Bidirektionales Kalt-Waermenetz in Fischerbach
"Die Bürgerenergie Fischerbach hat in einem kleinen Neubaugebiet, ein bidirektionales Kalt-Wärme-Netz, das mit einem Eisspeicher verbunden ist, aufgebaut."
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| Projektdaten | |
|---|---|
| Projektname | bidirektionales-kalt-waermenetz-in-fischerbach |
| Projektnummer | 2013-14 |
| Projektart | Bau & Anwendung |
| Umsetzung durch | Bürgerenergie Fischerbach e.G.i.G. |
| Laufzeit | bis |
| Projektstatus | Abgeschlossen |
| Fördersumme | 140.000 € |
Bioenergiedorf Fischerbach und innovative Wärmeversorgung
Die Gemeinde Fischerbach entschloss sich im Jahr 2012, den Weg zum Bioenergiedorf zu gehen. Ein zentrales Element dieses Ziels ist ein innovatives Kaltwärmenetz, das in einem Neubaugebiet umgesetzt wurde. Anders als bei klassischer Nahwärme kommt hier kalte Nahwärme zum Einsatz, bei der Gebäude mit kaltem Wasser beheizt oder gekühlt werden. Das Projekt verfolgt das Ziel, eine weitgehend autarke, erneuerbare und zukunftsfähige Wärmeversorgung aufzubauen, die ohne große externe Energiezufuhr auskommt.
Funktionsweise des bidirektionalen Kaltwärmenetzes
Das Kaltwärmenetz in Fischerbach arbeitet bidirektional, kann also sowohl Energie bereitstellen als auch aufnehmen. Eine Ringleitung, gefüllt mit Wasser oder einem Wasser‑Glycerin‑Gemisch, verbindet 24 Neubauten am Karl‑May‑Weg. In den einzelnen Häusern entziehen Wärmepumpen dem Netz Energie, um die Gebäude zu beheizen oder zu kühlen. Die Ringleitung führt das Kreislaufwasser durch einen zentralen Eisspeicher, der als im Boden eingelassene Wasserzisterne ausgeführt ist. Dieser Speicher wird bis unter den Gefrierpunkt abgekühlt. Beim schrittweisen Gefrieren wird latente Wärmeenergie freigesetzt, die dem Netz zur Verfügung steht.
Synergetisches System und Übertragbarkeit des Konzepts
Ist der Eisspeicher vollständig gefroren, kann er wieder aufgeladen werden, indem Wärme in das System eingespeist wird. Diese stammt aus dem Netz selbst, aus Sonnenkollektoren oder aus Abwärme. Wärmepumpen, Kaltwärmenetz, Sonnenkollektoren und Eisspeicher bilden damit ein aufeinander abgestimmtes Gesamtsystem. Die im Betrieb gewonnenen Daten liefern wichtige Erfahrungswerte für die Optimierung solcher Anlagen. Durch Führungen, Flyer und Medienberichte wurde das Projekt überregional bekannt, und mehrere andere Gemeinden planen inzwischen ebenfalls den Aufbau eines bidirektionalen Kaltwärmenetzes.
Drei wesentliche Projekterkenntnisse
Es empfiehlt sich eine genaue Evaluation des Projektplaners, um spätere Enttäuschungen und Probleme im Projektablauf zu vermeiden.
Der Energieeintrag aus dem Leitungsnetz ist deutlich größer als erwartet. Hätte dies anfangs besser berechnet werden können, hätte sich die Größe und damit die Kosten des Eisspeichers deutlich reduziert.
Unsicherheit bestand anfangs hinsichtlich der Reaktion der Grundstückkäufer auf das neue System. Dies wurde aber zum Großteil gut angenommen, die Bauherren waren froh, dass die Wärme- und Kälteversorgung bereits abgedeckt war.
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