2016-08

BHKW zur Prozessdampf- und Prozesswärmeerzeugung 

Bei der Schwarzwaldmilch GmbH in Freiburg kommt ein erdgasbetriebenes BHKW zum Einsatz, um die Dampferzeugung in der Molkerei zu generieren.

Eine große Maschine wird von einem grünen Kran vor einem blauen Himmel mit Wolken in der Nähe von Industrieschornsteinen angehoben.
Projektdaten
ProjektnameBHKW zur Prozessdampf- und Prozesswärmeerzeugung
Projektnummer2016-08
ProjektartBau & Anwendung
ProjektträgerSchwarzwaldmilch GmbH Freiburg
Laufzeit bis
Fördersumme250.000 €

Energieeffizienz in der Milchverarbeitung steigern

Das Projekt verfolgt das Ziel, den hohen Energiebedarf in Molkereien durch den Einsatz eines innovativen Blockheizkraftwerks (BHKW) effizienter und klimafreundlicher zu decken. Die Verarbeitung von Rohmilch zu Käse, Joghurt oder pasteurisierter Milch erfordert große Mengen an Wärme und Kälte. Da Molkereien einen konstanten Wärmebedarf aufweisen, bieten sie ideale Voraussetzungen für die Kraft-Wärme-Kopplung. Die Schwarzwaldmilch GmbH in Freiburg setzte gemeinsam mit Badenova Wärmeplus auf ein maßgeschneidertes Energiekonzept, das sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile bieten sollte.

Technische Umsetzung und Besonderheiten des BHKW

Die von Badenova Wärmeplus entwickelte Anlage stellt über einen Abhitzekessel Heizwasser und Prozessdampf für die verschiedenen Produktionsstufen bereit. Ein Wärmespeicher und eine intelligente Steuerung sorgen dafür, dass Wärmebedarf und -produktion optimal aufeinander abgestimmt sind. Der Motor des BHKW verfügt über zwölf Zylinder, einen Hubraum von 57 Litern und eine Leistung von 1800 PS. Die Besonderheit liegt jedoch in der mehrstufigen Auskopplung der Abwärme, die eine besonders effiziente Nutzung ermöglicht. Damit unterscheidet sich die Anlage deutlich von herkömmlichen BHKWs, die Wärme meist nur auf einem festen Temperaturniveau bereitstellen können.

Klimaschutz und Modellcharakter

Die Anlage der Schwarzwaldmilch GmbH wurde als Demonstrationsobjekt genutzt und konnte bei Führungen besichtigt werden. Jährlich spart das Unternehmen rund 2000 Tonnen CO₂ ein, das entspricht den Emissionen von etwa 800 Autos. Grundlage für das Energiekonzept war eine umfassende Erhebung der Wärmesenken über längere Zeiträume hinweg. Nur durch ein repräsentatives Wärmeprofil konnten die Betriebszustände realistisch abgebildet werden. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit erfahrenen Partner:innen war entscheidend für die Umsetzung des komplexen Projekts, das als Vorbild für weitere industrielle Anwendungen dient.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Vor Projektbeginn gab es von verschiedenen Anbietern sehr unterschiedliche Konzepte, die die Auswahl der besten Lösung erschwerte.

  • Die Auswahl der richtigen Partner ist für ein so komplexes Projekt entscheidend und war hier erfolgreich.

  • Eine solide Grundlagenermittlung ist das Fundament für ein tragbares Energiekonzept. Über längere Zeiten sind die potentiellen Wärmesenken mit Wärmezähler gemessen worden, nur über ein repräsentatives Wärmeprofil, das alle Betriebszustände wiedergibt, kann sich das im realen Betrieb bestätigen.

Downloads und weitere Infos

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