2020-07

Ein Energieprivileg für Photovoltaikfreiflächenanlagen? Eine rechtliche, betriebswirtschaftliche und landschaftsökologische Untersuchung 

In diesem Projekt soll die Umwandlung bislang landwirtschaftlich oder zur Biogasmaisproduktion genutzter Flächen in Freiflächensolaranlagen untersucht werden.

Vier Felder mit unterschiedlicher Landnutzung: Biogasanlage, Solarmodule mit Feldfrüchten, Solarmodule mit Gras und eine Wiese. Die Pfeile zeigen die Auswirkungen an.
Projektdaten
ProjektnameEin Energieprivileg für Photovoltaikfreiflächenanlagen? Eine rechtliche, betriebswirtschaftliche und landschaftsökologische Untersuchung
Projektnummer2020-07
ProjektartForschung & Studien
ProjektträgerHochschule für öffentliche Verwaltung Kehl
Laufzeit bis
Fördersumme98.586 €

Neue Flächen für die Energiewende erschließen

Der Ausbau der Photovoltaik hatte sich in der Vergangenheit vor allem auf Dachflächen konzentriert. Diese Ressource ist jedoch begrenzt. Sinkende Produktionskosten machten die Technologie zunehmend attraktiv, sodass der Bedarf weiter stieg. Um die Klimaziele zu erreichen, wurde es notwendig, auch andere Flächen in Betracht zu ziehen. Besonders landwirtschaftlich genutzte Freiflächen rückten dabei in den Fokus. Das Projekt setzte genau hier an und untersuchte, wie diese Flächen sinnvoll für die Energieerzeugung genutzt werden konnten.

Interdisziplinäre Analyse für nachhaltige Entscheidungen

Ziel des Projekts war es, die Umwandlung von landwirtschaftlich oder für Biogasmais genutzten Flächen in Freiflächensolaranlagen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Rechtliche, betriebswirtschaftliche und landschaftsökologische Aspekte wurden gemeinsam analysiert. In einem interdisziplinären Ansatz wurden die Bedingungen erarbeitet, unter denen eine Ausweitung von PV-Freiflächenanlagen möglich und sinnvoll war. Die Ergebnisse sollten eine fundierte Grundlage für zukünftige Entscheidungen bieten.

Empfehlungen für eine ausgewogene Flächennutzung

Im weiteren Verlauf des Projekts wurden konkrete Vorschläge für die Landwirtschaft, die Energiewirtschaft, die Gemeinden, die Regionalverbände und den Gesetzgeber entwickelt. Ziel war es, den steigenden Bedarf an erneuerbarer Energie mit den Anforderungen an ökologische, landwirtschaftliche und siedlungswirtschaftliche Flächennutzung in Einklang zu bringen. Eine landschaftsökologische Untersuchung anhand von Vergleichsflächen mit unterschiedlicher Nutzung bildete die Basis für diese Empfehlungen. So entstand ein praxisnaher Beitrag zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Landnutzung.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Eine Erweiterung der Privilegierung für Freiflächenphotovoltaikanlagen im Außenbereich ist rechtlich geboten und sollte befristet, solange die Treibhausgasneutralität im Energiesektor noch nicht hergestellt worden ist, in § 35 Abs. 1 BauGB eingefügt werden.

  • Freiflächenphotovoltaikanlagen können im Vergleich zu intensiv landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen die Biodiversität fördern.

  • Trotz der hohen Stromkosten ist die Abschaffung der EEG Vergütung für Erneuerbare Energien Anlagen derzeit nicht sinnvoll. Aufgrund der hohen Stromgestehungskosten ist eine Vergütungssicherheit im Rahmen des EEG zu erhalten, um Planungssicherheit zu geben und Finanzierungskosten zu reduzieren.

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