Warum ist Fleisch essen schlecht für die Umwelt? Was ist Massentierhaltung und welche Gefahren, Folgen und Nachteile bringt sie mit sich? Wir sind diesen Fragen für Dich auf den Grund gegangen und haben Tipps für Dich gesammelt, was Du gegen Massentierhaltung und für ein nachhaltigeres Leben tun kannst.


Was ist Massentierhaltung?

Der Begriff „Massentierhaltung“, oder auch „Intensivtierhaltung“, beschreibt das Halten von Tieren in großen Mengen auf engem Raum, was eine nicht tiergerechte Haltung zur Folge hat. Im Fokus der Massentierhaltung – wie auch bei der Massenproduktion im Allgemeinen – stehen die Maximierung des wirtschaftlichen Profits sowie die Erreichung niedriger Stückkosten. Die Tiere und ihr Wohlergehen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Erstmals kam der Begriff der Massentierhaltung in Deutschland im Jahre 1975 auf, nachdem die „Verordnung zum Schutz gegen die Gefährdung durch Viehseuchen bei der Haltung von Schweinebeständen“, die auch unter dem Namen „Massentierhaltungsverordnung“ bekannt ist, in Kraft trat. Damals galt diese Bezeichnung für Tierbestände ab 1.250 Schweinen. Inzwischen ist der Begriff der Massentierhaltung weitläufiger, denn es werden mittlerweile nicht mehr nur Schweine in großen Zuchtbetrieben gehalten, sondern auch Hühner, Hennen, Küken, Gänse, Rinder, Kälber, Milchkühe, Schafe, Puten, Enten, Wachteln, Kaninchen, Fische und weitere Tiere. Überwiegend werden die Tiere für die Nahrungsmittelproduktion gehalten, also für Fleisch, Fisch und weitere tierische Produkte wie Milch oder Eier. Aber nicht nur das: auch für Kosmetik, Wolle, Leder und Fell werden Tiere eingesperrt.

Massentierhaltung in Deutschland

In den 1930er Jahren wurde Deutschland als Vorreiter für seine Rationalisierungsmaßnahmen* gelobt. In den 1960er Jahren begann man, auch die landwirtschaftliche Tierproduktion in Deutschland zu rationalisieren, um Fleisch und weitere tierische Produkte wie Milch und Eier effizienter und kostengünstiger zu produzieren sowie diese auch zu einem niedrigeren Preis und in großen Mengen anbieten zu können. Diese Entwicklung der industriellen Massentierhaltung stieß zunächst auf wohlwollende Resonanz aus der Bevölkerung, da man es u. a. geschafft hatte, ein bis dato Luxusgut wie Fleisch zu erschwinglichen Preisen anzubieten sowie die Ernährungssicherheit zu steigern. Das ist heutzutage nicht mehr so. Der Begriff der Massentierhaltung ist hierzulande stark negativ behaftet und nicht nur Tierschützerinnen und Tierschützer lehnen Massentierhaltung aus ethischen und ökologischen Gründen ab! In einer Pressemitteilung vom 2. Juli 2021 teilte das Statistische Bundesamt mit, dass es im Jahr 2020 in Deutschland fast 170.000 Betriebe gab, die Tiere in Massentierhaltung gehalten haben.
*Als Rationalisierung bezeichnet man in der Ökonomie alle Maßnahmen, die der Gewinnmaximierung, einer hohen Arbeitsproduktivität und einer Reduzierung der anfallenden Kosten dienen.

Rinder in Massentierhaltung
Über 11 Mio. Rinder wurden 2020 allein in Deutschland gehalten.

Massentierhaltung Rinder

In Deutschland gab es im Jahr 2020 108.032 Betriebe, die 11.274.534 Rinder gehalten haben. Neben der Fleischindustrie spielt die Milchproduktion bei der Rinderhaltung eine große Rolle. Milchkühe machen rund 35 Prozent des gesamten Rinderbestands aus. Die meisten Rinder werden übrigens in Bayern gehalten.

Massentierhaltung Schweine

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 26.299.994 Schweine, darunter 33 Prozent Ferkel, in 31.852 Betrieben gehalten. Die größte Rolle für die Schweinezucht spielt die Fleischindustrie. Die meisten Schweine werden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gehalten.

Massentierhaltung Schafe

Über 1,8 Mio. Schafe wurden im Jahr 2020 in Deutschland gezählt, verteilt auf fast 20.000 Betriebe. Die meisten davon befinden sich im Süden Deutschlands, in Bayern und Baden-Württemberg.

Massentierhaltung Hühner

186.341.398 Haltungsplätze für Hühner und Legehennen stehen in fast 50.000 Betrieben zur Verfügung. Die meisten Plätze nehmen Masthühner und Masthähne ein, einen weiteren großen Teil die Legehennen. Sie werden gehalten, um effizient Eier zu produzieren. Die meisten Haltungsplätze für Hühner sind in Niedersachsen.

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Was sind die Folgen von Massentierhaltung?

Die Liste der Nachteile, Gefahren und Folgen der Massentierhaltung für unsere Umwelt, unsere Tiere und unsere Gesundheit ist lang. Wir haben die Gefahren und Folgen der Massentierhaltung im Folgenden für Dich aufgelistet.

1. Umweltverschmutzung durch Ammoniak
Da die Ausscheidungen der gehaltenen Tiere Harnstoff und Eiweiß enthalten, die in Ammoniak umgewandelt werden, entstehen in der industriellen Nutztierhaltung große Mengen davon. Laut dem Umweltbundesamt wirken sich das giftige Gas und das dadurch entstehende Ammonium negativ auf unsere Ökosysteme aus.

2. Nitrat im Grundwasser
Laut einer Trinkwasserstudie des BUND ist der Nitratgehalt in unseren Grundwässern zu hoch. Bedenkt man, dass etwa 60 bis 70 Prozent des Trinkwassers in Deutschland aus Grundwasser gewonnen wird, ist das alarmierend. Hauptgrund für die Nitratverschmutzung: landwirtschaftliche Tierhaltungsbetriebe, die Gülle als Düngemittel einsetzen.

Trinkwasser: Unser Lebensmittel Nummer 1

In Freiburg und Lahr ist unser Tochterunternehmen bnNETZE für die Wasserversorgung zuständig. Um eine ausgezeichnete Trinkwasserqualität zu gewährleisten, schützen wir unsere Wasserfassungen, indem sie als Wasserschutzgebiete ausgezeichnet werden. In diesen Gebieten gelten besondere Regelungen, die verhindern, dass das Grundwasser gefährdet wird. Außerdem arbeiten wir eng mit umliegenden Landwirtinnen und Landwirten zusammen. Mehr dazu auf wasser.bnnetze.de


3. Zerstörung der Regenwälder
Unser Hunger auf billiges Fleisch aus der Massentierhaltung zerstört den Regenwald. Warum? In Südamerika werden große Mengen an Landflächen gerodet, um Soja anzubauen, welches als Futtermittel in der industriellen Tierhaltung eingesetzt wird. Diese Flächen werden nicht selten illegal niedergebrannt. Und wer denkt, das betreffe uns in Deutschland nicht, der irrt sich, denn dieses Futtermittel wird auch in deutschen Ställen verfüttert und das Fleisch daraus landet letztlich auch auf unserem Teller. Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich die Soja-Anbaufläche in Brasilien verzehnfacht.

Regenwälder sind enorm wichtig für unser Überleben, denn sie produzieren Sauerstoff. Allein der brasilianische Regenwald ist für rund 20 Prozent des globalen Sauerstoffanteils verantwortlich. Wird dieser weiterhin niedergebrannt, wird weniger Kohlenstoffdioxid gebunden, und mehr CO2 gelangt in die Atmosphäre. Wenn wir unsere „grüne Lunge“ nicht erhalten und dringend anfangen zu handeln, haben wir immer weniger Sauerstoff und der Klimawandel schreitet immer schneller voran. Weitere Folgen der Regenwaldrodung sind außerdem das Artensterben und die Verschmutzung des Bodens durch Pestizide, was aufgrund der Verunreinigung des Grundwassers die dort lebenden Menschen bedroht.

4. Antibiotikaresistenzen
Um kranke Tiere in der Massentierhaltung zu versorgen und um Krankheitsausbrüche in den Ställen zu vermeiden, kommen nicht selten Antibiotika zum Einsatz. Obwohl dies in Deutschland seit 2006 eigentlich verboten ist – es sei denn die Tiere sind wirklich krank.

Wenn wir Menschen das Fleisch dieser Tiere essen, kann dies bei uns zu Antibiotikaresistenzen führen und das Medikament unwirksam machen. Dies ist problematisch für Situationen, in denen wir dringend ein Antibiotikum brauchen – gegen jenes wir dann aber womöglich immun sind.

Hühner leben auf engstem Raum.

5. Tierleid und Tierquälerei

Was bei der Massentierhaltung im Vordergrund steht ist, dass sie effizient ist – das heißt: Schweine müssen schnell wachsen, um schnell schlachtreif zu werden. Hühner müssen viele Eier legen und Kühe möglichst viel Milch geben. Währenddessen leben sie auf engstem Raum, haben Verletzungen, psychischen Stress und Todesangst. Den Tieren werden Schnäbel gekürzt, Hörner abgetrennt und die Schwänze kupiert. Wir glauben, wir brauchen Dir nicht sagen, dass die Tiere in der Massentierhaltung kein schönes Leben haben und es letztlich immer auf das gleiche hinausläuft: dem Tod.

Neben dem Töten der Tiere gegen ihren Willen, erhält aber auch die Eier- und Milchproduktion immer wieder Tierleid-Vorwürfe. Denn auch Milchprodukte sorgen für Leid: Kühe werden künstlich geschwängert, ihnen wird ihr Kalb nach der Geburt entrissen und fortan sind sie nur noch für die Milchproduktion da. Hier darf man nicht unerwähnt lassen, dass Kuhmilch nichts anderes als Muttermilch ist – nur eben für das Kalb statt für den Säugling. Dieser Zyklus: künstliche Befruchtung – Kalb entreißen – Milch produzieren wiederholt sich bis zum Tag der Schlachtung der Kuh. Zum Vergleich: die allgemeine Lebenserwartung eines Rindes liegt bei etwa 25 Jahren, Milchkühe leben in der industriellen Tierhaltung etwa fünf bis sechs Jahre, Mastbullen werden schon nach rund 1 ½ Jahren geschlachtet .

6. Hoher Wasserverbrauch
Tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier haben einen hohen Wasserverbrauch. Denn die Tiere, deren Fleisch wir essen oder deren Milch wir trinken, sind Lebewesen wie Du und ich. Sie brauchen zum einen Wasser, weil sie trinken müssen, um ihren Durst zu stillen. Zum anderen verursacht aber auch die Nahrung, mit der die Tiere gefüttert werden, einen enormen Wasserverbrauch. Pflanzen wie Mais oder Soja benötigen z.B. viel Wasser, um zu wachsen.
Es handelt sich dabei also nicht nur um Trinkwasser, sondern um virtuelles Wasser. Laut der Albert-Schweitzer-Stiftung braucht es 15.400 Liter Wasser für ein Kilo Rindfleisch, für die gleiche Menge Tomaten hingegen nur 110 Liter.

Berechnungen zufolge verursacht eine europäische Durchschnittsernährung einen Verbrauch von rund 300 Litern Wasser pro Tag, eine vegane Ernährung von durchschnittlich 180 Litern. Wer also seinen ökologischen Fußabdruck – genauer: seinen Wasserfußabdruck – geringhalten möchte, der reduziert den Konsum tierischer Produkte – oder verzichtet ganz.

7. Hohe Treibhausgasemissionen
Die Massentierhaltung verursacht Emissionen: Kohlenstoffdioxid und Methan sind ganz vorne mit dabei. Berechnungen zufolge gehen fast 15 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes auf das Konto der Massentierhaltung. Aber auch das bis zu 80mal schädlichere Methan gelangt durch die Massentierhaltung in die Atmosphäre. Denn Wiederkäuer wie Rinder und Schafe stoßen beim Verdauungsvorgang Methan aus. Auch das Lagern von Gülle verursacht Methan. Durch die intensive Nutzung der Böden gelangt außerdem schädliches Lachgas in die Atmosphäre. Und Lachgas ist rund 300mal schädlicher als Kohlenstoffdioxid.

8. Intensive Landnutzung
Das Halten von Tieren benötigt Land: Landflächen, auf denen die Tiere leben und zum anderen Landflächen, auf denen Futter angebaut wird, um diese Tiere zu ernähren. Würden wir uns den Umweg übers Tier sparen und mehr Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte und Obst direkt essen, könnten wir viel Landfläche „einsparen“. Laut der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) wird ein Drittel der weltweit zur Verfügung stehenden Fläche in irgendeiner Form für die Tierhaltung genutzt.

9. Psychische Probleme bei Mitarbeitenden
Nicht nur die Tiere leiden in der Massentierhaltung, auch die Menschen. Und zwar jene Menschen, die dort arbeiten. Laut verschiedenen Medienberichten berichten immer wieder (ehemalige) Mitarbeitende von Schlachthöfen sowie Expertinnen und Experten für Arbeitsschutz über katastrophale psychische Belastungen, die der Job mit sich bringt, sowie geringe Entlohnung und Ausbeutung. Hinzu kommt, dass die Mitarbeitenden in Schlachthöfen nicht selten keine entsprechende Ausbildung haben.

10. Bedrohung unserer Lebensgrundlage
Wie Du siehst: Die Nachteile der Massentierhaltung für die Umwelt, die Tiere und uns Menschen sind nahezu endlos und betreffen viele Bereiche, die unsere Lebensgrundlage bedrohen: die Massentierhaltung verbraucht und verschmutzt unser Lebensmittel Nummer 1 – das Wasser, beutet Menschen und Tiere aus, macht sie krank, trägt zur Erderwärmung – dem Klimawandel – bei und raubt Unmengen an Landflächen. Die Massentierhaltung bedroht unsere Existenz. Daher ist es höchste Zeit, zu handeln.


Was kann man gegen Massentierhaltung tun?

Es gibt einiges, was Du gegen Massentierhaltung tun kannst. Wir haben im Folgenden ein paar Ideen für Dich zusammengetragen, wie Du ein Zeichen gegen Massentierhaltung und gleichzeitig für mehr Klimaschutz und mehr Tierwohl setzen kannst.

1. Tierische Produkte reduzieren oder ganz weglassen
Der einfachste und effizienteste Weg, ein Zeichen gegen Massentierhaltung zu setzen, ist keine Produkte mehr aus der Massentierhaltung zu kaufen. Am einfachsten geht dies über eine vegane Ernährung. Du kannst aber natürlich auch erstmal klein starten, indem Du Deinen Konsum von tierischen Produkten nach und nach reduzierst oder vegetarisch lebst. Sollte Dich der Hunger auf tierische Produkte doch mal überkommen, gibt es in vielen Bio- und Supermärkten inzwischen auch viele Alternativen und Ersatzprodukte, die wie Schnitzel, Fischstäbchen, Käse und Co. schmecken, aber pflanzlichen Ursprungs sind. Auf unserem Blog findest Du außerdem jede Menge leckere vegane und vegetarische Rezepte, beispielsweise vegane Bolognese, Schupfnudeln zum selber machen oder ein Rezept für eine Karotten-Pesto-Suppe.

2. Regionale Erzeugerinnen und Erzeuger unterstützen
Wenn Du es beispielsweise nicht gänzlich schaffst, auf tierische Produkte wie beispielsweise Eier zu verzichten, dann such Dir einen Hof in Deiner Nähe und sieh Dir an, wie die Tiere dort leben und gehalten werden. Haben die Hühner dort viel Platz, führen ein glückliches Leben und werden liebevoll umsorgt, spricht nichts gegen den Konsum von Eiern. So stärkst Du zusätzlich noch die regionale Wirtschaft.

3. Tierversuchsfreie Kosmetik kaufen
Um kein Tierleid und keine Umweltverschmutzung durch das Halten von Tieren zu erzeugen, kannst Du auf tierversuchsfreie Kosmetik setzen. Erfahre mehr zu dem Thema in unserem Blogbeitrag Nachhaltige Kosmetik - ohne Tierversuche und Mikroplastik.

4. Leder, Fell und Wolle vermeiden
Auch der Verzicht auf Leder, Fell, Pelz und Wolle kann Dein Beitrag für eine nachhaltigere Zukunft sein. Inzwischen setzt auch die Modeindustrie immer mehr auf vegane Lederschuhe, Pullover aus Bio-Baumwolle und Parker mit 100% Kunstfell. Mehr zum Thema nachhaltige Mode findest Du in unserem Blogbeitrag Mit Fair Fashion und Secondhand Mode bei der Bekämpfung des Klimawandels helfen.

5. Dein Umfeld sensibilisieren
Was Du natürlich auch gegen Massentierhaltung tun kannst, ist mit Deinem Umfeld über das Thema zu sprechen. Wir raten Dir, hier nicht mit erhobenem Zeigefinger auf deine Bekannten, Familie sowie Freundinnen und Freunde zuzugehen, sondern sie für die Probleme der Massentierhaltung zu sensibilisieren und zum Nachdenken anzuregen.

Setze auch politisch ein Zeichen gegen Massentierhaltung.

6. Politische Zeichen setzen/Aktivismus
Um ein öffentliches und politisches Statement gegen Massentierhaltung zu setzen, kann es helfen, Parteien zu wählen, die die Themen Klimawandel und Tierwohl ernst nehmen. Des Weiteren kann auch die Teilnahme an Demonstrationen gegen Massentierhaltung oder das Unterschreiben von Petitionen helfen. So wächst auch der Druck für die Politik.

7. Sich informieren und selbst hinterfragen
Werde nie müde, Dich selbst zu hinterfragen, was das Thema angeht: Wieso machen wir Unterschiede zwischen Kühen und Schweinen, sehen sie als Nutztiere an, essen sie und halten gleichzeitig Katzen und Hunde als Haustiere? Um Dein Wissen bezüglich Massentierhaltung, Fleischkonsum und dem Konsum von tierischen Produkten allgemein weiter auszubauen, empfehlen wir Dir, Dich stets weiterzubilden. Es gibt viele Bücher, Dokumentationen oder Filme, die helfen, ein besseres Verständnis für das Thema zu bekommen.

Wir haben ein paar Empfehlungen für Dich gesammelt:

  • Bücher: „Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen“, „Fleischfabrik Deutschland: Wie die Massentierhaltung unsere Lebensgrundlagen zerstört und was wir dagegen tun können“, „Tiere essen“, „Wir sind das Klima! Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können“
  • Dokumentationsfilme: „Cowspiracy“, „Seaspiracy“, Dominin und Earthlings
  • ZDF-Format 13 Fragen: Tiere töten: Dürfen wir noch Fleisch essen?


Massentierhaltung: Häufige Fragen

Warum gibt es Massentierhaltung?
Wie bereits im Abschnitt „Was ist Massentierhaltung?“ erläutert, gibt es die Massentierhaltung, um möglichst kostengünstig, schnell und effizient Fleisch, Milch, Eier und andere tierische Produkte zu erschwinglichen Preisen zu verkaufen. Begrüßt wurde die Massentierhaltung bei ihrer Einführung vor allem deshalb, weil sie die Lebensmittelsicherheit zu erhalten schien. Heutzutage ist Massentierhaltung aber nicht mehr notwendig, um unser Überleben zu sichern und stattdessen ziemlich in Verruf geraten.

Wann spricht man von einer Massentierhaltung?
Ab welcher Anzahl gehaltener Tiere man genau von „Massentierhaltung“ spricht, ist nicht klar definiert. Die Literatur spricht meist einfach von „einer großen Anzahl gehaltener Tiere“. Der Duden definiert Massentierhaltung als „technisierte Tierhaltung in Großbetrieben zur Gewinnung möglichst vieler tierischer Produkte“. Demnach ist nicht genau abzugrenzen, ab wann genau man von Massentierhaltung spricht.

Mit wie viel Platz muss ein Schwein bei der Massentierhaltung auskommen?
Mit wie viel Platz genau ein Schwein bei der Massentierhaltung auskommen muss, ist von Betrieb zu Betrieb sicher unterschiedlich. Bei den meisten sind es maximal 1 Quadratmeter. Das heißt, es ist dem Schwein nicht einmal gestattet, sich um seine eigene Achse zu drehen.

Warum wird Antibiotika in der Massentierhaltung verwendet?
Den Grund für den Einsatz von Antibiotika sowie die daraus resultierenden Antibiotikaresistenzen haben wir für Dich in diesem Beitrag unter „Was sind die Folgen der Massentierhaltung?“ erläutert.

Wie werden die Tiere in der Massentierhaltung gehalten?
Die Tiere in der Massentierhaltung werden auf engstem Raum gehalten – oft in Kastenständen und ohne Tageslicht. Sie sind eingeschränkt, ihren Instinkten nachzugehen, wie bspw. zu laufen, sich auszuruhen, ihre Umgebung zu erkunden oder ihrem Sozialverhalten nachzugehen. Außerdem sind die meisten Tiere in der Massentierhaltung Gewalt ausgesetzt: Küken wird der Schnabel abgeschnitten, damit sie sich gegenseitig nicht piksen, männliche Küken werden geschreddert, weil sie keine Eier legen können (dies soll immerhin ab 2022 verboten werden), Schweinen wird der Schwanz amputiert usw. Nicht selten führt dieses Leiden der Tiere zu Aggressivität, Gereiztheit und Kannibalismus.

Ist Fleisch aus Massentierhaltung ungesund?
Viel Fleisch und tierische Produkte zu essen, ist nicht gesund – das weiß heutzutage fast jede und jeder. Laut verschiedenen Studien steht ein hoher Fleischkonsum mit vielen westlichen Epidemien wie Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht in Zusammenhang. Nicht ohne Grund empfehlen große Ernährungsgesellschaften, wenn überhaupt, nur einen geringen Anteil an Fleisch, Wurst, Käse und Co. zu konsumieren – so auch die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung).
Fleisch aus der Massentierhaltung ist gesundheitlich nicht unbedenklich. Ein Grund ist der Einsatz von Antibiotika, der bei uns Menschen zu Resistenzen führen kann. Trotz des Einsatzes von Medikamenten sind viele Tiere in der Massentierhaltung krank – und auch dieses Fleisch findet seinen Weg in die Regale. Auch werden in der Massentierhaltung nicht selten Hormone eingesetzt, um den Tieren einen Wachstumsschub zu verpassen – diese Hormone nehmen wir ebenfalls über die Nahrung auf. Ein weiterer Grund: die Massentierhaltung gefährdet die Qualität unseres Grundwassers durch Nitrate, außerdem verursacht sie viele Treibhausgasemissionen. Lassen wir dies zu, fällt das auch auf uns und unsere Gesundheit negativ zurück. Ausführliche Informationen kannst Du nochmal in den Folgen von Massentierhaltung nachlesen.