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Kälte aus Abwärme

Um ihre Ladung zu kühlen, brauchen LKW im Regionalverkehr pro Stunde circa zwei bis drei Liter Diesel. Die Idee für eine innovative Kühlanlage der Sortech AG zielte darauf ab, den Verbrauch um 40 Prozent zu senken. Weil sie die Wärme aus dem Kühlwasser nutzt, benötigt das System kaum zusätzliche Energie und verbessert, integriert in die konventionelle Anlage, deren Wirkungsgrad. Ursprünglich vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme für thermische Solaranlagen entwickelt, verstärkt bei diesem innovativen Prinzip eine Sorptionspumpe den Kältekreislauf. Dazu wird der herkömmlichen Kälteanlage das innovative System vorgeschaltet. Wenn heiße Luft aus der Kühlanlage über das synthetische Granulat der Pumpe fließt, sinkt dessen Temperatur stark ab und gefriert eine Wassersubstanz zu Eis. Dieses Eis wiederum erzeugt kalte Luft, die die Anlage zum Kühlen verwendet.

Weil sie ihren Prototyp wegen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht in LKW testen konnten, entwickelte Sortech ein verbessertes, kompakteres Modell, das als stationäre Klimaanlage dient. Seit 2006 kühlt eines davon im Praxistest den Seminarraum der Gewerbeakademie Freiburg.

Mehr Informationen auf der Homepage von SorTech.

Projektdaten

Projektnummer 2003-04
Projektart Forschung und Studien
Projektträger SorTech AG
Laufzeit Januar 2003 bis Juni 2006
Zuschuss 250.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

RIZ Regionales Energiezentrum für Energietechnik
Offenburg

Regionales Innovationszentrum für Energietechnik

Mit dem Projekt RegioWIN, gefördert vom Land Baden-Württemberg und der EU im gleichnamigen Förderprogramm, verfügt die Region Südbaden über eine wichtiges Instrument, um die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsbereitschaft der regionalen Industrie zu stärken. Das Gemeinschaftsprojekt RegioWIN wird getragen vom Verein Klimapartner Oberrhein und unterstützt durch den badenova Innovationsfonds. Das Leuchtturmprojekt „Vernetzte Energie“ bringt Partner aus Industrie und Forschung zusammen und investiert in Infrastruktur und Wissenstransfer. Ein weiterer Baustein von RegioWIN ist das Regionale Innovationszentrum für Energietechnik (RIZ), getragen von der RIZ-Energiestiftung, an der mehrere regionale Unternehmen, darunter auch badenova beteiligt sind. Zukünftiger Sitz des RIZ-Energie ist ein neues Gebäude mit großem Technikum auf dem Hauptcampus der Hochschule Offenburg. Das im Passivhausstandard entstehende Gebäude deckt seinen Energiebedarf für Heizen, Kühlen, Lüften und Beleuchtung ausschließlich über die eigene Photovoltaikanlage und verfügt über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Nach der geplanten Eröffnung 2019 können Wissenschaftler und Studenten hier an 40 innovativen Arbeitsplätzen forschen und neue Entwicklungen in den Bereichen Energie, Umwelt und Ressourceneffizienz verfolgen. Besondere Schwerpunkte setzt die Hochschule bei den Themen regenerative Energiesysteme, Wasserstofftechnik, Gasanalytik, Biomasse, Strömungsmechanik und energieeffiziente Antriebskonzepte. Mit dem RIZ-Energie bauen die Hochschule Offenburg und die stiftenden Unternehmen die regionalen Forschungskapazitäten im Bereich Umwelt- und Energiewissenschaften weiter aus und tragen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit bei. Mehr Informationen auf der Webseite des RIZ-Energie .

Realisierung eines "virtuellen" PV-Kraftwerkprototyps im badenova Stromnetz für die Einsatzplanung von regenerativen Stromgeneratoren und dezentralen KWK-Anlagen
Freiburg

Virtuelles Kraftwerk

Seit der Gesetzgeber 1998 den Strommarkt liberalisierte, hat sich dieser stark verändert Neben den großen kommerziellen Anbietern speisen, unterstützt von diversen Förderprogrammen und dem erneuerbare Energien-Gesetz, auch immer mehr gewerbliche und private Kleinanlagen ihren aus regenerativen Quellen erzeugten Strom ins Netz ein. Die zahlreichen dezentralen, unregelmäßig produzierenden BHKW, Wind- ,Wasserkraft- oder Solarstromanlagen machen es für die Netzbetreiber zunehmend schwierig, die jeweils verfügbare Strommenge optimal vorherzusagen und zu steuern. Die Folge sind beispielsweise unerwünschte Stromspitzen. Ein Forschungsvorhaben von badenova und dem Freiburger Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme vernetzte deshalb die dezentralen Anlagen im badenova-Netz zu einem ‚virtuellen Kraftwerk’, dass die einzelnen Standorte zu einem effizienterem, besser koordinierten System zusammenfasst. Erstmals erprobten die Wissenschaftler ihre erarbeiteten Konzepte und Algorithmen in einem größeren Verteilnetz, in dem alternative Energiequellen stark vertreten sind. Anhand von Lastverläufen und Wetterprognosen erarbeitete das Team einen Betriebsführungsassistenten für die Leitwarten der Verteilnetzbetreiber wie Badenova. Diese stehen als Schnittstelle zwischen dem Verbraucher und dem dezentral erzeugten Strom. Indem es den Leitwarten hilft, das System effektiver zu steuern, machen sie das Netz stabiler und erlauben es, flexibler auf den Strommarkt zu reagieren. Mehr Informationen im Abschlussbericht und auf der Homepage des Fraunhofer ISE .

Wärmerückgewinnung und Wasserrecycling aus Grauwasser
Offenburg

Wenn Abwasser zum Rohstoff wird

Der Durchschnittsdeutsche verbraucht 128 Liter Wasser am Tag, davon entfallen etwa 46 Liter auf die Körperpflege, also beispielsweise Baden oder Duschen. Energieintensiv erhitzt ist dieses nur leicht verschmutzte Grauwasser zu schade um ungenutzt als Abwasser in die Kanalisation zu fließen. Bisherige Wasserrecyclinganlagen nutzen aber bisher entweder nur dessen Restwärme, um damit Brauchwasser zu erhitzen oder reinigen das Grauwasser, um es beispielsweise für Waschmaschine und Toilettenspülung wieder zu verwenden. Seit 2006 entwickelte die Firma Pontos ein Gesamtsystem, das anschließend in einem Studentenwohnheim im Freiburger Stadtteil Vauban eine zweijährige Testphase durchlief. Das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe begleitete den Testbetrieb. Dabei durchläuft das warme Grauwasser einen speziellen Wärmetauscher, in dem es seine Wärme an das zu erwärmende Trinkwasser abgibt. Um das biologisch-physikalisch Wasser anschließend aufzubereiten, nutzte die Firma Pontos das System AquaCycle. Die kompakte, einfach zu bedienende Anlage filtert das Grauwasser vor und reinigt es zweifach durch Biokulturen, um es schließlich mit UV-Strahlen zu hygienisieren. Nach dem Wärmetauscher hat das Wasser noch etwa 10 Grad, was die biologischen Abbauprozesse erschwert, die bisher mit 20 bis 30 Grad abliefen. Obwohl die niedrigere Temperatur die Biokulturen weniger leistungsfähig macht, stellten die Experten fest, dass die Anlage immer noch effizient genug läuft. Wasserfiltration und Wärmerückgewinnung zu kombinieren bietet mehrere Vorteile: Weil die Bewohner weniger Trinkwasser verbrauchen und Abwasser in die Kanalisation leiten, sinkt die Wasserrechnung. Außerdem braucht die die Heizung weniger Energie um das schon vorgewärmte Trinkwasser zu erhitzen. Das Trinkwasser zu erwärmen macht bei einem Niedrigenergiehaus 40 Prozent des Energiebedarfs aus, bei einem Passivhaus sogar mehr als die Hälfte. Für das Freiburger Wohnheim sank der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung um 20 Prozent. Außerdem ersetzte das Grauwasser das Trinkwasser für die Toilettenspülung fast vollständig.