• Klimapflanzschule - Bäume für den Klimaschutz

    Von der Saatgutgewinnung über die Pflanzung bis hin zur Verschulung und Ernte – mit der Klimapflanzschule legen Schülerinnen und Schüler ihre eigene Baumschule an und engagieren sich damit aktiv für den Klimaschutz in der Region. Das praxisnahe Umweltbildungsprojekt erhält aufgrund seiner Vorbildhaftigkeit eine Förderung aus dem badenova Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz.

    Den Wald erleben mit allen Sinnen

    Baumkunde - das große Bäume 1x1

    Unter Anleitung durch Personal der Stiftung Waldhaus gewinnen die Schülerinnen und Schüler dafür das Saatgut für klimaresistente Baumarten im Stadtwald, pflanzen, pflegen und „verschulen“ die jungen Bäume und sind auch bei der Auspflanzung dabei. Diese stufenweise Entwicklung macht biologische Phänomene und ökologische Zusammenhänge anschaulich sichtbar und sensibilisiert die Schüler für einen verantwortungsvolleren Umgang mit natürlichen Ressourcen. So lernen sie beispielsweise, wie lange verschiedene Baumarten brauchen, um hiebreif zu werden, also eine Höhe von 30 bis 60 Metern zu erreichen.

    Ziel des ganzheitlichen und praxisorientierten Umweltbildungsprojekts ist es, durch den Aufbau und die Pflege der eigenen Baumschule die Bedeutung des Waldes als Lebensraum und seine Rolle in Bezug auf den Klimawandel zu verstehen. Dabei steht insbesondere die Bewusstseinsbildung für den Schutz unserer Wälder und die langfristigen Folgen des eigenen Handelns im Fokus. Durch das Heranziehen klimaresistenter Baumarten leisten sich zudem selbst einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Auch badenova hat sich als regionale Energie- und Umweltdienstleister den aktiven Klimaschutz auf die Fahne geschrieben und unterstützt das Umweltbildungsprojekt mit 129.383 Euro aus dem Fördertopf des Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz.

    Über drei Jahre hinweg, von der 5. bis zur 7. Klasse, verbringen die Schülerinnen und Schüler jährlich etwa fünf Aktionstage mit dem Projekt. Dabei stehen auch Exkursionen zu örtlichen Baumschulen, Forstbetrieben und Forschungsinstitutionen auf dem Programm.

    Projektbestandteile

    Was bisher geschah:

    • Jede Klasse hat ein eigenes Pflanzbeet zugewiesen bekommen, für das sie bis Projektende zuständig sind. Hierdurch sollen die Kinder einen Bezug zu „ihren“ Bäumen aufbauen können.
    • Die Beetpflege hat begonnen: Die ersten Sämlinge wurde von den Schülerinnen ausgesät. Zur Pflege gehört auch das regelmäßige Gießen und Befreien der Beete von Unkraut. Da nicht immer Schulklassen vor Ort sein können, übernehmen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Waldhaus die Pflege zwischendurch.
    • Durch den sehr trockenen und heißen Frühling und Sommer hat sich bald abgezeichnet, dass nicht so viele Samen sprießen. Da die langanhaltende Hitzeperiode erste Auswirkungen des Klimawandels ankündigt, war das Thema vor den Sommerferien 2018 „Wetter und Klima“. Hierzu haben die Schülerinnen und Schüler Temperaturen an verschiedenen Stellen gemessen, das Tageswetter beurteilt und das Mikroklima kennengelernt, um es anschließend über einen Vergleich zwischen Wald, Beet und Wiese einzuschätzen. Hier konnten die Auswirkungen des Klimawandels gleich miterlebt werden.
    • Bei einer Exkursion im Winter gemeinsam mit einem Förster des Naturpark Südschwarzwald konnten die Klassen sich am Feldberg mit der ursprünglichen Landschaft des Schwarzwaldes, dem Spannungsfeld zwischen Naturschutz und der Nutzung des Waldes als Erholungsraum, sowie mit den heimischen Tieren beschäftigen.
    • Um die Bodenstruktur zu verbessern wurde im Frühjahr 2019 Humus in die Beete eingearbeitet und diese für das Bepflanzen vorbereitet. Da die Hitze im Vorjahr viele der gesäten Samen nicht aufgehen lies, mussten mit Hilfe von auszubildenden Forstwirten einjährige Sämlinge aus dem Wald gezogen werden. Damit konnten 500 Eichen, Buchen und Weißtannen aus dem Stadtwald gewonnen werden, zusätzlich wurden noch Elsbeere, Douglasie und Winterlinde hinzugekauft, so dass insgesamt 1500 Bäume für Schülerinnen und Schüler zum Pflanzen bereitstanden.
    • Neben den Projektklassen gab es in diesem Jahr auch Klassen, die eine „Klimaschulintensivwoche“ durchliefen, bei der sie den Wald mit all seinen Aspekt kennenlernen konnten.
    • Über die Zeit hinweg wurde auch ein Brunnen in der Nähe der Beete gebaut, wodurch das Bewässern enorm vereinfacht werden konnte. Außerdem gibt es nun auch Bänke neben den Beeten, für die kleine Pause zwischendurch.
    • Im dritten Projektjahr stehen nun die Auspflanzungen der herangewachsen Jungbäume in den städtischen Wald an. Begonnen wird damit Ende März. Hier können nun die Schülerinnen und Schüler ihre Schützlinge dort auspflanzen, wo diese dann in den nächsten Jahrzehnten zu stattlichen Bäumen heranwachsen und viel CO2 aufnehmen dürfen.

    Über Waldhaus

    Das WaldHaus Freiburg wurde im Herbst 2008 als Umweltbildungseinrichtung mit dem Themenschwerpunkt Wald und Nachhaltigkeit eröffnet. Ziel des WaldHauses Freiburg ist es, Bürgerinnen und Bürgern das Ökosystem Wald mit seinen multifunktionalen Rollen für die Gesellschaft näher zu bringen, für sie Wichtigkeit des Waldes zu sensibilisieren und damit ein Bewusstsein für eine nachhaltige und naturverträgliche Nutzung des Waldes zu schaffen. Durch erfahrene Pädagoginnen und Pädagogen sollen insbesondere Schülerinnen und Schülern an den Wald mit all seinen schützenswerten Funktionen herangeführt werden. Erfahren Sie mehr über die Umweltbildungseinrichtung und seine Angebote:

    Über den Innovationsfonds

    Der badenova Innovationsfonds Klima-und Wasserschutz ist in seiner Art einmalig. Jedes Jahr verzichten die Anteilseigener auf 3 Prozent aus dem Unternehmensgewinn, um innovative Klimahelden aus der Region bei der Umsetzung zukunftsweisender Ideen zu unterstützen und ihre Risiken abzusichern. Seit Gründung der badenova im Jahr 2001 wurden dadurch über 30 Millionen Euro in den Klimaschutz investiert und somit über 272 Umweltprojekte durch den Innovationsfonds ermöglicht. Antragsberechtigt sind neben Privatpersonen auch Kommunen, Organisationen und Unternehmen. Erfahren Sie mehr über den Innovationsfonds, die Antragsstellung und seine vielfältigen Förderprojekte:

    Einblicke in weitere Förderprojekte:

    Transformation von (Umwelt-)Bildung, Ausbildungsvorbereitung und regionaler Ernährungssysteme
    Freiburg

    Aquaponik

    Der Antragsteller [p3] hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Flucht - oder Migrationsgeschichte für eine Ausbildung im Handwerk oder Industrie vorzubereiten. Dabei werden die Teilnehmer durch qualifiziertes Personal in den gängigen Fächern unterrichtet und erhalten so die notwendigen Fachkenntnisse und Voraussetzungen zur Ausübung eines handwerklichen Berufes. Der ganzheitliche Ansatz von [p3] geht jedoch über diese klassische Ausbildung hinaus und greift ökologische, kulturelle und soziale Aspekte, die maßgeblich für eine erfolgreiche Integration notwendig sind, auf. Durch den gewählten Ansatz, das Prinzip und den Bau einer aquaponischen Anlage in den Mittelpunkt des Projektes zu stellen, können neben den technischen und handwerklichen Anforderungen auch regional relevante Themen wie Wasserkreisläufe, bewusster Umgang mit Ressourcen, klimatische Auswirkungen auf Ökosysteme und viele weitere Fragestellungen gezielt und vor allem anschaulich thematisiert werden. Dies ermöglicht dem Projekt über die reine Ausbildung wertvolle ergänzende Impulse zur nachhaltigen Integration mitzugeben. Die gewonnen Erkenntnisse im Umgang und Aufbau werden dadurch weiter vertieft, dass die Anlage nach dem Aufbau von den Auszubildenden auch betrieben wird, deren Erzeugnis verkauft werden und die technischen Erfahrungen in die Vermarktung von Anlagen einfließt. Neben der innovativen Umweltbildung wird so die Technologie als nachhaltige Lösung für Pflanzen- und Fischzucht weiter gestärkt. Mehr zu Aquaponik finden Sie hier.