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Ein CO2-frei beheizter Kindergarten.

Auf dem Gelände der ehemaligen französischen Garnison Breisach entstand ein deutsch-französischer Kindergarten, der etwa 20 Prozent weniger Energie benötigt als ein Niedrigenergiehaus. Damit ist das Gebäude, das vollständig ohne fossile Brennstoffe auskommt, Vorbild für andere kommunale Bauten. Wesentliche Elemente sind die Grundwasserwärmepumpe, die 80 Prozent des Wärmebedarfs deckt, die thermische Solaranlage für das Warmwasser und hochwertige Fenster, die verhindern, dass Wärme verloren geht. Außerdem verwendet der Kindergarten Grauwasser für die Toiletten und lüftet über einen Erdwärmetauscher. Indem es verschiedene, mittlerweile etablierte Technologien kombiniert, zeigt das Projekt in welchem Ausmaß auch die vielen Schulen und Kindergarten im Land Energie einsparen können.

Projektdaten

Projektnummer 2002-14
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Stadt Breisach Stadtbauamt
Laufzeit Mai 2002 bis September 2002
Zuschuss 40.147

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Aquaponisches Solares Gewächshaus
Neuenburg

Innovatives Gewächshaussystem mit Fischzucht und Solarstrom

In Neuenburg erprobte die Firma EBF GmbH ein innovatives Gewächshaussystem, in dem durch eine multifunktionelle Photovoltaikanlage Pflanzen- und Fischzucht ganzjährig möglich sind. Das sogenannte Aquaponic System – abgeleitet von Aquakultur für Fisch- und Hydroponik für Pflanzenzucht – kommt dabei weitgehend ohne externe Energiequellen aus. Anders als im herkömmlichen Pflanzenbau, wachsen bei der Hydroponik Pflanzen nicht im Erdreich, sondern in einem speziellen, wasserreichen Substrat, das auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt ist. Das Wasser für die Pflanzenzucht kommt aus den Fischbecken, ist dadurch bereits mit Nährstoffen angereichert und benötigt keine weiteren Dünger. So entsteht ein Wasser sparender, geschlossener Kreislauf mit nur geringer CO2-Emission. Das Gewächshaus ist mit einer ETFE-Folie überzogen, die besonders stabil und selbstreinigend ist und die für das Pflanzenwachstum notwendigen UV-Strahlen durchlässt. Durch die flexiblen Komponenten eignet sich das System für alle Klimastufen und Jahreszeiten. Wird das Gewächshaus zu heiß, verschatten besondere, mit Photovoltaikelementen ausgestattete Lamellen die Pflanzen. Gleichzeitig gewinnen die Lamellen Solarstrom, der das Gewächshaus mit Energie versorgt und es so weitgehend unabhängig von externem Stromquellen macht. Eine Sulphur-Plasma-Lampe fördert das Wachstum im Winter, während ein Wärmeschutzrollo das Gewächshaus bei Bedarf isoliert. Eine spezielle Lichtfolie wandelt zudem grünes Licht, welches Pflanzen nicht für die Photosynthese nutzen können, in rotes, nutzbares Licht um. Je nach Standort – z. B. in heißen Gebieten mit viel Sonnenschein – können einzelne Komponenten ganz wegfallen. Im hessischen Heppenheim betrieb EBF schon eine 50 qm große Pilotanlage, das 350 m³ große Gewächshaus in Neuenburg erprobte das Konzept nun im größeren Stil und machte es einem größeren Publikum bekannt. Die Gewächshäuser eignen sich für Privatleute oder den kommerziellen Anbau und zeigen neue Wege auf, um Lebensmittel autark und nachhaltig zu produzieren. Hat das Projekt Ihr Interesse geweckt? Im Abschlussbericht können Sie nähere Informationen zur Umsetzung und den einzelnen Komponenten erhalten.

Energiepark Hofgut Sternen
Breitnau

Energiepark für nachhaltigen Tourismus am Hofgut Sternen

Einen großen touristischen Betrieb mit 610.000 kWh Strom- und 700.000 Wärmebedarf nachhaltig und autark mit Energie zu versorgen war Ziel des Projektes des Hofguts Sternen in Breitnau zwischen Freiburg und Titisee gelegen. Mit Hotel, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Glasbläserei bietet das Hofgut Schwarzwalderlebnisse für jährlich 12.500 Übernachtungs- und 120.000 Tagesgäste aus aller Welt. In den nächsten Jahren, kommen noch einmal 150 Betten und rund 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche hinzu. Um diesen enormen Betrieb zu versorgen kommt eine Kombination verschiedener regenerativer Energiequellen zum Einsatz. Besonders innovativ ist die Abwasserkraftanlage, gespeist aus der Kläranlage Hinterzarten, die etwa 150 Meter höher liegt als das Hofgut. Über eine Fallleitung gewinnt das gereinigte Abwasser an Geschwindigkeit und treibt eine Turbine zur Stromerzeugung an. Eine Wärmepumpe nutzt die Restwärme des warmen Abwassers und kühlt es auf eine umweltverträglichere Temperatur ab. Die so gewonnene Wärme gelangt über ein Wärmenetz zu den jeweiligen Abnehmern oder wird bei Überschuss vorübergehend zwischengespeichert. Ein Holzvergaser-BHKW, betrieben mit Holzhackschnitzeln aus der Region, erzeugt zusätzlich Strom und Wärme. Im Sommer, wenn der Wärmebedarf niedriger ist, kann eine Adsorptionskälteanlage Gästeräume und Speisekammern kühlen. Außerdem tragen eine Photovoltaikanlage und ein Wasserkraftwerk an der Ravenna zur Energieversorgung bei. Die Anlagen sind in einer „gläsernen Energiezentrale“ untergebracht, jederzeit sichtbar für Gäste, Mitarbeiter und andere Interessierte, für die es regelmäßig Führungen gibt. Mit der nachhaltigen Energiezentrale fügt sich das Hofgut Sternen ein in das Nachhaltigkeitskonzept des Bioenergiedorfes Breitnau und dient anderen Tourismusunternehmen als Vorbild. Wesentliche Erkenntnisse: •Ein zentrales Steuerungskonzept ist nötig, um die komplexen Steuerungsmechanismen der einzelnen Geräte und unterschiedlichen Lieferanten koordinieren zu können. •Das geklärte Abwasser aus der Kläranlage war über Erwarten bioaktiv, es bildeten sich schnell biologische Filme auf Wärmetauschern und Filtern. Dies muss beim weiteren Umgang mit geklärtem Wasser in Betracht gezogen werden. •Enttäuschend war die Beratung der Firma Spanner, die sich nur auf den Verkauf der Holzkraftanlage bezog, jedoch keine Konzepterfassung oder zukunftsorientere Beratung enthielt.

Verringerung von Luftschadstoffen und Schallemissionen im Innenstadtbereich
Achern

Elektrische Grünpflege: emissionsarm und leise

Die Stadt Achern engagiert sich im Umweltschutz und hat mit Unterstützung des Innovationsfonds bereits 2014 ein Mobilitätskonzept für einen nachhaltigeren Stadtverkehr entwickelt. Für die Innenstadt setzt Achern auf eine verkehrsberuhigte Zone mit einem vielfältigen Angebot an Geschäften und Dienstleistungen für Einheimische und Touristen. In dieses Konzept passt auch die Umstellung der Stadtreinigung und Grünpflege auf emissionsarme und leise Elektrofahrzeuge und –geräte. Dazu gehört ein Müllsammelfahrzeug, sowie mehrere Heckenscheren, Motorsensen, Laubgebläse und Rasenmäher. Weil diese mit Ökostrom beladen werden, ist ihr ökologischer Fußabdruck dem herkömmlicher Geräte weit überlegen und ihr CO2-Ausstoß etwa 80 Mal geringer. Außerdem sind die Geräte für die Stadtarbeiter leichter zu handhaben, denn der Akku sitzt im Rucksack und das eigentliche Werkzeug ist leichter. Batteriebetriebene Geräte für Stadtreinigung und Grünpflege sind zwar schon im Handel erhältlich, aber aufgrund der eingesetzten Lithium-Ionen-Akkus noch teuer. Ihre Nutzungsdauer beziehungsweise Reichweite reicht noch nicht ganz an die herkömmlicher, mit Diesel- oder Benzinmotor betriebener Geräte heran. Gleichzeitig sind die Betriebskosten jedoch geringer. Projekte wie das in Achern tragen dazu bei, die Technik im Einsatz weiterzuentwickeln und bieten anderen Städten und Gemeinden ein praktisches Beispiel. Presse- und Informationsveranstaltungen, Mitarbeiterschulungen sowie eine ausführliche Dokumentation begleiten das Projekt.