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Geologische Abläufe sichtbar machen

Der Wasserkreislauf ist ein komplexer und dynamischer Prozess, abhängig von geologischen Gegebenheiten, Klima und, nicht zuletzt, von menschlichen Eingriffen. Dies im Unterricht anschaulich und verständlich darzustellen ist eine große Herausforderung, nicht zuletzt weil die meisten Lehrbücher nur statische Schemata darstellen. Der Geologe und Pädagoge Mathias Faller entwickelte deshalb das Geowindow; ein Modell, mit dem Lehrer und Schüler komplexe geologische und biologische Phänomene dynamisch nachbilden, manipulieren und beobachten können. Ein geowindow besteht aus einem nach oben geöffneten Rahmen, der zwei Glasfenster umfasst. Von oben oder über die seitlichen Ventile kann man mit verschiedenen Materialien wie Sand, Gestein oder Naturmaterialien selbständig verschiedene Szenarien schrittweise imitieren, zum Beispiel vulkanische Aktivität, Grundwasser in verschiedenen Gesteinsschichten und Bodenarten, die Tektonik des Oberrheingrabens oder die Entstehung von Ressourcen wie Erdgas oder Erdöl.

Im Projekt entwickelte Matthias Faller das Geowindow zur Serienreife und ergänzte einzelne Komponenten. Mit einem mobilen Bildungsmodul zum Thema Grundwasser und Wasserkreislauf stellte er das Geowindow an rund 100 Schulen, Bildungseinrichtungen, Hochschulen und Veranstaltungen vor. Mit Erfolg, nicht nur in Deutschland. Auch Bestellungen aus Tschechien, England und den Niederlanden sind schon eingegangen.

Drei wesentliche Erkenntnisse:

•Ohne die Förderung aus dem Innovationsfond Klima & Wasserschutz und die Kooperation mit badenova bei der Bildungsarbeit hätte das geowindow keine Chance für eine erfolgreiche Weiterentwicklung und Markteinführung gehabt.

•Geowindow schließt eine Lücke in der didaktischen Vermittlung von Geosystemen, Stoffkreisläufen und macht die Themenkreise Grundwasser und nachhaltige Entwicklung für alle Altersstufen begreifbar.

•Die geowindow-Termine brachten Menschen jeden Alters zusammen, regten an zum Lernen und Austausch zur nachhaltigen Entwicklung und zur Weiterentwicklung des GeoWindow.

Weiterführende Informationen und anschauliches Bildmaterial finden Sie auch auf der Projektseite des Herstellers.

Projektdaten

Projektnummer 2016-06
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger geowindow-Verlag
Laufzeit April 2015 bis Juni 2018
Zuschuss 130.055

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Nachhaltigkeit säen und ernten - Private Honorierung ökologischer Maßnahmen bei landwirtschaftlich genutzten Böden
Freiburg

Anreizangebot für ökologische Bodennutzung

Das Projekt setzt bei der Idee an, dass auch private Direkthonorierungen eine Möglichkeit sind, ökologische Verbesserungen bei der Nutzung von Boden zu erreichen. Für diesen Zweck soll ein regionales Honorierungsangebot entstehen, das zwischen beiden Seiten vermittelt. Die Anbieter (meist Landwirte) sollen für konkrete Maßnahmen honoriert werden, die die Resilienz von Böden und die CO2-Speicherfähigkeit erhöhen, die Auswaschungsgefahr von Nitrat senken oder der Entwicklung „ausgeräumter Landschaften“ und dem Verlust von Biodiversität entgegenwirken. Das Projekt erarbeitet ein Bewertungsmuster für erste konkrete Maßnahmen. Parallel dazu werden regelmäßige Aktionskreise gebildet (einmal mit Menschen aus Unternehmen und einmal mit Schülern) mit dem Ziel, über das Konzept der „Denkkultur Nachhaltigkeit“ neue Denkprozesse anzustoßen, die sowohl auf das eigene Umfeld, als auch auf die Situation der Landwirtschaft und die Idee der Direkthonorierung gerichtet sind. Die Ergebnisse dieser Kommunikationsplattformen sind gleichzeitig Einstiegshilfen, um die Initiative in der breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und auch hierdurch Aufklärung zu leisten. Mehr Informationen finden Sie auf folgender Webseite . ++ Am 13.9.2019 starteten die Gesprächsrunden mit mehreren Betrieben (siehe auch Bild im Download-Bereich) in und um Freiburg, das heißt Gelegenheit für Denkkultur-Experimente über ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit im Betrieb – nach innen und außen. Dabei geht es insbesondere um die Frage: Welche Schlüsselwege zu mehr Nachhaltigkeit finden Mitarbeitende für ihren Betrieb und ihr Umfeld? ++ ++ Aus dem Projekt heraus wurde nun als eine Maßnahme die Crowd-Funding-Aktion "Ein Handschlag mit Landwirten und Bürgern" initiert. Diese läuft noch bis zum 06.06.2020 und bietet allen die Möglichkeit einen Beitrag zur ökologischen Nachhaltig zu leisten. Wenn Sie das Projekt unterstützen wollen, können Sie dies direkt auf der Plattform von ecocrowd machen. ++

Brot und Energie in der Umkircher Mühle
Umkirch

Brot und Energie in der Mühle Umkirch

Nach fast 10-jähriger Renovierungsarbeit öffnete 2009 die historische Umkircher Mühle wieder für die Öffentlichkeit. Seither führt ein ehrenamtlicher Förderverein Führungen und Veranstaltungen durch, die den Weg vom Korn über das Mehl zum fertigen Brot zeigen. Für einige Jahre lief das Wasserrad nur noch zu Demonstrationszwecken. Die Energie für Mahlen und Backen bezog die Mühle stattdessen aus dem öffentlichen Stromnetz. Mit Hilfe des Innovationsfonds baute der Förderverein ein modernes System bestehend aus Mühlrad, Generator und intelligentem Stromspeicher. Ein neues Getriebe übersetzt die niedrige Drehzahl des Wasserrades auf die erforderliche Drehzahl des Generators. Der Stromspeicher ermöglicht es, den Strombedarf der Mühle unabhängig vom Wasserangebot und Lauf des Mühlrads zu decken. Aus der Integration von moderner Speichertechnologie und historischer Anlage ergaben sich besondere Herausforderungen. So stellte sich beispielsweise heraus, dass das 2009 eigentlich nur für Demonstrationszwecke neu eingesetzte Mühlrad für die Energieerzeugung nicht optimal dimensioniert war, was durch eine verbesserte Übersetzung korrigiert werden konnte. Zusätzlich erweitert der Förderverein sein Bildungsangebot. Besonders Schulklassen und Kindergartengruppen sind die Zielgruppe dieser Veranstaltungen, die das Bewusstsein um den Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelproduktion und Energieverbrauch fördern. Die Kinder lernen durch Präsentationen und am praktischen Beispiel Wasser als umweltfreundliche Energiequelle kennen, besichtigen den Mahlvorgang und backen anschließend mit dem frisch gemahlenen Mehl im mühleneigenen Ofen frische Brötchen und Mühlenmäuse. Mit dem Einsatz moderner Technologien im historischen Gebäude ist die Umkircher Mühle attraktiver Lernort zum Thema erneuerbare Energien und Nahrungsmittel. Drei wesentliche Erkenntnisse: •Es besteht großes Interesse am Themenkomplex Nahrung und Energie. •Die ingenieurstechnischen Integration von moderner Speichertechnologie und historischer Anlage stellt besondere Herausforderungen und zeigt die Möglichkeiten von alten Kleinkraftwerken. •Bei der Wahl des Akkus ist auf ein Modell zu achten, dass Energieerzeugung und Speicherbedarf angepasst ist.

"Die Gläserne Baustelle"
Teningen

Gläserne Baustelle demonstriert Sanierungstechnik

Zwar sind Energiespartechniken im Bausektor mehr und mehr in den Medien präsent, vielen ist aber noch nicht bewusst, wie sehr man bei Altbauten Energie einsparen kann. Auch dass Bund und Länder mit Zuschüssen und vergünstigten Krediten bei den Baumaßnahmen helfen, ist oft nicht bekannt. An einem sanierungsbedürftigen Gebäude in Teningen, das Handwerker und Experten in ein energieeffizientes Haus umbauten, richtete die Energieagentur Regio Freiburg gemeinsam mit dem Landkreis Emmendingen deshalb eine ‚gläserne Baustelle’ ein. Während der Bauzeit bot das Projekt Vorträge auf der Baustelle an, danach veranstaltete die Energieagentur mehrtägige Fortbildungsseminare zu Themen wie Energieausweis oder innovative Heiztechnik und erstellte eine Filmdokumentation auf DVD. Gleichzeitig informiert die projekteigene Webseite über die Fortschritte. Interessierte finden dort auch Links und Literatur zum Thema energieeffizient Sanieren sowie eine Liste mit Energieberatern aus der Region. Nachdem ein Energiegutachten den Bedarf des Gebäudes festgestellt hatte, dämmten Handwerker beispielhaft die Außenwände und den Keller und setzten Energiesparfenster ein. Neue Balkone und eine kontrollierte Lüftungsanlagen in Küchen und Bädern werten die Gebäude auch für die Mieter auf. Eine Photovoltaikanlage liefert 15.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr. Das renovierte Haus spart pro Jahr 15.000 Kilowattstunden Erdgas ein, was 70 Prozent des bisherigen Verbrauchs ausmacht. Indem sie energieeffizientes Sanieren am praktischen Beispiel demonstriert und die Ergebnisse aktiv einer breiten Öffentlichkeit vermittelt, ist die ‚gläserne Baustelle’ ein weit über Teningen hinaus wirkendes Beispiel für Hausbesitzer, Handwerker und Architekten. Mehr Informationen auf der Homepage der gläsernen Baustelle .