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Innovatives Wassersparen in Sportvereinen

Mit ihren Rasenflächen und sanitären Anlagen verbrauchen Sportvereine oft hohe Wassermengen. Für den Freiburger Sportverein Blau-Weiß war das Anlass, am eigenen Beispiel zu untersuchen, wie Vereine ihren Verbrauch umweltfreundlicher gestalten können.

Ein eigener Brunnen kam wegen dem sinkenden Grundwasserspiegel nicht in Frage, Regenwasser hingegen bot ein großes Potential. Dazu untersuchte das Freiburger Institut für Hydrologie, wie viel Regen überhaupt auf dem Gelände anfällt und ob die Menge ausreicht, um Sportplätze oder Toiletten zu versorgen. Zwar fällt auf einer Dachfläche von etwa 1000 Quadratmetern Regen an und gelangt in eine Zisterne. Um die Spielfelder zu bewässern, reicht dies jedoch bei weitem nicht aus. Nur mehr Dachflächen und größere Zisternen könnten die über 6000 Kubikmeter, die der Verein jährlich benötigt, liefern. Da dies zu kostspielig ist, verwendet der Verein weiterhin das öffentliche Wasser. In den Sommermonaten jedoch sprengt er die Plätze nur noch einmal wöchentlich intensiv anstatt wie bisher täglich .

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam das Projekt für die sanitären Anlagen. Weil Regenwasser stärker mikrobiologisch belastet ist, eignet es sich nicht für die Duschen. Für die Toiletten würde die Menge ausreichen, allerdings wäre es finanziell nicht lohnend, die Anlagen umzurüsten.

Während es sich also im Endeffekt als wenig lohnend herausstellte, Regenwasser in großem Maßstab zu nutzen, spart der Verein jetzt Wasser und Kosten durch seine modernisierten sanitären Anlagen. Sie zeigen besonders den jungen Vereinsmitgliedern, wie man verantwortungsvoll mit Ressourcen umgeht. Beispielhaft ist auch die neue Zisternenanlage, die ungebrauchtes Wasser im Boden versickert und so die Kanalisation entlastet. Mit ihrem umfassenden Ansatz hilft die Studie anderen Vereinen bei ähnlichen Entscheidungen.

Projektdaten

Projektnummer 2001-05
Projektart Forschung und Studien
Projektträger Stadt Freiburg Umweltschutzamt
Laufzeit Juni 2002 bis Dezember 2002
Zuschuss 10.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Solare Fernwärmeversorgung Freiburg Gutleutmatten
Freiburg

Solare Fernwärmeversorgung im Neubaugebiet Freiburg Gutleutmatten

Energieeffiziente Neubauten verbrauchen im Sommer kaum Heizenergie; der größte Posten für die Wärmeversorgung ist dann das Warmwasser. Das Freiburger Neubaugebiet Gutleutmatten kombiniert deshalb den Anschluss ans Fernwärmenetz mit solarthermischen Anlagen auf allen Gebäuden mit ihren etwa 500 Wohneinheiten. Diese Kombination bietet etliche Vorteile, wird aber bisher selten zusammen eingesetzt. Das Projekt der badenova WärmePlus zeigt jetzt Wege auf, Fernwärme und Solarthermie effizient miteinander zu verknüpfen. Je weniger Wärme die Wohneinheiten aus dem Fernwärmenetz beziehen, desto höher ist der relative Wärmeverlust im Netz. Deshalb schaltet das innovative System, gesteuert von einer zentralen Anlage, je nach Bedarf, das Wärmenetz ab und auf Wärme aus den etwa 40 Solaranlagen mit 2000 Quadratmetern Kollektorfläche um. Um den Wechsel zwischen beiden Systemen störungsfrei und energieeffizient durchzuführen ist eine besondere Regelstation nötig. Diese stellt sicher, dass Restwärme optimal genutzt wird und gleicht Druck- und Temperaturunterschiede aus, indem sie beispielsweise die Rohrleitungen nach einer Passivphase langsam wieder anwärmt. Auch die konsequente Ausstattung aller Gebäude mit Solaranlagen stellt die Planer vor eine Herausforderung. Hohe und schmale Gebäude beispielsweise haben nur wenig Dachfläche im Verhältnis zu ihrem Wärmebedarf. Mehrere Optionen ermöglichen es, auch diese Gebäude im Sommer allein mit Solarwärme zu versorgen: Hochwertigere Kollektoren bieten einen höheren Solarertrag, zusätzliche Wärme könnte über das vorhandene Netz von anderen Gebäuden bereitgestellt werden oder ein Durchlauferhitzer den restlichen Wärmebedarf decken. Das Projekt prüft, welche dieser Alternativen technisch, wirtschaftlich und ökologisch am sinnvollsten sind. Außerdem testen die Planer unterschiedliche zentrale und dezentrale Anlagen, um das Warmwasser möglichst effizient konstant auf die erforderlichen 60°C aufzuheizen. Gegenüber einer Fernwärmeversorgung ohne Solaranlagen spart das Projekt pro Jahr etwa 800 MWh an Energie oder 42 Tonnen CO2 ein. Mit Führungen und Informationsveranstaltungen stellen badenova Wärmeplus und der Forschungspartner Fraunhofer ISE die Anlage und Forschungsergebnisse vor. Das Projekt zeigt damit Wege auf, bestehende Fernwärmenetze mit Solarthermie zu kombinieren und so dem Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung näher zu kommen.

Arzneimittel in der aquatischen Umwelt
Freiburg

Arzneimittelrückstände im Abwasser

Pro Jahr verbrauchen die Deutschen 38.000 Tonnen pharmazeutischer Wirkstoffe. Weil sie oft unsachgemäß entsorgt werden, gelangen Spuren davon über Kanalisation und Kläranlage in den Wasserkreislauf. Besonders häufig sind Desinfektions- und Kontrastmittel sowie Antibiotika oder das Antidiabetikum Metformin. In zwei Modellgebieten in der Region Freiburg identifizierten das Technologiezentrum Wasser Karlsruhe und das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Uniklinik Freiburg deshalb exemplarisch alle Quellen, die das Trinkwasser mit Arzneimittelspuren verunreinigen. Die gefundenen Konzentrationenlagen lagen mindestens 10.000fach unter der niedrigsten Dosis, in der Menschen das jeweilige Arzneimittel einnehmen. Die Experten stellten aber fest, dass Bakterien einige Wirkstoffe, die den menschlichen Stoffwechsel unverändert passieren, in der Kläranlage umwandeln. So entstehen neue Stoffe, deren Verhalten man bisher nicht voraussagen kann. Nicht die Krankenhäuser, in denen es ohnehin möglich ist, Medikamente professionell zu entsorgen, sondern die Privathaushalte verbrauchen die meisten Arzneimittel, so die Studie. Deshalb betont sie, wie wichtig es ist, die Menschen dafür zu sensibilisieren, nicht gebrauchte Medikamente verantwortungsvoll zu entsorgen. Weiterhin empfehlen die Experten Ärzten, möglichst umweltfreundliche Stoffe zu verschreiben. Zwar sind viele Stoffe nicht abbaubar, Laborversuche zeigten aber, dass konventionelle Verfahren wie Oxidation oder Aktivkohlefiler die Mehrzahl von ihnen entfernen.