Zurück zur Übersicht

Effizientere Sanierungen in der Ortenau

In der Ortenau stehen etwa 95.000 Wohngebäude, die Hälfte davon erbaut vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1978. Weil Gebäude etwa ein Drittel der Energie in Deutschland verbrauchen, lohnt es sich finanziell und fürs Klima diese energetisch zu sanieren. Dabei stehen viele Hausbesitzer jedoch vor großen finanziellen und organisatorischen Herausforderungen. Sie haben weder die Zeit noch das Fachwissen, um den ständig wachsenden Markt an Technologien, Anbietern und Förderprogrammen zu überblicken.

Um Hausbesitzer besser zu informieren und Anbieter zu vernetzen, gründete die Ortenauer Energieagentur eine regionale Bau- und Sanierungsinitiative. Als Ansprechstelle informiert die Initiative die Bauherren über mögliche Szenarien und Technologien und vernetzt Handwerker, Architekten und Energieberater. Weiterhin erarbeitete die Initiative Qualitätsstandards, um das Angebot in Aus- und Weiterbildung, Technologie, Handwerk und Planung zu vereinheitlichen und zu optimieren. Fortbildungen und Öffentlichkeitsarbeit gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben. Die Planungsphase und die Konzepterstellung waren dabei Inhalt des Innovationsfonds-Projektes.

Von der Initiative profitieren letztlich alle: Die Hausbesitzer durch verbesserte Standards und niedrigere Kosten und Energieverbräuche, Handwerker und Architekten durch mehr Aufträge und Planungssicherheit und die gesamte Branche durch höhere Qualitätsstandards. Die Initiative schaffte so Anreize, mehr Häuser effizient und kostengünstig zu sanieren und damit noch mehr Energie und Emissionen einzusparen.

Projektdaten

Projektnummer 2012-04
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger Ortenauer Energieagentur
Laufzeit Mai 2012 bis Dezember 2012
Zuschuss 13.975

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

IT-basierte Photovoltaik-Kampagne
Freiburg

IT-Photovoltaikkampagne in Freiburg

Drei Prozent des in Freiburg verbrauchten Stroms stammt aus Sonnenenergie. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, möchte die Stadt Freiburg diesen Anteil stetig erhöhen, auch weil der Ausbau von Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet sich seit 2012 halbiert hat. Zwar sind PV-Anlagen weiterhin wirtschaftlich, in der Öffentlichkeit werden sie aber zunehmend als wenig attraktiv wahrgenommen. Auch die veränderte und sinkende Vergütung trägt zum Imageverlust bei. Deshalb führt die Stadt in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Regio Freiburg und fesa e. v. eine IT-basierte Informationskampagne durch, die besonders bisher vernachlässigte Zielgruppen erreichen soll. Bisherige Kampagnen setzten vor allem auf Information durch Printmedien wie Flyer und Plakate, sowie auf persönliche Beratung auf Messen und Veranstaltungen. Die neue Kampagne ergänzt diese Ebenen durch Formate wie Webinare, Ebooks oder Emailverteiler oder Foren. Damit kann der Informationsfluss individuell an den Wissensstand bestimmter Zielgruppen oder des einzelnen potentiellen Bauherren angepasst werden. Auch individuelle Beratungen sind möglich. Außerdem ermöglicht das Format einen interaktiven Austausch zwischen Veranstaltern und Bürgern, bei dem auch Hindernisse und Vorbehalte beim Ausbau zum Thema werden. Die begleitende Evaluation analysiert, welche Komponenten besonders erfolgreich sind und wo nachgebessert werden muss. Mit der Kampagne hofft die Stadt, den Ausbau von PV-Anlagen bis 2017 auf 1,5 bis 2 MW zu steigern. Die einzelnen Komponenten der Kampagne stehen außerdem anderen Städten zur Verfügung und können auch dort zur Energiewende motivieren.

Klimagarten beim Naturzentrum Rheinauen
Rust

Klimagarten beim Naturzentrum Rheinauen

Wärmere Winter, heißere und trockenere Sommer, sowie häufigere und heftigere Stürme beeinflussen auch die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Auf einer ehemaligen Erdaushubdeponie bei Rust entstand nun ein Klimagarten, der diesen Wandel dokumentiert und Strategien aufzeigt. Der Garten ergänzt das 2010 eröffnete Naturzentrum Rheinauen im Naturschutzgebiet Taubergießen. Im Garten erfahren die Besucher, wie sich verschiedene Tiere und Pflanzen verhalten, wenn sich das Klima ändert und was dies für die regionale Biodiversität bedeutet. Vogel- und Fledermausnistkästen sowie 'Insektenhotels', z. B. von Schmetterlingen bevorzugte Strauchsorten, sorgen dafür, dass sich heimische Arten ansiedeln. Am anliegenden Allmendsee veranschaulichen Tümpel verschiedene Klimazonen. Die dort angebauten Korbweiden sind Rohmaterial für Uferbefestigungen oder für die ebenfalls angebotenen Korbflechtkurse. Die Besucher können die Wetterstation oder die nachgebaute Biberburg besichtigen, an Klimaworkshops und -ralleys teilnehmen oder sich in den Ruhezonen in Naturliegen entspannen. Ein Windkraftrad, Solar- und Photovoltaikanlage auf dem Dach des Naturzentrums und ein Wasserrad demonstrieren, wie man Energie aus regenerativen Quellen gewinnt. Für das Projekt, das in dieser Form in Deutschland bisher einzigartig ist, arbeitete die Gemeinde Rust mit Vereinen, Naturschutzorganisationen und Schulen zusammen. Mit Klimagarten und Naturzentrum trägt die Gemeinde durch einen sanften Naturtourismus zum Erhalt der regionalen Natur- und Kulturlandschaft bei.