Umweltfreundliche Lüftung für sanierte Gebäude 

Die Hochschule Offenburg untersuchte welche Lüstungssysteme für verschiedene Anwendungsbereiche, wie Schulen und Wohngebäude, sich am besten eignen würden.

Ein modernes Schulgebäude, an dessen Seite die Namen „Erich Kästner“ und „Anne Frank“ zu lesen sind. Im Vordergrund ist eine Kletteranlage zu sehen.
Projektdaten
Projektname Dezentrale, fassadenintegrierte Lüftungsanlagen für energetisch sanierte Gebäude
Projektnummer2012-10
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durch Hochschule Offenburg
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme137.250 €

Energieeffiziente Lüftungssysteme für Bestandsgebäude

In einem Projekt untersuchte die Hochschule Offenburg, wie bestehende Gebäude kostengünstig mit energieeffizienten Lüftungssystemen nachgerüstet werden können. Hintergrund ist der hohe Bedarf an guter Luftqualität in Bildungs- und Wohngebäuden bei gleichzeitig steigendem Anspruch an Energieeffizienz. Schul‑ und Wohngebäude eignen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Nutzungsprofile besonders gut, um allgemeine Modelle für geeignete Lüftungslösungen zu entwickeln. Ziel des Projekts war es, herauszufinden, welche Fassadensysteme und Anlagenkonzepte sich für verschiedene Nutzungen am besten eignen.

Zentrale und dezentrale Lüftungslösungen im Vergleich

Im Fokus der Untersuchungen stand der Vergleich zentraler und dezentraler Lüftungssysteme. In Wohngebäuden besteht häufig der Wunsch, Temperatur und Luftfeuchtigkeit dezentral zu steuern. In Klassenzimmern, Fluren und Aufenthaltsräumen von Schulen sind hingegen zentral gesteuerte Anlagen meist am effizientesten. Gleichzeitig gibt es auch in Schulgebäuden Sondernutzungsräume wie Computerräume, Rektorate oder Lehrerzimmer, für die dezentrale Systeme besser geeignet sind.

Zu Beginn des Projektes erfassten die Wissenschaftler die Luftqualität in bereits klimatechnisch sanierten Offenburger Schulen. Anschließend installierten sie unterschiedliche Lüftungssysteme in Schulgebäuden sowie in Zusammenarbeit mit lokalen Wohnbaugesellschaften auch in sanierten Mietshäusern. In Schulen testeten sie verschiedene Nutzungsszenarien und verglichen die Ergebnisse mit einem Referenzraum. In Wohngebäuden kamen unter anderem Wandgeräte, Rohr‑ und Brüstungslüfter zum Einsatz. Dabei orientierte sich die Steuerung in Wohn‑ und Schlafzimmern vor allem am CO₂‑Gehalt der Luft, während in Küche und Bad die Feuchtigkeit ausschlaggebend war.

Bewertung, Wissenstransfer und praktische Anwendung

Neben der Luftqualität analysierten die Experten die Kosten für Einbau und langfristige Wartung, die Energieeffizienz der Anlagen sowie deren Fähigkeit, Feuchtigkeit, Lufthygiene und CO₂‑Konzentrationen zuverlässig zu regulieren. Ein weiterer Schwerpunkt lag darauf, wie sich die neuen Lüftungssysteme in bestehende Gebäudeautomation integrieren lassen, um zusätzlich Energie und Kosten zu sparen.

Auf Basis der Ergebnisse aktualisierten die Wissenschaftler den Maßnahmenkatalog für Schulen. Infoflyer und Artikel in der Fachliteratur informieren Architekten, Handwerker, Wohnungsbaugesellschaften und Hausbesitzer über geeignete Technologien und Einsatzmöglichkeiten. Das Projekt trägt dazu bei, Schüler und Öffentlichkeit mit energieeffizienten Methoden der Gebäudelüftung vertraut zu machen und bietet einen verständlichen Überblick über verfügbare Lösungen für die energetische Nachrüstung von Bestandsgebäuden.

Drei wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt

  • Die CO2-Konzentration steigt in Unterrichtsräumen ohne Lüftung während der Unterrichts sehr schnell auf sehr hohe, bedenkliche Werte, sinkt aber nur sehr langsam und liegt häufig auch am nächsten Tag noch über dem Wert der Außenluft. Dies kann am nächsten Tag zu noch höheren Werten führen. Dementsprechend sind Lüftungsmaßnahmen zu empfehlen.

  • In den Schulen ist die Wahl der geeigneten Lüftungsmaßnahme stark von der Raumbelastung abhängig. In schwach belasteten Räumen genügen u. U. CO2-Ampeln, die Lüftungsbedarf anzeigen. In hochbelasteten Räumen wird der Einbau von dezentralen Lüftungsgeräten empfohlen.

  • In Mietwohnungen hängt der Verlauf der relativen Feuchte im Raum stark vom Nutzer verhalten (Lüften, Duschen, Kochen) ab. Lüftungsmaßnahmen sind dennoch auch bei geringer Belastung empfehlenswert. Bei Mieterwechsel kann sich die Situation deutlich verändern.

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