2019-16

Private Honorierung ökologischer Maßnahmen bei landwirtschaftlich genutzten Böden 

Um ökologische Maßnahmen für Landwirte zu erleichtern, wird ein System der direkten, privaten Honorierung und Wertschätzung entwickelt.

Eine Gruppe von Menschen steht auf einem Weg neben einem üppigen Weinberg, wobei eine Person ein Foto macht.
Projektdaten
ProjektnamePrivate Honorierung ökologischer Maßnahmen bei landwirtschaftlich genutzten Böden
Projektnummer2019-16
ProjektartUmweltkommunikation
ProjektträgerDr. Carola Holweg Nachhaltigkeits-Projekte
Laufzeit bis
Fördersumme27.270 €

Gemeinsam mit der Landwirtschaft, mehr Natur auf dem Feld

Fruchtbare Böden gehören zu den wichtigsten natürlichen Ressourcen, werden jedoch durch intensive landwirtschaftliche Nutzung zunehmend belastet. Bodenerosion, Nährstoffauswaschung und der Verlust von Hecken und Einzelbäumen führen zu einer Verarmung der Landschaft. Gleichzeitig wächst das gesellschaftliche Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen Bewirtschaftungsweisen und Umweltwirkungen. Dennoch besteht eine gewisse Distanz zwischen der Bevölkerung und den Landwirtinnen und Landwirten, die nicht selten zu einseitigen Schuldzuweisungen führen. Das Projekt setzt sich zum Ziel, ökologische Verbesserungen zu fördern, ohne die Landwirtschaft allein in die Verantwortung zu nehmen.

Private Honorierung als Brücke zwischen Bürgern und Landwirtschaft

Die Projektidee basiert auf der Annahme, dass weder Marktmechanismen noch gesetzliche Vorgaben ausreichen, um die Landwirtschaft kurzfristig zu einer ökologisch verträglicheren Bodennutzung zu befähigen. Stattdessen wurde ein Modell entwickelt, bei dem Bürgerinnen und Bürger ökologische Zusatzmaßnahmen direkt honorieren konnten. Ziel war es, das Verständnis zwischen Bevölkerung und Landwirtschaft zu stärken und gemeinsam neue Wege für den Schutz von Böden und Artenvielfalt zu gehen. Zu Beginn wurden verschiedene Maßnahmenfelder geprüft, darunter die CO₂-Speicherfähigkeit von Böden, der Schutz vor Nitrat-Auswaschung und die Förderung von Biodiversität. Praktikable Ansätze fanden sich vor allem in den Bereichen Landschaftspflege und Artenvielfalt.

Beteiligung und Umsetzung mit großer Resonanz

Landwirtinnen und Landwirte wurden als Anbieter von Flächen und Bürgerinnen und Bürger als potenzielle Förderer angesprochen. Einzelgespräche, Aktionskreise mit Unternehmen, Schulen und Hochschulen sowie Öffentlichkeitsarbeit begleiteten den Prozess. Neue Denkansätze wurden angestoßen, wie ökologische Schritte durch private Unterstützung vorangebracht werden konnten. Die konkrete Umsetzung erfolgte über eine Crowdfunding-Plattform, auf der Bürger Maßnahmen finanziell unterstützten oder selbst aktiv wurden. Beim Pflanzen von Sträuchern und Bäumen, beim Erhalt von Einzelbäumen und der Schaffung von Lebensräumen für Wildbienen zeigte sich eine hohe Beteiligung. Die Ergebnisse wurden im Abschlussbericht dokumentiert und zeigten, wie gemeinschaftliches Engagement zu mehr Natur auf dem Feld führen konnte.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Honorierprojekte bringen Bürger:innen und Landwirt:innen über das Tun zusammen. Bürger:innen, die sich nach Veränderungen in ihrer Umgebung sehnen, können sich direkt beteiligen. Landwirt:innen sind aufgeschlossen aufgrund der persönlichen Mithilfen und der Aussicht auf ein besseres Verständnis und Miteinander.

  • Honorierprojekte sind als Bürgerprojekte in der Lage, punktuelle Maßnahmen für ökologische Verbesserungen in der Landwirtschaft zu vermitteln, die von Agrarumweltmaßnahmen nicht tangiert werden. Für die gezeigten Umsetzungen lassen sich keine steuerlich-betrieblichen oder rechtlichen Hürden feststellen.

  • Honorierprojekte sind standortsabhängig individuell anzupassen und erfordern einen hohen Kommunikations-, Recherche- und Werbeaufwand. Der Erfolg der Projektidee und die Funktionalität der vorgestellten Vorgehensweise sind erwiesen. Was fehlt, ist die Finanzierbarkeit der benötigten Personalmittel.

Downloads und weitere Infos

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