Biogas soll die sinkende Deponiegasmenge ersetzen
Innovatives Verfahren zur energetischen Nutzung von brennwertarmem Deponieschwachgas durch Reformierung mit Biogas für die Erzeugung von Strom und Heizwärme.
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| Projektdaten | |
|---|---|
| Projektname | Energetische Nutzung von brennwertarmem Deponieschwachgas durch Reformierung mit Biogas |
| Projektnummer | 2009-08 |
| Projektart | Forschung & Studien |
| Umsetzung durch | badenova Wärmeplus |
| Laufzeit | bis |
| Projektstatus | Abgeschlossen |
| Fördersumme | 199.710 € |
Nutzung von Deponiegas zur Energieerzeugung
Beim biologischen und chemischen Abbau von organischen Abfällen entsteht Methan, das sich in Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Strom und Wärme nutzen lässt. Seit dem Jahr 2005 ist es in Deutschland jedoch verboten, Abfälle ohne Vorbehandlung zu deponieren. Dadurch fällt kaum noch organisches Material auf Deponien an. Diese Entwicklung führt dazu, dass die Menge des entstehenden Deponiegases sinkt und dessen Qualität stärker schwankt. Das erschwert die energetische Nutzung. In rund 300 bereits geschlossenen oder bald stillgelegten Deponien fallen dennoch in den kommenden Jahren etwa 180 Millionen Kubikmeter Deponiegas an, das aufgrund seiner geringen Qualität von den Betreibern häufig abgefackelt werden muss.
Aufwertung von schwachem Deponiegas durch Biogas
Die badenova Wärmeplus entwickelte gemeinsam mit der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) sowie der Firma Remondis BKF ein Verfahren, um dieses Problem zu lösen. Dabei wird schwaches Deponiegas mit Biogas aufgewertet. Das Biogas stammt aus der Biogasanlage der Firma Remondis in der Freiburger Tullastraße, die Bioabfälle aus der Biotonne verarbeitet. Nach der Aufwertung wird das entstandene Gasgemisch in das Blockheizkraftwerk Landwasser eingespeist. Dort wird es zur Erzeugung von Strom und Heizwärme genutzt. Auf diese Weise lassen sich innerhalb von zehn Jahren 101.500 Megawattstunden mehr erzeugen als mit nicht kombinierten Verfahren.
Testergebnisse und Übertragbarkeit des Verfahrens
Da die eingesetzte Regel‑ und Verfahrenstechnik bislang noch unerprobt war, wurde das neue System im Rahmen eines Testlaufs untersucht. In mehreren Phasen wurden unterschiedliche Gasmischungen eingesetzt, um den Prototyp weiter zu optimieren. Die Ergebnisse zeigen, dass das Verfahren grundsätzlich übertragbar ist. Mindestens 45 weitere Deponien in Deutschland eignen sich für den Einsatz dieser Technologie. Mit einem Potenzial von rund 27 Millionen Kubikmetern Deponiegas lässt sich dort eine Erzeugung von etwa 100 Gigawattstunden klimafreundlichem Strom und Wärme erwarten.
Drei wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt
Die Brennstoffzusammensetzung hat einen großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit des Anlagenbetriebs. Je nach Brennstoffzusammensetzung ergeben sich sehr unterschiedliche Brennstoffmischkosten (Reformgas, Biogas, Biomethan) und weiterhin wird der eingespeiste Strom entsprechend den Brennstoffbestandteilen unterschiedlich hoch vergütet.
Die schnell schwankenden Änderungen der Brennstoffzusammensetzung und der Brennstoffmenge, als auch die fehlende Versorgungssicherheit bei Ausfall einer Gasproduktionsstätte führen zu höheren Stillstandszeiten im Vergleich zu erdgasgasversorgten BHKW-Konzepten.
Zur Regelung der Brennstoffzusammensetzung ist ein MSR-System erforderlich, welche die Druckverhältnisse, Heizwerte und Mengenanteile so aufeinander abstimmt, dass sämtliche Anlagen innerhalb ihrer vorgegebenen Parameter betrieben werden können.
Downloads und weitere Infos
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