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Einfach e-mobiles Fahrradverleihsystem

Projekt 2020-02 Mobilitätsstation Kombinationsständer Offenburg Freizeitbad Stegematt

Die seit 2015 erfolgreich betriebenen und mit dem ÖPNV-Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg 2019 ausgezeichneten Mobilitätsstationen mit ihren innovativen Angeboten sollen weiterentwickelt werden. Die Stadt Offenburg setzt dabei auf einen kombinierten Einsatz von Stadträdern und Pedelecs und will für einen reibungslosen Betrieb und eine sukzessive Komplettierung des Angebotes mit Pedelecs an den Stationen mit einem neu entwickelten Kombiständer für beide Fahrradtypen anbieten. An diesen Ständern können dann sowohl die bislang eingesetzten Stadträder abgestellt und abgemeldet sowie auch Pedelecs abgestellt, abgemeldet und zukünftig auch geladen werden. Dies ist für die Nutzenden wesentlich einfacher und erfüllt, was die Marke „Einfach Mobil“ verspricht. Zusätzlich sollen an ausgewählten Standorten an den Mobilitätsstationen auch Lastenräder und in einem weiteren Schritt Elektro-Lastenräder bereitgestellt werden. Mit dem Ansatz einer gemischten Flotte kann den Ansprüchen der Nutzenden sehr gut entsprochen werden. Eine solche Pilotphase erscheint für die weitere Entwicklung des Systems äußerst wichtig. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass sich das Mobilitätsnetzwerk Ortenau zum Ziel gesetzt hat, die Vernetzung der Mobilitätsstationen nach dem Offenburger Vorbild in die Region voranzutreiben. Zusätzlich zu den bestehenden Stationen soll an der Hochschule Offenburg ebenfalls eine Mobilitätsstation mit Rädern mit Kombinationsständern implementiert werden. Für das Hochschulprojekt sollen zudem im Zusammenwirken mit der Hochschule und den Studierenden die geeigneten Beteiligungsformate für die Umsetzung mit anschließender Evaluation der Zielerreichung entwickelt werden. Hierbei sollen insbesondere auch die Studierenden und Beschäftigten der Hochschule aus den Kommunen des Mobilitätsnetzwerks Ortenau einbezogen werden. Bei erfolgreichem Start der ersten Ausbaustufe soll spätestens nach einem Jahr die zweite Ausbaustufe mit zusätzlich 50 Rädern folgen (2. Pilotphase). Nach zwei Jahren soll dann die Verstetigungsphase anlaufen.

Projektdaten

Projektnummer 2020-02
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Stadt Offenburg
Laufzeit 01.02.2020 - 31.12.2022
Zuschuss 148.920€

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Solare Straßen-/Wegebeleuchtung mit intelligenter Lade-/Licht-/Betriebssteuerung
Gundelfingen

Intelligente LED-Leuchten für Radwege

Zwar legen auch in ländlichen Gegenden viele Menschen kurze Wege gerne mit dem Rad zurück, dort sind aber viele Wege, insbesondere zwischen Ortschaften, schlecht oder gar nicht ausgeleuchtet. Diese ans öffentliche Stromnetz anzuschließen lohnt sich meist nicht. Deswegen statteten die Gemeinden Gundelfingen und Vörstetten einen vielbefahrenen Radweg zwischen den beiden Ortschaften mit einem Netz von solarbetriebenen LED-Leuchten aus. Die Leuchten in diesem autarken System sind mit intelligenten und vernetzten Lade- und Lichtsteuerungen ausgestattet. Das erlaubt es, Leuchtdauer und Intensität flexibel zu bestimmen und die Sonnenenergie in den lichtarmen Wintermonaten optimal zu nutzen. Das geschieht auch bedarfsorientiert. Wenn die Bewegungsmelder erkennen, dass sich ein Radfahrer oder Fußgänger nähert, wird die Beleuchtungsintensität erhöht und die benachbarten Leuchten ebenfalls aktiviert. An speziellen Standorten, z. B. bei einer Bushaltestelle, kann die Beleuchtung an den Fahrplan angepasst werden. Zwar sind die Investitionskosten noch höher als bei konventionellen Leuchtsystemen, da aber Anschluss- und laufende Stromkosten wegfallen und die LED-Leuchten sehr wartungsarm sind, könnte sich die solarbetriebene Version langfristig lohnen. Mit dem Projekt zeigen die beiden Gemeinden eine elegante Lösung, um die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern mit einem autarken und nachhaltigen Beleuchtungssystem zu erhöhen. Fahren Sie doch mal vorbei und überzeugen sich selbst vom Mehrwert und Charme der innovativen Beleuchtung. Details rund um das abgeschlossen Vorheben können Sie dem detailierten Abschlussbericht entnehmen. Drei wesentliche Projekterkenntnisse: Reine kombinierte Geh-/Radwege, ohne Wirtschaftsweg, weit ab von Verkehrsstraßen des öffentlichen Straßenverkehrs können technisch optional/funktional besser und kostengünstiger mit einer solaren Wegebeleuchtung ausgeleuchtet werden. Vorrangig einer sicheren und zuverlässigen Ausleuchtung zu den stark frequentierten Zeiten (früh morgens und in den Abendstunden) ist ein Verzicht auf eine aufwendige Leuchten Steuerung (Schwarmsteuerung) und einer durchgängigen Beleuchtung in den Nachstunden, angebracht. Frühzeitige Einbindung aller von der Maßnahme betroffenen Personen, Angrenzer, Landwirte, Radwegnutzer, Gemeinden und Behörden, ersparen aufwendige Änderungen in der Planung und informieren rechtzeitig über die Planung der solaren Straßen-/Wegebeleuchtung.

Holzvergaser auf Basis von Holzpellets und BHKW inkl Monitoring, im BHKW Landwasser
Freiburg

Holzvergaser-BHKW in Landwasser

Seit 1990 versorgt das BHKW Landwasser den gleichnamigen Freiburger Stadtteil mit Fernwärme. Bis 2006 verbrannte das Kraftwerk zum Großteil Deponiegas der Deponie Eichelbuck. Wegen der sinkenden Deponiegasmenge sanierte der Betreiber badenova WärmePlus 2011 die Anlage grundlegend und betreibt sie seitdem mit einer Mischung aus Bio-, Deponie- und Bioerdgas (Innovationsfonds-Projekt 2009-08). Als zusätzliches Modul entsteht nun ein innovatives Holzvergaser-BHKW. Anstatt der bisher für Holzvergaser üblichen Holzhackschnitzel, verwendet die Anlage Pellets. Diese sind in Brenneigenschaften und Größe genormt und sorgen so für eine gleichmäßigere Vergasung und weniger Wartungsbedarf. Im Reaktor der Anlage vergasen Holzpellets in einem Wirbelschichtverfahren. Dabei verbrennen im unteren Reaktorbereich ein Teil der Pellets und setzen eine sogenannte autotherme Vergasung in Gang, die ohne zusätzliche Energiezufuhr auskommt. Durch einen kontrollierten Luftstrom entsteht ein Wirbel mit verschiedenen Hitzestufen, der das Holz in ein brennbares Gas zersetzt. Anschließend kühlt, filtert und trocknet die Anlage das Gas in einem Wärmetauscher, der die Wärme für andere Zwecke nutzbar macht. Die ausgefilterte Asche kann ebenfalls verbrannt werden. Das gereinigte Holzgas gelangt ins BHKW, wo es sich unter Druck und mit einem Zündöl versetzt selbst entzündet. Mit einer thermischen Leistung von 220-250 kW und einer elektrischen Leistung von 180-190 kW aus Biomasse erhöht die Anlage den Anteil regenerativer Energien an der Energieversorgung in Landwasser. Die dort gewonnenen Erfahrungen und Auswertung bieten grundlegende Daten, um den Prototyp auf seine Alltagstauglichkeit zu testen und eine Entscheidungsgrundlage für andere Investoren zu schaffen. Darstellung dreier wesentlicher Erkenntnisse aus dem Projekt Der Burkhard-Holzvergaser stellt eine ausgereifte Technik dar. Garantierte Laufzeiten, Wirkungsgrade und Leistungsdaten werden eingehalten. Durch die stabile Betriebsweise seit der Inbetriebnahme hat sich die innovative Technik der Holzvergasung etabliert und technisch gesehen für weitere Anwendungen empfohlen. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Holzvergaseranlage ist aufgrund des Innovationsfonds gegeben. Durch die veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich der garantierten Einspeisevergütung für den regenerativ erzeugten Strom (EEG 2014) ist ein wirtschaftlicher Betrieb für Neuanlagen in absehbarer Zukunft nicht möglich.

Verwertung biogener Abfälle zur Erzeugung stofflicher, thermischer und elektrischer Energieträger und deren Nutzung
Freiburg

Ein geschlossener Energiekreislauf für die Deponie Eichelbuck

Während auf der Deponie Eichelbuck im Freiburger Mooswald früher Haushaltsmüll entsorgt wurde, ist die Anlage heute für Grünabfälle aller Art zuständig. Dieser Wandel wirkt sich auch auf die Energieversorgung der Anlage aus, die momentan durch zwei mit Deponiegas betriebene Mikrogasturbinen erfolgt. Deponiegas entsteht beim biologischen und chemischen Abbau von organischem Abfall. Dieser fällt jedoch in unvorbehandelter Form in deutschen Deponien nicht mehr an, so dass die Menge an Deponiegas stetig zurückgeht. Deshalb müssen sich die Deponiebetreiber nach neuen lokalen und umweltfreundlichen Energiequellen umsehen. Grünabfälle, wie sie am Eichelbuck verarbeitet werden, bieten dieses Energiepotential. Bisher trennte man auf der Anlage Grünabfall in holziges Material für die Zufeuerung in der eigenen Hackschnitzelanlage und erdiges Material, das in der Landwirtschaft ausgebracht wurde. Eine Pyrolyseanlage und eine verbesserte Hackschnitzelanlage sollen in Zukunft die Grünabfälle ökologisch und wirtschaftlich effizienter nutzbar machen. Pyrolyseverfahren wurden schon in mehreren Innovationsfondsprojekten erprobt. Sie eignen sich besonders für Materialien, die nicht auf herkömmliche Weise zu Biogas vergärbar sind. In der Freiburger Anlage sind das beispielsweise Grünschnitt, Pferdemist und diejenigen Holzreste, die sich nicht für Holzhackschnitzel eignen. Im Pyrolyseofen verschwelt die Biomasse unter großer Hitze und ohne Sauerstoffzufuhr zu Verbrennungsgas und Biokohle. Biokohle ist vielseitig einsetzbar und anders als die ursprüngliche Biomasse leicht, kompakt und somit einfach zu transportieren. Beigemengt zum Substrat in Biogasanlagen, erhöht sie die produzierte Gasmenge. Auch der aus Speiseresten auf dem Eichelbuck hergestellte Kompost verbessert mit Biokohle sein Nährstoffprofil. In den Boden eingebracht – direkt oder im angereicherten Kompost oder Gärrest – verbessert Biokohle die Bodenqualität, erhöht den Ertrag und verringert den Bedarf von Kunstdüngern. Die Abwärme der Pyrolyseanlage trocknet die auf der Anlage produzierten Hackschnitzel. In Zukunft ersetzt ein Hackschnitzel-BHKW eine der Mikrogasturbinen, deren Einsatz durch das schwindende Deponiegas nicht mehr rentabel ist. Die Hackschnitzelanlage verfügt mit einer extern gefeuerten Heißgasturbine über eine innovative, noch wenig eingesetzte Technologie. In der Anlage verbrennen die Hackschnitzel zu Asche und heißem Abgas, das indirekt über einen Wärmetauscher die Zuluft der Turbine erhitzt. Verunreinigtes Rauchgas und saubere Turbinenluft bleiben so getrennt; ein Verfahren das den schnellen Verschleiß durch Abgaspartikel verhindert. Die Hackschnitzelanlage wiederum liefert Abwärme für die Speiseresteaufbereitungsanlage. In einigen Jahren wird auch die zweite Mikrogasturbine durch eine Heißluftturbine ersetzt, die zusätzlich Strom und Wärme aus regenerativen Energien liefert. Angereichert mit Biogas, kann das restliche Deponiegas im BHKW Landwasser verbrannt werden; ein Verfahren das bereits durch ein weiteres Innovationsfondsprojekt erprobt ist. Pro Jahr spart das Konzept 2.600 Tonnen CO2 ein. Mit dem aufeinander und auf die vorhandenen Abfallstoffe abgestimmten Energiekreislauf zeigt die Deponie den Weg auf von der Müllverarbeitung des 20. zur der des 21. Jahrhunderts. Darstellung der wesentlichen Erkenntnisse aus dem Projekt. Die vom Hersteller der Pflanzenkohleanlage angegebenen Durchsatzmengen können bisher bei Weitem nicht erreicht werden. Die Fördertechnik (Verstopfungsgefahr) sowie die Anforderungen an die Qualität der Pflanzenkohle erfordern den Einsatz von qualitativ hochwertigen Holzhackschnitzeln. Die Verwertung der Mittelfraktion des Grünschnitts auf der Deponie Eichelbuck ist durch die PYREG-Anlage folglich nicht möglich. Die produzierte Pflanzenkohle kann als Futterkohle und Holzkohle der Qualität -Premium- gehandelt werden. Bei Einsatz von ausgewähltem Inputmaterial (Hackschnitzel) kann die Anlage zufriedenstellend und weitgehend störungsfrei betrieben werden. Die Speisereste erzielen bereits einen sehr hohen Biogas-Ertrag, der unter den ausgewählten Versuchsbedingungen durch die Zumischung von Pflanzenkohle nicht mehr weiter zu optimieren war. Der Einsatz der Pflanzenkohle zur Geruchsminimierung in der Speiseresteaufbereitung sowie bei der Kompostherstellung konnte nicht erfolgreich nachgewiesen werden.