Neue Nachweismethode für hormonartige Rückstände im Wasser 

Der YES-Test ist flexibel, relativ einfach durchzuführen und hat großes Potential Abwässer in Zukunft besser von hormonellen Rückständen zu reinigen.

Silhouetten von Menschen, die sich gegenseitig helfen, einen Berggipfel zu erklimmen, mit einem strahlenden Sonnenuntergang im Hintergrund.
Projektdaten
ProjektnameYES-Biotest zum Nachweis endokriner Substanzen
Projektnummer 2009-11
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durch AWBR Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee Rhein
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme120.100 €

Endokrine Substanzen in Gewässern und Abwasser

In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein für sogenannte endokrine Substanzen in Flüssen und im Abwasser deutlich gewachsen. Dabei handelt es sich um hormonähnliche Schadstoffe, die aus Pestiziden, Industriechemikalien sowie aus menschlichen und tierischen Ausscheidungen stammen können und häufig Spuren von Arzneimitteln enthalten. In der Forschung wird vermutet, dass diese Stoffe Veränderungen im Hormonhaushalt von Menschen und Tieren verursachen können. Vor diesem Hintergrund gewinnt der zuverlässige Nachweis solcher Substanzen für den Gewässer‑ und Trinkwasserschutz zunehmend an Bedeutung.

Grenzen bestehender Nachweisverfahren und Einsatz des YES-Tests

Der Nachweis endokriner Stoffe stellt besondere Anforderungen an die Analytik. Herkömmliche chemisch-analytische Tests können jeweils nur vorab definierte Substanzen identifizieren und sind daher für den Nachweis bislang unbekannter endokriner Stoffe nur eingeschränkt geeignet. Die Stoffgruppe ist sehr uneinheitlich und umfasst mindestens etwa 150 bekannte Substanzen, wobei Schätzungen von deutlich höheren Zahlen ausgehen. Biologische Testverfahren waren bislang meist aufwendig und kostenintensiv. Der Yeast-Estrogen-Assay, kurz YES‑Test, bietet hier Vorteile: Er kann auch nicht näher definierte estrogen wirksame Substanzen nachweisen, kommt ohne menschliche Zelllinien aus und lässt sich in Standardlabors durchführen.

Vergleichsstudie an Gewässer- und Kläranlagenproben

Da Tests für endokrine Substanzen bislang nur wenig evaluiert sind, untersuchten die Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee Rhein (AWBR) und das Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe den YES‑Test im Vergleich zu chemisch-analytischen Verfahren. Dafür wurden Proben aus Oberflächengewässern sowie aus verschiedenen Reinigungsstufen der Kläranlage Breisgauer Bucht entnommen. Die Ergebnisse zeigten, dass Beeinträchtigungen durch estrogen wirksame Stoffe über den Trinkwasserpfad als gering einzustufen sind. Dennoch unterstreicht die Studie die Bedeutung, den Eintrag schwer abbaubarer, anthropogener Stoffe mit endokrinem Potenzial in die aquatische Umwelt weiter zu kontrollieren und zu reduzieren, um die langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

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