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'Die Pferde des Helios' im energieautarken Theaterzelt

Die Kraft der Sonne fasziniert die Menschen seit jeher. In der griechischen Mythologie inspirierte sie zur Sage vom Sonnengott Helios und dessen Sohn Phaeton, der die Kontrolle über den Sonnenwagen des Vaters verliert. Das Theater „R.A.B Random Acts of Beauty“ ließ sich in ihrem Stück „Die Pferde des Helios“ von solchen mythischen Gestalten leiten. Das Freiburger Ensemble regt in seinem Bildgedicht das Publikum dazu an, nachhaltig mit Energie umzugehen.

Besonders innovativ ist das energieautarke Aufführungszelt: Wie die antiken Vorbilder in den Amphitheatern kommen die Schauspieler bei den „Pferden des Helios“ ohne künstliche Lichtquellen oder externe Stromversorgung aus. Möglich ist das durch ein innovatives Lichtleitsystem auf dem Dach des Aufführungszelts. Es besteht aus zwei Spiegeln, wobei einer davon, angetrieben von einem Solarmotor, das Sonnenlicht auffängt. Die Spiegel fokussieren das Licht zu einem Strahl, der ins Zelt fällt und als senkrechte Lichtsäule Zentrum der Aufführung ist. Die Spieler lenken das Licht mit Spiegeln, Solarzellen und Linsen, die auch Teil der Kostüme sind. Dieses ausgeklügelte Lichtleitsystem macht die Produktion mobil und unabhängig von einem Stromanschluss. Das Wetter hingegen beeinflusst das Spiel ganz wesentlich: Sonnenschein oder Wolken bestimmen, wie intensiv die Lichtsäule im Zeltinnern erscheint und machen jede Aufführung einzigartig.

Die Rückbesinnung auf die Ursprünge des Theaters zeigt gleichzeitig Wege für die Zukunft. Ergänzt mit weiteren innovativen Ansätzen gibt das energieautarke Zelt Impulse dafür, den Bühnenbereich nachhaltiger zu gestalten.

Der Verein Solare Zukunft e. V., der seit langem Umweltbildungsprojekte begleitet, entwickelt ein pädagogisches Begleitprogramm. Die Vorführung ist damit für Umweltsymposien ebenso geeignet wie für Schulklassen und Bildungsveranstaltungen.

Projektdaten

Projektnummer 2010-06
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger Theater R.A.B.
Laufzeit November 2009 bis Dezember 2011
Zuschuss 37.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Nachhaltige Energienutzung und Energiekompetenz an Jugendhilfeeinrichtungen
Riegel

Energiekompetenz an Jugendhilfeeinrichtungen

Bildungsprojekte, die zu einem nachhaltigen Umgang mit Energie erziehen, gibt es schon viele. Sie entstehen bisher jedoch überwiegend im Schulbereich und beschränken sich oft auf den Unterricht. Für Jugendhilfeeinrichtungen und in der Ganztagesbetreuung hingegen existieren bisher noch kaum Konzepte. Dabei sind die Einflussmöglichkeiten in Heimen oder Wohngruppen, wo Kinder und Jugendliche in den verschiedensten Lebensbereichen und Alltagssituationen Unterstützung erfahren, besonders groß. Das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Anton in Riegel hat dieses Potential erkannt und entwickelte ein Konzept zur nachhaltigen Energienutzung und Energiekompetenz in Jugendhilfeeinrichtungen. Über sein breitgefächertes Angebot, das von der Beratung über verschiedene Wohngruppen bis hin zur eigenen Schule reicht, kann das 1861 gegründete Zentrum eine besonders große und vielfältige Zielgruppe ansprechen. Das Konzept wurde zusammen mit der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) und dem Verein Solare Zukunft e. V. entwickelt. Es setzt an verschiedenen Punkten an: Die neue Heizungsanlage senkt den Energieverbrauch, gleichzeitig ist sie Teil eines Energieparcours, durch den die Mitarbeiter auch externe Besucher führen können. Die eingesparten Energiekosten helfen dabei, weitere Maßnahmen zu finanzieren: Die Mittel kommen dem Zentrum sowie den Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen zu Gute. Auch weitere Energiesparmaßnahmen und die Schulungen der Mitarbeiter finanziert das Modell. Sowohl die Mitarbeiter als auch die betreuten Kinder und Jugendlichen, die an allen Projektschritten aktiv beteiligt sind, werden damit zu Experten für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. In Workshops können sie das entstehende Modell an andere Caritaseinrichtungen vermitteln. Darüber hinaus ist die Kombination aus Sanierung und Bildungskonzept Vorbild für andere Jugendhilfsprojekte. Unter www.energie-riegel.com stellt das Projektteam sich und seine Ziele vor.

Klimarundweg Lörrach
Lörrach

Klimarundweg Lörrach

Die Stadt Lörrach engagiert sich seit langem im Klimaschutz und erhielt dafür als erste Kommune in Baden-Württemberg das European Energy Award Label. Wo überall innovative und ausgezeichnete Projekte zu finden sind, welche Hintergründe und Ziele sie verfolgen, bleibt Bürgern und vor allem Touristen aber oft verborgen. Ein Klimarundweg soll jetzt zeigen, welche Initiativen, Gebäude und Projekte in der Stadt Energie sparen oder auf andere Art für eine nachhaltige Zukunft sorgen. Vom Marktplatz aus, wo ein interaktives Computerterminal die Besucher einführt, führt der Weg über neun weitere Stationen durch die Innenstadt. Diese bieten Überblick über einen weiten Themenkomplex: Am Bahnhof lernen die Besucher, wie man in Lörrach mit Bus und Bahn, Leihrädern und Leihwagen auf das eigene Auto verzichten kann, die Holzhackschnitzelanlage am Campus Rosenfeld zeigt das Potential erneuerbarer Energien, das CO2-neutrale Quartier Niederfeldplatz zeigt Wege für umweltfreundliches Wohnen auf und der Lörracher Markt steht als Beispiel für nachhaltige Nahrungsmittelproduktion. An den einzelnen Stationen informieren Tafeln über das jeweilige Projekt; weitere Details sind über QR-Codes abrufbar. Zum Rundweg gehört auch eine Smartphone-App, die eine interaktive Audioführung bietet und auf der eine Kartenfunktion den Weg zur nächsten Station weist. Für Besucher ohne eigenes Smartphone stellt das Tourismusbüro Leihgeräte bereit. Das flexible Angebot aus Infotafeln und Smartphone-App passt sich Zielgruppen und Interessen an. Lehrer können den Weg in Unterrichtseinheiten zum Klimaschutz einbeziehen, Stadtführer können die Tafeln in bestehende Führungen integrieren, Touristen ihn einzeln oder in der Gruppe begehen und das interessierte Fachpublikum kann sein Wissen zu einzelnen Stationen vertiefen. Langfristig ist auch ein Radrundweg geplant, bei dem die Besucher auch weiter auseinander gelegene Ziele erreichen können. Am Ende des Projekts wertet die Stadt ihre Erfahrungen aus und bietet sie anderen Städten in der Region zur Nachahmung an. Mit der Übersetzung der Tour ins Englische und Französische erreicht der Klimaschutzweg auch ein internationales Publikum. Das Projekt konnte leider nicht im geplanten Rahmen verwirklicht werden und wurde deshalb zurückgezogen.