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Energieberatung für finanzschwache Haushalte

Mit den steigenden Öl- und Gaspreisen der letzten Jahre machen die Nebenkosten einen immer größeren Anteil der Miete aus. Weil sie prozentual einen größeren Anteil ihres Einkommens für Energie verwenden müssen, sind Niedrigverdiener von dieser Entwicklung besonders betroffen. Besonders problematisch ist die Situation für die Empfänger von Arbeitslosengeld II, die Wasser und Strom aus dem Regelsatz bezahlen müssen. Die für Strom vorgesehenen 20 Euro reichen oftmals nicht für die Hälfte der 1700 Kilowattstunden, die ein Einpersonenhaushalt pro Jahr im Durchschnitt verbraucht. Auch Städte und Gemeinden sind betroffen. Sie bezahlenden den betroffenen Haushalten Heizzuschläge, die allein in Freiburg 3,7 Millionen Euro pro Jahr betragen.

Das Projekt des Verein zur Förderung kommunaler Arbeits- und Beschäftigungsmaßnahmen (VABE) und des Caritasverbands, die seit Jahren erfolgreich Arbeitlose weiterbilden, bietet einen neuartigen Ansatz, diese Problematik abzuschwächen. Das Konzept verbindet berufliche Qualifikation mit Klimaschutz indem es Langzeitarbeitlose zu Energieberatern ausbildet. Fachlich und sozial begleitet, bietet es den Arbeitslosen neben einem geringen Entgelt wieder Chancen auf dem freien Arbeitsmarkt.

Die neuen Experten, die anfangs noch von Ausbildern begleitet sind, beraten ALG II-Haushalte, wie sie Strom, Wasser und Heizenergie einsparen können. Sofortmaßnahmen sind möglich mit dem Starterset, das die Teilnehmer bekommen. Bestehend aus Energiesparlampen, Wasserperlatoren und schaltbaren Steckerleisten, senkt es die Energiekosten im Jahr um etwa 20 bis 100 Euro.

Allein die Anzahl von 9000 Freiburger ALG-II-Haushalte ALG zeigt das Potential des Ansatzes, der in ähnlicher Form in Frankfurt schon Erfolge zeigte. In Freiburg fanden drei der neuen Energieberater durch das Projekt eine dauerhafte Beschäftigung.

Projektdaten

Projektnummer 2009-04
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger VABE e.V.
Laufzeit Oktober 2008 bis Dezember 2014
Zuschuss 146.322

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Audio-visuelle nutzerorientierte Gebäude- Information zur individuellen Bedienung der Gebäude-technik und zum energieeffizienten und komfortablen Nutzerverhalten am Arbeitsplatz (AnubI)
Offenburg

Erklärt mit Bild – Energieeffizienz im Büro

Eine ausgeklügelte Gebäudeleittechnik kann wesentlich dazu beitragen, Wärme und Strom zu sparen. Nutzerfehler reduzieren diesen Einspareffekt jedoch oft. Dies trifft besonders bei Bürogebäuden mit vielen Nutzern und verschiedenen Anforderungen zu. Viele Mitarbeiter wissen gar nicht genau, welche Technologie in ihrem Gebäude zur Anwendung kommt und lüften und heizen nach Gewohnheit. In Offenburg stehen den Mitarbeitern in einigen städtischen Gebäuden deshalb bald kurze, über QR-Code aufrufbare Videos zur Verfügung, die an verschiedenen Stellen im Gebäude die Haustechnik und ihre optimale Bedienung erklären. Die Videos zeigen, wie Heizung, Lüftung, Klimatisierung oder Beleuchtung möglichst energieeffizient laufen, ohne dass der Komfort beeinträchtigt wird. Für das Projekt arbeitet die Stadt mit der Hochschule Offenburg zusammen, wo Studierende der Studiengängen Energiesystemtechnik sowie Mediengestaltung und Produktion die Erklärvideos in Projektarbeit planen und produzieren. Stadt und Hochschule loben dafür einen Wettbewerb aus, der die besten Videos prämiert und der Öffentlichkeit vorstellt. Durch die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen erwerben die Studenten interdisziplinäre Kenntnisse und lernen, ihre Fähigkeiten praxisnah einzusetzen. Das Projekt konzentriert sich auf öffentliche Bürogebäude, die Videos und Ergebnisse lassen sich aber auch auf andere Bürogebäude und Nutzergruppen übertragen. Zum Projektabschluss veröffentlichen die Partner deshalb einen Leitfaden für die Produktion von Erklärfilmen zur optimalen Nutzung energieeffizienter Gebäudetechnik. Die bislang erstellten Erklärfilme, sowie weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der Webseite von KLONG K lima- L ehrfilme aus O ffenburg zu N utzerverhalten und G ebäudetechnik.

Nachhaltige Energienutzung und Energiekompetenz an Jugendhilfeeinrichtungen
Riegel

Energiekompetenz an Jugendhilfeeinrichtungen

Bildungsprojekte, die zu einem nachhaltigen Umgang mit Energie erziehen, gibt es schon viele. Sie entstehen bisher jedoch überwiegend im Schulbereich und beschränken sich oft auf den Unterricht. Für Jugendhilfeeinrichtungen und in der Ganztagesbetreuung hingegen existieren bisher noch kaum Konzepte. Dabei sind die Einflussmöglichkeiten in Heimen oder Wohngruppen, wo Kinder und Jugendliche in den verschiedensten Lebensbereichen und Alltagssituationen Unterstützung erfahren, besonders groß. Das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Anton in Riegel hat dieses Potential erkannt und entwickelte ein Konzept zur nachhaltigen Energienutzung und Energiekompetenz in Jugendhilfeeinrichtungen. Über sein breitgefächertes Angebot, das von der Beratung über verschiedene Wohngruppen bis hin zur eigenen Schule reicht, kann das 1861 gegründete Zentrum eine besonders große und vielfältige Zielgruppe ansprechen. Das Konzept wurde zusammen mit der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) und dem Verein Solare Zukunft e. V. entwickelt. Es setzt an verschiedenen Punkten an: Die neue Heizungsanlage senkt den Energieverbrauch, gleichzeitig ist sie Teil eines Energieparcours, durch den die Mitarbeiter auch externe Besucher führen können. Die eingesparten Energiekosten helfen dabei, weitere Maßnahmen zu finanzieren: Die Mittel kommen dem Zentrum sowie den Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen zu Gute. Auch weitere Energiesparmaßnahmen und die Schulungen der Mitarbeiter finanziert das Modell. Sowohl die Mitarbeiter als auch die betreuten Kinder und Jugendlichen, die an allen Projektschritten aktiv beteiligt sind, werden damit zu Experten für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. In Workshops können sie das entstehende Modell an andere Caritaseinrichtungen vermitteln. Darüber hinaus ist die Kombination aus Sanierung und Bildungskonzept Vorbild für andere Jugendhilfsprojekte. Unter www.energie-riegel.com stellt das Projektteam sich und seine Ziele vor.

Abenteuer Leben - das "System Erde" im Kosmos
Freiburg

Umweltbildung im Planetarium

Ein Blick aus dem Weltall auf die Erde macht bewusst, wie einzigartig und fragil das Ökosystem unseres Planeten ist. Was in der Realität Astronauten vorbehalten bleibt, bilden Planetarien in ihren Kuppeln originalgetreu ab. Neben den klassischen Präsentationen zu Sternbildern bieten sie deshalb auch Vorstellungen rund um die Umweltbildung. Das Freiburger Planetarium integriert schon seit Jahren ökologische Themen in sein Programm und zieht damit rund 50.000 Besuchern pro Jahr an. Nun stellte das Planetarium auf eine digitale Full-Dome-Video-Projektion um und eröffnete seinem Publikum damit neue Perspektiven. Bisher kannten die Zuschauer bei Filmszenen mehrere, sich überschneidende Bilder. Zukünftig präsentiert sich ihnen eine nahtlose Darstellung, die die Illusion erweckt mitten im Geschehen zu sitzen. Die neue Technik ermöglicht es beispielsweise Lufthülle der Erde anschaulich visualisieren oder Satellitenaufnahmen in Echtzeit in die Kuppel zu projizieren um so Wetterphänomene oder den Treibhauseffekt darzustellen. Ein Bildungskonzept ergänzte die neue Vorführtechnik. Es setzt darauf, mit multimedialen Effekten Umweltthemen spannend und unterhaltsam zu vermitteln um eine besonders große Zielgruppe zu erreichen. Dieses Bildungskonzept nennt sich „Energie im Himmel und auf Erden“ und ist nun fester Bestandteil ihres Programmangebotes. Es wurde mit großem Interesse von den Zuschauer angenommen. Mehr Informationen auf der Homepage des Planetariums. Darstellung dreier wesentlicher Erkenntnisse aus dem Projekt Erfreulich: Die Betreuung des Projekts durch den Badenova-Innovationsfond verlief kooperativ, flexibel und unbürokratisch. Die zuständigen Badenova-Mitarbeiterinnen und- arbeiter zeigten sich sehr hilfsbereit und kompetent bei der Lösung aller Probleme. Erstaunlich: „Energie“ ist der zentrale Begriff unserer modernen technischen Zivilisation. Doch die Antwort auf die Frage: „Was ist Energie?“ ist sehr schwierig. Das Wesen der Energie im physikalischen Begriffssystem zu erklären fällt auch Physikern sehr schwer. Motivierend: Die pädagogische Wirksamkeit unserer Leitidee „Verstehen durch Staunen – Staunen durch Verstehen“ wurde mir erst im Laufe des Projektes so richtig bewusst. Sie wird weiterhin die Arbeit des Planetariums nachhaltig beeinflussen.