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Prima Klima in Kirchen

Als historische Gebäude sind Kirchen besonders schwer zu heizen. Aus Gründen des Denkmalschutzes kommen auch die üblichen Maßnahmen, mit denen man Wohnhäuser isoliert, oft nicht in Frage. Gleichzeitig wissen die Gemeinden um die speziellen Anforderungen ihrer Gotteshäuser: Kirchenbesucher sollen sich wohl fühlen, die empfindlichen Teile der Orgel wie auch das Kircheninventar, darunter Gemälde oder historische Altare, brauchen eine gewisse Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Die Erzdiözese Freiburg hat das Problem erkannt und nahm 2006/07 am Projekt ‚Prima Klima’ teil, bei dem Messungen und Energieberatungen bereits Wege aufzeigten, wie sich Energie einsparen lässt. Nun erarbeitete sie in einem weiterführenden Projekt ein Aktionsprogramm für diejenigen Kirchen, bei denen zu trockene oder zu feuchte Luft das kulturhistorisch wertvolle Inventar gefährdet. In 25 dieser ‚Problemkirchen’ zeichneten Messgeräte Daten zu Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf. Mit Hilfe der Daten erarbeiteten Experten der Freiburger Energieberatungsfirma econzept einen Maßnahmenkatalog mit konkreten Anleitungen zum Heizen und Lüften.

Die Broschüren, veröffentlicht auf der Homepage des Bistums und einer Fachtagung im April, sind Vorbild, wenn es darum geht in historischen Gebäuden Energie zu sparen.

Projektdaten

Projektnummer 2008-10
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger Erzbischöfliches Ordinariat
Laufzeit bis Mai 2011
Zuschuss 248.408

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Luginsland 2012 - ein modernisiertes Schullandheim, das Tradition 	und eine CO2-neutrale Zukunft verbindet
Freiburg

CO2-neutrales Schullandheim Luginsland

Seit Jahrzehnten sind die Schullandheimwochen im Haus Luginsland Tradition am Freiburger Kepler-Gymnasiums. Dort führt die Schule beispielsweise Seminare und Projekte zum Thema soziales und demokratisches Lernen durch. Das 85 Jahre alte Gebäude im typischen Schwarzwaldstil war aber seit einiger Zeit sanierungsbedürftig, die veraltete Anlagentechnik stieß pro Jahr 56 Tonnen CO2 aus. Als besonders anspruchsvoll erwiesen sich die Dämmung der Außenwände und der Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ohne den charakteristischen Baustil zu verändern. Das Ergebnis zeigt aber, dass sich eine energetische Sanierung auch für historische Schwarzwaldhäuser lohnt. Ergänzend zur Sanierung erarbeiten Eltern, Schüler, Lehrer und der ehrenamtliche Trägerverein ein Konzept, das das sanierte Landschulheim zu einem Bildungszentrum für Umweltthemen macht. Die direkte Umgebung des Luginsland eignet sich besonders, um Themen rund um die Natur zu vermitteln. Auf 1284 Metern mitten im Naturschutzgebiet Schauinsland gelegen, ist das Haus Teil einer Kulturlandschaft, die es zu bewahren gilt. In diesem Umfeld, das das Bewusstsein für Natur und Umwelt sensibilisiert, lernen die Schüler in fachübergreifenden Projekten mehr über die Schwarzwaldflora und Fauna oder über die Rolle des Waldes in Geschichte und Wirtschaft. Das Angebot steht auch Partnerschulen des Kepler-Gymnasiums und anderen interessierten Gästen offen. Die Schülerfirma POL (Pimp our Luginsland) gestaltete eine Homepage, die über die Sanierung berichtete und diese mit verschiedenen Aktionen unterstützte.

Solarthermie-Initiative Freiburg mit Pilotprojekt "Klimafreundliche Wärmeversorgung eines denkmalgeschützten Mehrfamilienhaus-Ensembles mit innovativer Solarthermieanlage"
Freiburg

Solarthermie-Initiative Freiburg. Solarthermie in denkmalgeschützten Gebäudekomplexen

Das hinter der Energiewende vor allem auch eine Wärmewende steckt, wird oftmals noch ausgeblendet. Die Stadt Freiburg und der Bauverein Braisgau eG haben dies in den Mittelpunkt ihres Projektes gestellt und gehen zukunftsweisend vorran. In Mehrfamilienhäusern werden solarthermische Anlagen zur Unterstützung der Heizanlagen noch selten genutzt. Mit einem Pilotprojekt machte die Freiburger Solarthermie-Initiative diese bewährte Technik einem weiteren Publikum bekannt und zeigte Wege auf, um Energie und Kosten zu sparen und Investitionshemmnissen zu überwinden. Dazu sanierten die Stadt Freiburg zusammen mit dem Bauvereins Breisgau eG und dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) ein denkmalgeschütztes Gebäude als Modellprojekt, an dem sie verschiedene Techniken und Herangehensweisen demonstrierten. Die Etagenheizungen des fast hundertjährigen Freiburger Gebäudekomplexes in der Emmendinger Straße wurden im Laufe des Projektes durch eine zentrale und klimafreundliche Anlage ersetzt. Auf etwa 200 Quadratmetern Dachfläche installieren sie Solarkollektoren, die optimal in die historische Architektur integriert werden. Ein Mikrowärmenetz verteilt die Heizwärme auf die zehn Häuser. Um auch den restlichen Wärmebedarf möglichst ökologisch bereit zu stellen wurde ergänzend ein BHKW installiert und in das Gesamtsystem integriert. Dies ermöglicht durch einen eigens hierfür aufgesetzten Mieterstromvertrag die überwiegende Mehrheit an Wohnungen neben der Wärmeversorgung auch mit eigenerzeugtem Strom zu versorgen. Das Fraunhofer ISE begleitete die Bauarbeiten, analysierte die Solarerträge und bietet Lösungen für anfallende Probleme. Aus diesen Daten erstellten die Wissenschaftler anschließend Empfehlungen für Handwerksbetriebe sowie für Hausbesitzer, die eine solarthermische Anlage in Erwägung ziehen. Dies war Teil des zweiten Projektschrittes, der die rechtlichen, systemtechnischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte auf allgemeiner Ebene analysierte und in verschiedenen Veranstaltungen und Publikationen einer breiten Öffentlichkeit vermittelte. Hausbesitzer und Handwerker konnten so erfahren, unter welchen Bedingungen sich eine solarthermische Anlage lohnt, wie sich diese am besten in bestehende Gebäudestrukturen einbinden lässt und welche Vorteile sich für Mieter und Vermieter ergeben. Die neue Solarthermieanlage in der Emmendinger Straße wird pro Jahr etwa 80 MWh Wärme erzeugen, damit 10.000 m3 Erdgas ersetzen und so etwa 20 Tonnen CO2 einsparen. Darüber hinaus leisten die Projektpartner wichtige Vorarbeit, um wie geplant bis 2020 17% des Raumwärmebedarfs in Freiburger Wohngebäuden aus erneuerbaren Energien zu decken. Weitere Informationen können Sie dem beigefügten Abschlussbericht entnehmen. Drei wesentliche Erkenntnisse: Die Ausstattung einer Wohnungsübergabestation hat entscheidenden Einfluss auf die Effizienz der Solarthermienutzung. Wesentlich ist ein temperaturge-steuerten Regler, sodass die Rücklauftemperatur im Primärkreis auch bei kurzzeitigen Zapfvorgängen konstant niedrig und damit die Temperatursprei-zung im Speicher hoch gehalten werden kann. Solarthermie und BHKW können sich gut ergänzen. Insbesondere im Sommer bot die Kombination der beiden Wärmequellen Vorteile, da der Heizkessel hier so gut wie vollständig außer Betrieb war. Dadurch wird ein ineffizient hohes Takten des Kessels vermieden, was sonst für diesen Zeitraum typisch ist. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Funktionieren des Gesamtsystem und Erreichen der Sollwerte war die vollständige regelungstechnische Vernetzung von Solarthermie, BHKW und Kesselanlage sowie des hydraulischen Netzes mit Pumpen, Ventilen und Fernüberwachungssystem.