Entwicklung von landwirtschaftlichen Produktionstechniken zur Integration von Blühreihen in den ökologischenSojaanbau
Sojaanbau in Deutschland und das auch noch insektenfreundlich - Taifun Tofu erprobt ein neues Anbausystem mit Blühreihen zur Förderung der Biodiversität
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| Projektdaten | |
|---|---|
| Projektname | Entwicklung von landwirtschaftlichen Produktionstechniken zur Integration von Blühreihen in den ökologischenSojaanbau |
| Projektnummer | 2022-004 |
| Projektart | Bau & Anwendung |
| Umsetzung durch | Taifun-Tofu GmbH |
| Laufzeit | bis |
| Fördersumme | 122.140 € |
Förderung der Biodiversität im ökologischen Sojaanbau
Das Projekt zielt darauf ab, die Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen gezielt zu fördern, ohne die Nutzungsintensität zu verringern. Durch die Integration von Blühreihen in den ökologischen Sojaanbau sollen Lebensräume für Insekten – insbesondere Wildbienen – geschaffen und gleichzeitig Bodenschutzmaßnahmen unterstützt werden. Die technische Umsetzung soll so weiterentwickelt werden, dass eine breite Anwendung in der Praxis möglich wird und der heimische Sojaanbau einen Imagegewinn erfährt.
Blühreihen als Biodiversitätsmaßnahme
Im ökologischen Sojaanbau entstehen durch späte Saat und große Reihenabstände Zwischenräume, die für Blühpflanzen genutzt werden können. Diese werden gezielt zwischen den Sojareihen eingesät, um ein zusätzliches Nahrungsangebot für Insekten zu schaffen und gleichzeitig Erosion vorzubeugen. Die Auswahl geeigneter Pflanzenarten, Saatstärken und Aussaatzeitpunkte ist entscheidend, um positive Effekte zu erzielen und Ertragseinbußen zu vermeiden. Die technische Umsetzung erfordert präzise Landtechnik, deren Weiterentwicklung ein zentraler Bestandteil des Projekts ist.
Leuchtturmbetriebe und Wissenstransfer
In Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Leuchtturmbetrieben sollen die technischen Grundlagen für das Anbausystem mit Blühreihen entwickelt und erprobt werden. Die Ergebnisse fließen in ein Folgeprojekt zur ökologischen Evaluation und sollen auch außerhalb des Vertragsanbaus der Taifun-Tofu GmbH Anwendung finden. Eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit soll den heimischen Sojaanbau bekannter machen, Vorurteile abbauen und die gesellschaftliche Akzeptanz für klimaschonende Landwirtschaft stärken. Das Projekt will zudem zeigen, dass auch auf anderen landwirtschaftlichen Flächen und in Industriegebieten mehr Raum für Insekten und Vögel geschaffen werden kann.
Drei wesentliche Projekterkenntnisse
Die Etablierung blühender Untersaaten in der Soja ist grundsätzlich möglich und konnte im Versuchsmaßstab erfolgreich umgesetzt werden. Besonders vielversprechend sind die Ergebnisse bei einem Reihenabstand von 75 cm. Derzeit mangelt es jedoch noch an Praxisrelevanz, da einzelne Arbeitsschritte nicht mit der erforderlichen Effizienz durchgeführt werden können. Entsprechend besteht weiterhin Bedarf an projektbegleitender Weiterentwicklung sowie Optimierung der eingesetzten Technik.
Im Bereich der Landtechnik zeigen die bisherigen Erkenntnisse, dass die Aussaat – abhängig von der jeweiligen Betriebsausstattung – praxisnah umsetzbar ist und sich gut in die bestehenden Betriebsabläufe integrieren lässt. Die Beikrautkontrolle funktioniert grundsätzlich in zufriedenstellender Qualität, erreicht jedoch derzeit noch nicht die für eine breite Praxisanwendung notwendige Effizienz. Positiv zu bewerten ist der Einsatz des Reihenmulchers zur Pflege der Blühstreifen: Die Technik wurde erfolgreich erprobt, funktioniert zuverlässig und ist auf allen Leuchtturmbetrieben einsetzbar. Das Zusammenspiel von Anbau-Design und Mulch-Technik bietet jedoch weiteres Optimierungspotenzial, insbesondere mit Blick auf eine Steigerung der Arbeitseffizienz.
Hinsichtlich der Herbstsaat zeigen die bisherigen Versuche, dass die Aussaat im Versuchsmaßstab zuverlässig funktioniert und auch im größeren Maßstab mit geringem zusätzlichem Aufwand mittels Drillsaat umsetzbar ist. Offen bleibt bislang, inwieweit die Direktsaat der Soja praktikabel ist. Hierzu liegen derzeit noch keine abschließenden Erkenntnisse vor. Die ersten Ertragserhebungen zeigen, dass eine blühende Untersaat in der Sojakultur weder den Ertrag noch den Proteingehalt signifikant beeinflusst.
Downloads und weitere Infos
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