Ein geschlossener Energiekreislauf für die Deponie Eichelbuck  

Die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg hat verschiedne Anlagen für eine energieeffizientere Abfallwertung auf der Deponie Eichelbuck entwickelt.

Industrial machinery setup outdoors under a metal shelter, with a green building in the background on a paved surface.
Projektdaten
ProjektnameVerwertung biogener Abfälle zur Erzeugung stofflicher, thermischer und elektrischer Energieträger und deren Nutzung
Projektnummer2014-06
ProjektartBau & Anwendung
Umsetzung durchAbfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme250.000 €

Wandel der Abfallwirtschaft und Energieversorgung 

Auf der Deponie Eichelbuck im Freiburger Mooswald wurde bis 2005 Haushaltsmüll entsorgt, heute werden dort Grünabfälle aller Art verarbeitet. Dieser Wandel wirkt sich auch auf die Energieversorgung der Anlage aus, die derzeit noch durch zwei mit Deponiegas betriebene Mikrogasturbinen erfolgt. Deponiegas entsteht beim biologischen und chemischen Abbau organischer Abfälle, fällt in deutschen Deponien jedoch aufgrund gesetzlicher Vorgaben kaum noch an. Die Menge an verfügbarem Deponiegas geht daher stetig zurück, sodass sich die Betreiber nach neuen lokalen und umweltfreundlichen Energiequellen umsehen müssen. Die auf dem Eichelbuck anfallenden Grünabfälle bieten hierfür ein bisher ungenutztes Energiepotenzial. 

Pyrolyse von Grünabfällen und Nutzung von Biokohle 

Bislang wurden die Grünabfälle in holziges Material für die Hackschnitzelanlage und erdiges Material für die landwirtschaftliche Nutzung getrennt. Künftig sollen eine Pyrolyseanlage sowie eine verbesserte Hackschnitzelanlage die Abfälle ökologisch und wirtschaftlich effizienter verwerten. Pyrolyseverfahren, die bereits in mehreren Innovationsfondsprojekten erprobt wurden, eignen sich besonders für Materialien, die nicht klassisch zu Biogas vergärbar sind. In der Freiburger Anlage betrifft dies unter anderem Grünschnitt, Pferdemist und bestimmte Holzreste. 

Im Pyrolyseofen wird die Biomasse unter hoher Temperatur und ohne Sauerstoffzufuhr in Verbrennungsgas und Biokohle umgewandelt. Biokohle ist leicht, kompakt und vielseitig einsetzbar. In Biogasanlagen kann sie – beigemischt zum Substrat – die Gasproduktion erhöhen. Auch der aus Speiseresten produzierte Kompost wird durch die Zugabe von Biokohle nährstoffreicher und kann im Boden die Bodenqualität verbessern, Erträge steigern und den Bedarf an Kunstdünger reduzieren. 

Erneuerbare Strom- und Wärmeerzeugung im geschlossenen Energiekreislauf 

Die Abwärme der Pyrolyseanlage wird genutzt, um die produzierten Hackschnitzel zu trocknen. Zusätzlich soll künftig ein Hackschnitzel‑Blockheizkraftwerk eine der bestehenden Mikrogasturbinen ersetzen, deren Betrieb durch das abnehmende Deponiegas nicht mehr wirtschaftlich ist. Zum Einsatz kommt dabei eine extern befeuerte Heißgasturbine, eine bislang wenig verbreitete Technologie. Die Hackschnitzel verbrennen zu Asche und heißem Abgas, das über einen Wärmetauscher die Turbinenluft erhitzt, ohne dass verunreinigtes Rauchgas in die Turbine gelangt. 

Die Hackschnitzelanlage liefert wiederum Abwärme für die Aufbereitung der Speisereste. In einigen Jahren soll auch die zweite Mikrogasturbine durch eine Heißluftturbine ersetzt werden. Das verbleibende Deponiegas kann – angereichert mit Biogas – im Blockheizkraftwerk Landwasser genutzt werden. Insgesamt spart das Energiekonzept rund 2.600 Tonnen CO₂ pro Jahr ein und zeigt, wie durch einen aufeinander abgestimmten Energiekreislauf der Übergang zu einer modernen, nachhaltigen Abfall- und Energieverwertung gelingen kann. 

Drei wesentliche Projekterkentnisse

  • Die vom Hersteller der Pflanzenkohleanlage angegebenen Durchsatzmengen können bisher bei Weitem nicht erreicht werden. Die Fördertechnik (Verstopfungsgefahr) sowie die Anforderungen an die Qualität der Pflanzenkohle erfordern den Einsatz von qualitativ hochwertigen Holzhackschnitzeln. Die Verwertung der Mittelfraktion des Grünschnitts auf der Deponie Eichelbuck ist durch die PYREG-Anlage folglich nicht möglich. Die produzierte Pflanzenkohle kann als Futterkohle und Holzkohle der Qualität -Premium- gehandelt werden. Bei Einsatz von ausgewähltem Inputmaterial (Hackschnitzel) kann die Anlage zufriedenstellend und weitgehend störungsfrei betrieben werden.

  • Die Speisereste erzielen bereits einen sehr hohen Biogas-Ertrag, der unter den ausgewählten Versuchsbedingungen durch die Zumischung von Pflanzenkohle nicht mehr weiter zu optimieren war.

  • Der Einsatz der Pflanzenkohle zur Geruchsminimierung in der Speiseresteaufbereitung sowie bei der Kompostherstellung konnte nicht erfolgreich nachgewiesen werden.

Downloads und weitere Infos

Einblicke in weitere Förderprojekte

Biochar Action Hub

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Digitale Plattform für Klimaschutz mit Pflanzenkohle – Vernetzung und Austausch in Baden-Württemberg und darüber hinaus

Charlie – BioChar und Kohlendioxid aus biogenen Reststoffen

2026-A-004 | Freiburg

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Ziel des Projekts ist der Nachweis der techno-ökonomischen Machbarkeit der synergetischen Herstellung von biogenem CO2 und Biochar aus biogenen Roh- und Reststoffen am Beispiel des Standorts Eichelbuck.

Pyrolyseheizung für nachhaltige Wärme und CO2 Speicherung

2025-B-001 | Gresgen

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Innovative Pyrolyseheizung für nachhaltige Wärme aus Hackschnitzeln und CO2 Speicherung mit Pyrolysekohle in der Landwirtschaft