Solarthermie-Initiative Freiburg. Solarthermie in denkmalgeschützten Gebäudekomplexen 

Die Stadt Freiburg hat eine Initiative zur Förderung von Solarthermie-Anlagen in denkmalgeschützten gebäudekomplexen, sowie Mehrfamilienhäuser, ergriffen.

Häuser mit roten Dächern, weißen Wänden und Sonnenkollektoren, die unter einem strahlend blauen Himmel teilweise von grünen Bäumen verdeckt werden.
Projektdaten
Projektname Solarthermie-Initiative Freiburg mit Pilotprojekt "Klimafreundliche Wärmeversorgung eines denkmalgeschützten Mehrfamilienhaus-Ensembles mit innovativer Solarthermieanlage"
Projektnummer 2013-11
ProjektartUmweltkommunikation
Umsetzung durchStadt Freiburg
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme134.560 €

Wärmewende im Fokus der Energiewende in Freiburg

Die Energiewende umfasst neben der Stromerzeugung auch den Bereich Wärme, der häufig weniger Beachtung findet. Die Stadt Freiburg und der Bauverein Breisgau eG stellten diesen Aspekt in den Mittelpunkt eines gemeinsamen Projekts. Ziel war es, zukunftsweisende Lösungen für eine klimafreundliche Wärmeversorgung im Wohnungsbau aufzuzeigen. Insbesondere in Mehrfamilienhäusern kommen solarthermische Anlagen zur Heizungsunterstützung bisher nur selten zum Einsatz. Mit einem Pilotprojekt wollte die Freiburger Solarthermie‑Initiative diese bewährte Technik einem breiteren Publikum bekannt machen und Wege aufzeigen, um Energie und Kosten zu sparen sowie bestehende Investitionshemmnisse zu überwinden.

Modellprojekt mit Solarthermie, Mikrowärmenetz und BHKW

Im Rahmen des Projekts sanierten die Stadt Freiburg, der Bauverein Breisgau eG und das Fraunhofer‑Institut für Solare Energiesysteme (ISE) gemeinsam ein denkmalgeschütztes Gebäudeensemble in der Emmendinger Straße. Das fast hundertjährige Mehrfamilienhaus diente als Modellprojekt, um verschiedene technische und planerische Ansätze zu demonstrieren. Die bisherigen Etagenheizungen wurden durch eine zentrale, klimafreundliche Wärmeversorgung ersetzt. Auf rund 200 Quadratmetern Dachfläche installierten die Projektpartner Solarkollektoren, die in die historische Architektur integriert wurden. Ein Mikrowärmenetz verteilt die erzeugte Wärme auf zehn Gebäude. Zur Deckung des restlichen Wärmebedarfs wurde zusätzlich ein Blockheizkraftwerk in das Gesamtsystem eingebunden. Über einen eigens eingerichteten Mieterstromvertrag werden die meisten Wohnungen neben der Wärmeversorgung auch mit selbst erzeugtem Strom versorgt.

Begleitforschung, Wissensvermittlung und langfristige Wirkung

Das Fraunhofer ISE begleitete die Bauarbeiten fachlich, analysierte die Solarerträge und entwickelte Lösungen für auftretende Herausforderungen. Auf Basis der gewonnenen Daten erstellten die Wissenschaftler Empfehlungen für Handwerksbetriebe und Hausbesitzer, die eine solarthermische Anlage in Betracht ziehen. Dieser zweite Projektschritt untersuchte rechtliche, systemtechnische und wirtschaftliche Aspekte auf allgemeiner Ebene und vermittelte die Ergebnisse in Veranstaltungen und Publikationen einer breiten Öffentlichkeit. Hausbesitzer und Handwerker erhielten so Informationen darüber, unter welchen Bedingungen sich Solarthermie lohnt, wie sie in bestehende Gebäude integriert werden kann und welche Vorteile sich für Mieter und Vermieter ergeben. Die Anlage in der Emmendinger Straße erzeugt jährlich etwa 80MWh Wärme, ersetzt rund 10.000m³ Erdgas und spart etwa 20Tonnen CO ein. Gleichzeitig leistet das Projekt wichtige Vorarbeit, um den Anteil erneuerbarer Energien am Raumwärmebedarf in Freiburger Wohngebäuden wie geplant zu erhöhen.

Drei wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt

  • Die Ausstattung einer Wohnungsübergabestation hat entscheidenden Einfluss auf die Effizienz der Solarthermienutzung. Wesentlich ist ein temperaturge-steuerten Regler, sodass die Rücklauftemperatur im Primärkreis auch bei kurzzeitigen Zapfvorgängen konstant niedrig und damit die Temperatursprei-zung im Speicher hoch gehalten werden kann.

  • Solarthermie und BHKW können sich gut ergänzen. Insbesondere im Sommer bot die Kombination der beiden Wärmequellen Vorteile, da der Heizkessel hier so gut wie vollständig außer Betrieb war. Dadurch wird ein ineffizient hohes Takten des Kessels vermieden, was sonst für diesen Zeitraum typisch ist.

  • Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Funktionieren des Gesamtsystem und Erreichen der Sollwerte war die vollständige regelungstechnische Vernetzung von Solarthermie, BHKW und Kesselanlage sowie des hydraulischen Netzes mit Pumpen, Ventilen und Fernüberwachungssystem.

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