Geothermisches Potential vom Flugzeug erkundet 

Die Aeromagnetische Vermessung des Erdmagnetfeld ist schnell, kostengünstig, eignet sich auch für schwieriges Terrain und hinterlässt keine Flurschäden.

Fünf Personen stehen auf einem Flugplatz neben einem kleinen Propellerflugzeug mit der Aufschrift „FINDER 1“, im Hintergrund sind Hangars und Bäume zu sehen.
Projektdaten
Projektname Aeromagnetische Vermessung von Erdmagnetfeldern
Projektnummer Aeromagnetische Vermessung von Erdmagnetfeldern
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durch Gemeinde Neuried
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme10.594 €

Aeromagnetische Messungen zur Reduzierung von Bohrrisiken

Aeromagnetische Verfahren sind bereits ein etabliertes Instrument bei der Erkundung von Öl‑, Gas‑ und Erzvorkommen. Dabei fliegen Spezialflugzeuge über ein Untersuchungsgebiet und erfassen magnetische Signale aus dem Untergrund. Da unterschiedliche Gesteinsarten verschieden stark magnetisch sind, lassen sich daraus Rückschlüsse auf die geologischen Strukturen ziehen. Im Vergleich zu herkömmlichen seismischen Untersuchungen können mit der aeromagnetischen Methode insbesondere steilstehende geologische Körper wie Salzstöcke oder vulkanisches Gestein besser erkannt werden, wodurch sich das Risiko späterer Bohrungen deutlich verringert.

Einsatz der Methode in der Geothermie

In der Geothermie wurde das aeromagnetische Verfahren bislang kaum angewandt. Dort erfolgen Vorerkundungen meist bodengebunden, was vor allem in schwer zugänglichem Gelände aufwendig und kostspielig ist. Aeromagnetische Messungen sind dagegen schnell durchführbar, vergleichsweise kostengünstig, auch in schwierigem Terrain einsetzbar und verursachen keine Flurschäden. Die Gemeinde Neuried testet dieses Verfahren daher erstmals für die geothermische Erkundung, unterstützt von Geologieexperten des Freiburger Regierungspräsidiums.

Vergleich mit seismischen Daten und Perspektiven

Neuried eignet sich besonders für das Projekt, da der Untergrund dort in den vergangenen Jahren bereits mit klassischen seismischen Methoden untersucht wurde. Dadurch können beide Verfahren direkt miteinander verglichen werden. Für die Messungen überfliegt ein Leichtflugzeug das rund 150 Quadratkilometer große Untersuchungsgebiet in etwa 150 Metern Höhe und erfasst Daten entlang von 600 Messlinien im Abstand von 250 Metern, ergänzt durch 100 Querlinien. Die gewonnenen Daten werden anschließend ausgewertet und mit den vorhandenen seismischen Ergebnissen verglichen, um Aussagen über das geothermische Potenzial zu treffen. Erweist sich das aeromagnetische Verfahren als zuverlässig, könnte die geothermische Vorerkundung künftig deutlich einfacher und kostengünstiger durchgeführt werden.

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