Bioenergiedorf Hägelberg 

Eine Bürgerinitiative konzipiert, plant und koordiniert den Wandel der Gemeinde für die Energieversorgung aus Biomasse und macht sie zum Energiedorf.

Blauer Hintergrund mit weißem Text: „Gefördert durch den Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz der Badenova“ und ein großes „B“-Logo.
Projektdaten
Projektname Bioenergiedorf Hägelberg
Projektnummer 2010-07
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durch IG Energie aus Bürgerhand
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme136.116 €

Bürgerinitiativen als Motor der Energiewende im ländlichen Raum

Seit 2006, als mit Jühnde bei Göttingen das erste Bioenergiedorf in Deutschland entstand, haben zahlreiche Gemeinden ähnliche Wege eingeschlagen. Ein besonderer Ansatz ist jedoch die vollständige Initiative aus der Bürgerschaft heraus. In Hägelberg, einem Ortsteil der Gemeinde Steinen, gründeten engagierte Einwohner die Interessengemeinschaft „Energie aus Bürgerhand“, um ihre Energieversorgung eigenständig auf regionale und erneuerbare Quellen umzustellen.

Regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien

Das Projekt Bioenergiedorf verfolgt das Ziel, Wärme zentral aus regionaler Biomasse zu erzeugen und sich damit unabhängig von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zu machen. Kurze Transportwege und der Einsatz heimischer Rohstoffe stärken die regionale Wirtschaft. Lokale Betriebe liefern Biomasse, errichten und betreiben Biogas‑, Solar‑ und Heizungsanlagen oder übernehmen logistische Aufgaben. Besonders in ländlichen Regionen entstehen so Arbeitsplätze und neue wirtschaftliche Perspektiven. Gleichzeitig trägt die Nutzung von Holz und biogenen Reststoffen zur Pflege der durch Land‑ und Forstwirtschaft geprägten Schwarzwaldlandschaft bei.

Energiekonzept und soziale Wirkung in Hägelberg

Nach Einschätzung des Interdisziplinären Zentrums für nachhaltige Entwicklung der Universität Göttingen eignet sich Hägelberg aufgrund seiner waldreichen Umgebung, landwirtschaftlichen Betriebe und bestehenden Solarenergienutzung besonders gut als Bioenergiedorf. Zu Projektbeginn analysierten Fachleute den Energiebedarf, das Biomassepotenzial und die Kosten für die Bevölkerung. Auf dieser Basis entstand ein Versorgungskonzept, dessen Kern eine Biogasanlage bildet, deren Gas in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme erzeugt. Die Wärme wird über ein Nahwärmenetz verteilt, zusätzlicher Bedarf durch ein Holzhackschnitzelheizwerk gedeckt. Über die technischen Aspekte hinaus zeigt das Beispiel Hägelberg, dass ein Bioenergiedorf auch soziale Effekte hat: Die Bürgerinitiative stärkt den Zusammenhalt, fördert Engagement und eröffnet kleinen Gemeinden neue Möglichkeiten, wirtschaftliche, energetische und gesellschaftliche Entwicklung miteinander zu verbinden.

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