Thermoelektrische Generatoren im Hochtemperaturbereich für BHKW  

Das Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik produziert mit thermoelektischen Generatoren Strom aus dem heißen Abgas von Blockheizkraftwerken.

Eine Gruppe von vier Personen – drei Männer und eine Frau – in Geschäftskleidung unterhielt sich in einer modernen Umgebung über wissenschaftliche Geräte.
Projektdaten
ProjektnameTeWaB, Wirkungsgradsteigerung eines BHKW mittels Thermoelektrischem Wärmetauscher
Projektnummer2014-07
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durchFraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme245.220 €

Nutzung von Abwärme zur Effizienzsteigerung von BHKWs 

Wie wirtschaftlich ein Blockheizkraftwerk arbeitet, hängt wesentlich von seinem elektrischen Wirkungsgrad ab. Ein großer Teil der Abwärme aus dem heißen Abgas bleibt bislang ungenutzt. Thermoelektrische Generatoren bieten die Möglichkeit, diese Wärme zusätzlich in elektrischen Strom umzuwandeln. Sie nutzen den Temperaturunterschied zwischen einer heißen und einer kalten Seite und gelten als robust, langlebig und weitgehend wartungsfrei. Bisher war ihr Einsatz allerdings auf Temperaturen bis etwa 200 °C begrenzt, sodass die im Abgasstrom enthaltene Wärme eines BHKWs nicht genutzt werden konnte. 

HochtemperaturThermoelektrik für den Einsatz im Abgasstrom 

Das Fraunhofer‑Institut für Physikalische Messtechnik (IPM) entwickelte in den vergangenen Jahren erstmals thermoelektrische Module, die für Temperaturen von bis zu 550 °C geeignet sind. Gemeinsam mit der auf innovativen Anlagenbau spezialisierten Firma Schleif Automation entstand ein thermoelektrischer Generator, der parallel zu einem vorhandenen Wärmetauscher eingesetzt wird. Dadurch kann die Abwärme des BHKWs nicht nur zur Brauchwassererwärmung genutzt werden, sondern zusätzlich zur Stromerzeugung. Der Generator wird direkt im Abgasstrom betrieben und ergänzt damit die bestehende Wärmenutzung um eine elektrische Komponente. 

Praxistest, Ergebnisse und zukünftige Anwendungsmöglichkeiten 

Zu Beginn des Projekts simulierte das Projektteam das Verhalten des thermoelektrischen Wärmetauschers im Abgasstrom eines BHKWs, um eine möglichst hohe elektrische Ausbeute zu erzielen. Anschließend wurde ein optimierter Wärmetauscher gefertigt und in einem von Badenova betriebenen Schleif‑BHKW installiert. Die erfassten Betriebsdaten wurden in die BHKW‑Steuerungssoftware integriert, um einen zuverlässigen und effizienten Betrieb sicherzustellen. Nach der Testphase zeigte sich, dass sich der elektrische Wirkungsgrad des BHKWs durch den Einsatz des thermoelektrischen Generators um etwa 3 % steigern lässt. Perspektivisch könnten solche Systeme nicht nur in Blockheizkraftwerken, sondern auch in Fahrzeugen eingesetzt werden und so zur Einsparung von Treibstoff und CO₂ beitragen. 

Drei wesentliche Projekterkentnisse

  • Thermoelektrische Module zur Abwärmeverstromung sind verfügbar und einsatzbereit für Anwendungen

  • Thermoelektrische Module haben ein hohes TRL-Level erreicht und es waren während des Testbetriebs in der realen Anwendung keine Alterungseffekte ersichtlich. Ein Betrieb über 1000 h konnte ohne technische Probleme und ohne Leistungsreduktion nachgewiesen werden.

  • Systemintegrationskonzept von thermoelektrischen Modulen in Anwendungen ist entscheidend für Wirkungsgrad und RoI.

Downloads und weitere Infos

Einblicke in weitere Förderprojekte

Klimaschutz-Sparring – der Punch für eine nachhaltige Region

2023-A-007 | Freiburg

Klimaschutz-Sparring – der Punch für eine nachhaltige Region

Klimaschutz benötigt Ressourcen und Wissen für die Umsetzung – der Klimaschutz-Sparring-Partner bringt beides in vier unterschiedliche Kommunen

Vom Klärschlamm zum Pflanzendünger

2025-B-005 | Emmendingen

Vom Klärschlamm zum Pflanzendünger

Klärschlamm wird zum Dünger: so kommt Phosphor zurück in den Kreislauf. Nachhaltig, gesetzeskonform und ressourcenschonend

Aluminiumproduktion mit Abwärme statt Erdgas

2026-A-006 | Schutterwald

Aluminiumproduktion mit Abwärme statt Erdgas

Beim Pressen entstehende Abwärme fließt direkt in die Alterungsöfen, ersetzt dort Gas und führt zu einer energieeffizienteren Produktion.