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Energieeffizienz mit Effekt

messeffekt - Messbox für das Aufspüren von Effizienzpotentialen

Im Vergleich zum Ausbau der Erneuerbaren Energien weist der Markt der industriellen Energieeffizienz noch immer vergleichsweise wenig Dynamik auf, obwohl hier enorme wirtschaftliche und ökologische Potenziale, beispielsweise in der Betriebsoptimierung, zu nutzen wären. Grund für die Lethargie war bislang, dass entsprechende Analyseverfahren quasi nicht vorhanden waren. In dem vorangegangenen Projekt OptiLuft (Nr. 2018-05) wurde deswegen ein Messverfahren entwickelt, das Effizienzpotenziale bei Lüftungsanlagen aufspürt und über ein Cloud-basiertes Messverfahren mit hoher Sensordichte in hoher zeitlicher Auflösung mit zudem teilautomatisierten Daten-Auswerteroutinen „durchleuchtet“. Defizite werden so identifiziert und Verbesserungsmaßnahmen wirtschaftlich bewertet. Im Rahmen des hier beschriebenen Vorhabens sollen nun die Erkenntnisse von messeffekt aus den Kunden-Messeinsätzen genutzt werden, um hochgradig skalierbare Geschäftsmodelle zur Steigerung der industriellen Energieeffizienz zu entwickeln. Für Energieversorger und Netzbetreiber steht mit den Daten der registrierten Leistungsmessungen, die für Verbraucher mit einem Energieverbrauch von mehr als 100.000 kWh erhoben werden, eine enorm große und wertvolle Datenbasis zur Verfügung. Diese soll im Rahmen dieses Projektes zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Bereich Energieeffizienz genutzt werden. Besonders großes Potenzial liegt dabei in der Betriebsoptimierung großer Standardverbraucher, wie z.B. Lüftungsanlagen. Mit den beteiligten Partnern E-MAKS und badenova können anhand der Analyse von weit über 1000 Kunden- bzw. Verbrauchsprofilen Verbesserungspotenziale gefunden werden. Der komplette Optimierungsprozess wird dann mit Pilotkunden validiert. Durch die innovative Methodik zum Nachweis von Energieeffizienzpotenzialen wird es möglich, den exklusiven Kundenzugang der badenova und das Wissen über Verbrauchscharakteristika zu nutzen, um neue Branchendienstleistungen zu entwickeln, die auf sinkende Absatzmengen abzielen. Denn klassischerweise profitieren Vertriebseinheiten und deren Mitarbeiter direkt vom steigenden Energieverbrauch. Die Veränderung dieser Logik kann maßgeblich zu einer schnelleren Umsetzung der Energieeffizienzpotenziale beitragen.

Projektdaten

Projektnummer 2020-05
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Messeffekt GmbH
Laufzeit 01.05.2020 - 31.12.2022
Zuschuss 150.000€

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Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Energiepark Hofgut Sternen
Breitnau

Energiepark für nachhaltigen Tourismus am Hofgut Sternen

Einen großen touristischen Betrieb mit 610.000 kWh Strom- und 700.000 Wärmebedarf nachhaltig und autark mit Energie zu versorgen war Ziel des Projektes des Hofguts Sternen in Breitnau zwischen Freiburg und Titisee gelegen. Mit Hotel, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Glasbläserei bietet das Hofgut Schwarzwalderlebnisse für jährlich 12.500 Übernachtungs- und 120.000 Tagesgäste aus aller Welt. In den nächsten Jahren, kommen noch einmal 150 Betten und rund 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche hinzu. Um diesen enormen Betrieb zu versorgen kommt eine Kombination verschiedener regenerativer Energiequellen zum Einsatz. Besonders innovativ ist die Abwasserkraftanlage, gespeist aus der Kläranlage Hinterzarten, die etwa 150 Meter höher liegt als das Hofgut. Über eine Fallleitung gewinnt das gereinigte Abwasser an Geschwindigkeit und treibt eine Turbine zur Stromerzeugung an. Eine Wärmepumpe nutzt die Restwärme des warmen Abwassers und kühlt es auf eine umweltverträglichere Temperatur ab. Die so gewonnene Wärme gelangt über ein Wärmenetz zu den jeweiligen Abnehmern oder wird bei Überschuss vorübergehend zwischengespeichert. Ein Holzvergaser-BHKW, betrieben mit Holzhackschnitzeln aus der Region, erzeugt zusätzlich Strom und Wärme. Im Sommer, wenn der Wärmebedarf niedriger ist, kann eine Adsorptionskälteanlage Gästeräume und Speisekammern kühlen. Außerdem tragen eine Photovoltaikanlage und ein Wasserkraftwerk an der Ravenna zur Energieversorgung bei. Die Anlagen sind in einer „gläsernen Energiezentrale“ untergebracht, jederzeit sichtbar für Gäste, Mitarbeiter und andere Interessierte, für die es regelmäßig Führungen gibt. Mit der nachhaltigen Energiezentrale fügt sich das Hofgut Sternen ein in das Nachhaltigkeitskonzept des Bioenergiedorfes Breitnau und dient anderen Tourismusunternehmen als Vorbild. Wesentliche Erkenntnisse: •Ein zentrales Steuerungskonzept ist nötig, um die komplexen Steuerungsmechanismen der einzelnen Geräte und unterschiedlichen Lieferanten koordinieren zu können. •Das geklärte Abwasser aus der Kläranlage war über Erwarten bioaktiv, es bildeten sich schnell biologische Filme auf Wärmetauschern und Filtern. Dies muss beim weiteren Umgang mit geklärtem Wasser in Betracht gezogen werden. •Enttäuschend war die Beratung der Firma Spanner, die sich nur auf den Verkauf der Holzkraftanlage bezog, jedoch keine Konzepterfassung oder zukunftsorientere Beratung enthielt.

Elektro-Wasserstoff-Hybrid-Müllkraftwagen (EWH MKW) zur emissionsfreien Abfuhr
Freiburg

Erste Elektro-Wasserstoff-Hybrid-Müllabfur

Die ASF verstärkt seit mehreren Jahren Ihr Engagement bei der umwelt- und klimafreundlichen Entsorgung. Die Abfallwirtschaft kann bei der Vermeidung und Verminderung von Abgasen, Feinstaub und Stickoxiden im Stadtgebiet einen besonderen Beitrag leisten. Da die Fahrzeuge im kommunalen Bereich fast ausschließlich und täglich im Stadtgebiet unterwegs sind, ergeben sich große Potentiale für die Vermeidung von klima- und gesundheitsgefährdenden Stoffen. Bereits 2011 wurden elektrisch-Diesel-Hybrid Müllkraftwagen in den Dienst genommen und 2017 wurde eine elektrische Kehrmaschine , ebenfalls durch den Innovationsfond gefördert, angeschafft, um die Innenstadt emissionsfrei zu reinigen. Durch die besonders positiven Erfahrungen mit dieser reinelektrischen Technologie, die mit Zahlen im Monitoring bis heute belegbar sind, hat die ASF sich auch für zwei weitere E-Kehrmaschinen entschieden, sowie verschiedene Streetscooter. Zwei Streetscooter sind bereits auf den Straßen Freiburgs unterwegs und stellen Behälter sowie verschiedene Transportarbeiten emissionsfrei. Doch neben der Batterie als „Treibstoff“ für den E-Motor gibt es noch die Brennstoffzelle, die mit Wasserstoff betrieben wird. Zu diesem Thema gibt es immer wieder experimentelle Fahrzeuge im PKW-Bereich, doch bei schwere Nutzfahrzeugen ist das Thema bis jetzt nicht sehr präsent. Das Zukunftsträchtige eines Wasserstofffahrzeuges ist das Verbinden des Komforts eines schnellen Tankens mit der Klimaneutralität des Elektroantriebs. Die ASF möchte zwei MKWs (Müllkraftwagen) mit einer kleinen Batterie und einem Wasserstofftank als "Rangeextender" für den Betrieb einer Brennstoffzelle mit dem Fahrzeugbauer FAUN konzipieren und herstellen. Damit werden zwei klimaneutrale und richtungsweisende Technologien vereint. Freiburg wird somit entweder als erste oder einer der ersten Städte in Europa mit einem Wasserstoff MKW ausgestattet. Die Fahrzeuge werden wahrscheinlich Ende 2020 zur Verfügung stehen. Damit erfüllt die ASF ein weiteres Ziel in der Strategie eine klimaschonende und noch umweltfreundlichere Stadtreinigung zu werden.