesundheit wird es Dir danken.