Erste Null-Energie-Käserei in Baden-Württemberg 

In der Nullenergiekäserei wird aus abfallenden Molke mit Hilfe einer Biogasanlage Energie gewonnen und damit ein ganzheitlicher Verwertungsansatz geschaffen.

Eine Auswahl an Kaesesorten auf einem Tisch, dazu ein Korb mit Brot und eine Quiche – bereit zum Servieren bei einer Feier.
Projektdaten
ProjektnameErste Null-Energie-Käserei in Baden-Württemberg
Projektnummer 2010-04
ProjektartBau & Anwendung
Umsetzung durch Käserei Monte Ziego
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme140.000 €

Molke als ungenutzte Biomasse mit Energiepotenzial

Bei der Herstellung von Käse und Quark fallen große Mengen Molke an, die sich nur eingeschränkt als Lebens‑ oder Futtermittel nutzen lassen und von Molkereien häufig kostenintensiv entsorgt werden müssen. Dass Molke jedoch eine energetisch wertvolle Biomasse ist, zeigte bereits 2003 ein Projekt bei der Breisgaumilch GmbH in Freiburg. Dort wurde Molke in einer Pilotanlage zu Biogas mit einem Methangehalt von rund 65Prozent vergoren. Obwohl das Verfahren technisch funktionierte, erwies es sich unter den damaligen Rahmenbedingungen noch nicht als wirtschaftlich und wurde nach Projektende nicht weiterverfolgt.

Nullenergiekäserei als ganzheitlicher Ansatz

Auf diesen Erfahrungen baute die Teninger Hofkäserei Monte Ziego mit dem Ziel auf, die erste Nullenergiekäserei Deutschlands zu realisieren. Der Biobetrieb plante eine Produktion, die vollständig mit nachhaltig auf dem Betriebsgelände erzeugter Energie auskommt. Eine besondere Herausforderung liegt darin, dass Käsereien einen hohen Energiebedarf haben, da Prozesse sowohl Kühlung als auch Wärme erfordern. Monte Ziego setzte daher auf einen ganzheitlichen Ansatz: Neben der energetischen Nutzung der Molke wurden die Produktionsgebäude nach aktuellen Standards errichtet, die Herstellungsprozesse optimiert und sämtliche vorhandenen Energiepotenziale genutzt. Eine Photovoltaikanlage erzeugt klimafreundlichen Strom, und Abwärme aus der Kälteanlage wird systematisch weiterverwendet.

Biogasanlage auf Molkebasis und Vorbildfunktion

In Teningen entstand erstmals in Deutschland eine Biogasanlage, die ausschließlich mit Molke betrieben wird. Das erzeugte Biogas wird in einem Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme für den Betrieb genutzt. Gleichzeitig entfällt die Entsorgung der Molke über das Abwassersystem, wodurch weniger Wasser an die Kläranlage abgegeben wird. In Zeiten geringerer Milchmengen kann Molke aus anderen Betrieben zugekauft oder das Blockheizkraftwerk mit Bioerdgas betrieben werden. Die für den Produktionsprozess benötigte Kälte liefert eine klimafreundliche Absorptionskältemaschine. Unterstützt wurde der Bau der Biogasanlage durch ein weiteres Innovationsfondsprojekt. Mit dieser geschlossenen, energieeffizienten Produktionskette setzt Monte Ziego neue Maßstäbe für nachhaltige Biolebensmittelherstellung und verbindet regionale Rohstoffe mit konsequentem Klimaschutz.

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