Zurück zur Übersicht

Bremsspeicher für die Freiburger Straßenbahnen

Über das Oberleitungsnetz im Straßenbahnverkehr können die Bahnen nicht nur Energie aufnehmen, sondern auch wieder ans Netz abgeben. Das geschieht, wenn eine Bahn bremst und die dabei entstandene Bremsenergie als Strom in die Oberleitungen einspeist. Fährt eine andere Bahn in der Nähe vorbei, kann diese den Strom aufnehmen. Die Bremsenergie geht jedoch verloren, wenn keine andere Bahn in der Umgebung ist, beispielsweise an Endhaltestellen oder auf wenig befahrenen Strecken. Allein das Netz der Freiburger VAG verliert so pro Jahr ca. 910.000 kWh.

In einem Pilotprojekt erprobte die VAG nun einen Bremsspeicher, der auch diese Energie nutzbar macht. An der Wendeschleife Moosweiher der Linie 1 in Landwasser installierte sie dafür einen stationären Zwischenspeicher, der Bremsenergie in einem Schwungrad aufnimmt, speichert und an die nächste vorbeifahrende Bahn wieder abgibt. Fahrleitung und Fernwartung können den Zwischenspeicher, untergebracht in einem separaten Gebäude, überwachen und evaluieren. Pro Jahr spart die Anlage 250.000 kWh oder 145 Tonnen CO2 ein.

Großflächig eingesetzt im Netz der VAG und anderer Verbünde, können Bremsspeicher in Zukunft dazu beitragen, Strom noch effizienter zu nutzen.

Projektdaten

Projektnummer 2012-06
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger VAG Freiburg
Laufzeit April 2012 bis Oktober 2014
Zuschuss 149.950

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

CARLATRAIN
Kenzingen

CARLATRAIN - Fahrradanhängerzug

Erster Fahrradanhängerzug für die Straße. Anhängerzüge, bei denen mehrere Anhänger hintereinander geschalten werden, gibt es schon seit langem. In diesem Projekt soll dies jedoch auch für Fahrräder realisiert werden. Diese elektromotorisierten Fahrradanhängerzüge sollen einen nachhaltigeren Lastentransport ermöglichen. Das Unternehmen CARLA CARGO Engineering GmbH stellt seit nunmehr fünf Jahren erfolgreich Lastenfahrradanhänger her und vertreibt diese weltweit. Neben nichtmotorisierten Lastenfahrradanhängermodellen vertreibt die Firma CARLA CARGO Engineering GmbH auch verschiedene elektromotorisierte Modelle. Mithilfe der Unterstützung aus dem badenova-Innovationsfonds konnte 2018 die smarte Motorsteuerung auf den Weg gebracht werden und gemeinsam mit dem Fraunhofer IPM 2020 zu einem Vorserienprodukt abgeschlossen werden. Die smarte Motorsteuerung ermöglicht nun ein Anschließen des elektromotorisierten Fahrradanhängers gänzlich ohne zusätzliche Installation von Sensoren an einem Fahrrad. Der Fahrradanhänger an sich erkennt anhand der Bewegungen in der Auflaufbremse selbstständig, wann die Motorunterstützung gebraucht wird. Dies ermöglicht unter anderem den Betrieb von mehreren smarten motorunterstützen Fahrradanhängern in einer Art „Fahrradanhängerzug“, der in diesem Projekt genauer auf seine Anwendbarkeit untersucht werden soll. Es existieren auf dem Markt natürlich ähnliche Konzepte von Anhängerzügen jeglicher Art. Im Bereich Fahrrad wäre dies jedoch komplett neu. Sollte es gelingen, beim abschließenden Arbeitspaket bis zu 4 Anhänger in Folge mit einem durchweg positiven Feedback einzusetzen, handelt es sich (unserer Meinung nach) um einen weltweit einzigartigen Beweis dafür, dass Logistik und Transport jeglicher Art auf Grundlage von Fahrrädern völlig neu gedacht werden kann. Theoretisch sind hier Zuladungen von bis zu 600 kg / 6 m³ denkbar. Da neben klimatischen Vorteilen auch wirtschaftliche Vorteile durch zum Beispiel bessere Zugänglichkeit im urbanen Raum gegeben sind, wird der Einsatz von aktuellen auf Verbrennungsmotoren basierenden, großvolumigen Fahrzeugkonzepten stark in Frage gestellt. Wir schätzen den Energieverbrauch eines solchen „Fahrradanhängerzugs“ als extrem effizient im Vergleich zu den sonst üblichen Methoden ein. Einige kleinere Versuchsreihen konnten schon jetzt zeigen, dass trotz der Länge des „Fahrradanhängerzugs“ immer noch eine hohe Wendigkeit besteht. In einer weiteren Erprobungsphase gilt es, herauszufinden, inwieweit ein „Fahrradanhängerzug“ technisch im Straßenverkehr funktional ist und welche wirtschaftlichen Vorteile möglich sind. Außerdem soll untersucht werden, ob durch das Konzept ein höherer klimafreundlicher Impact geleistet werden kann und wie die Reaktion der Bevölkerung im Straßenverkehr auf einen Fahrradanhängerzug ist.

Wärmenetz der Zukunft - Intelligente Vernetzung mehrerer Wärmenetze
Kehl

Intelligent verbundene Wärmenetze für Kehl

Anders als im Strommarkt, geht die Energiewende im Wärmebereich nur langsam voran. Auch hier kommt dem Wandel zu dezentralen, mit erneuerbaren Energien betriebenen Erzeugern eine wichtige Bedeutung zu. Die Vernetzung bestehender kleinerer Wärmenetze zu einem größeren System aus flexibel steuerbaren Erzeugern und Pufferspeichern und die Sektoren übergreifende Betrachtung von Strom und Wärme bietet großes Potenzial. Die Wärmegesellschaft Kehl verbindet deshalb in einem Pilotprojekt zwei kleinere Wärmenetze mit einem großen, um mit einer zentralen Steuerung ein ökonomisches und ökologisches Optimum zu erreichen. Durch den Betrieb verschiedener Wärmeerzeuger – darunter verschiedene BHKWs, eine thermische Solaranlage, Spitzenlastkessel und zentrale und dezentrale Pufferspeicher – werden Redundanzen geschaffen und der Einsatz der effizienten Kraft-Wärme-Kopplung auf ein Maximum gesteigert. Durch die intelligente Steuerung von einem dezentralen Heizkessel und Pufferspeichern im Wärmenetz sollen Kapazitätsengpässe, die der Anschluss weiterer Kunden an ein bestehendes Wärmenetz mit sich bringt, überwunden werden und eine Erweiterung vorhandener Wärmenetze ermöglichen. Langfristig besteht auch die Möglichkeit, überflüssigen Wind- und PV-Strom im power-to-heat-Verfahren zur Wärmeversorgung zu nutzen. Die ausführliche Evaluation der Ergebnisse macht das Modell attraktiv für die zahlreichen weiteren Wärmenetzbetreiber in der Region und in Deutschland.