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Anreizangebot für ökologische Bodennutzung

Ackerflur mit mehr Natur - Ein Handschlag mit Landwirten und Bürgern

Das Projekt setzt bei der Idee an, dass auch private Direkthonorierungen eine Möglichkeit sind, ökologische Verbesserungen bei der Nutzung von Boden zu erreichen. Für diesen Zweck soll ein regionales Honorierungsangebot entstehen, das zwischen beiden Seiten vermittelt. Die Anbieter (meist Landwirte) sollen für konkrete Maßnahmen honoriert werden, die die Resilienz von Böden und die CO2-Speicherfähigkeit erhöhen, die Auswaschungsgefahr von Nitrat senken oder der Entwicklung „ausgeräumter Landschaften“ und dem Verlust von Biodiversität entgegenwirken. Das Projekt erarbeitet ein Bewertungsmuster für erste konkrete Maßnahmen. Parallel dazu werden regelmäßige Aktionskreise gebildet (einmal mit Menschen aus Unternehmen und einmal mit Schülern) mit dem Ziel, über das Konzept der „Denkkultur Nachhaltigkeit“ neue Denkprozesse anzustoßen, die sowohl auf das eigene Umfeld, als auch auf die Situation der Landwirtschaft und die Idee der Direkthonorierung gerichtet sind. Die Ergebnisse dieser Kommunikationsplattformen sind gleichzeitig Einstiegshilfen, um die Initiative in der breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und auch hierdurch Aufklärung zu leisten. Mehr Informationen finden Sie auf folgender Webseite.

++ Am 13.9.2019 starteten die Gesprächsrunden mit mehreren Betrieben (siehe auch Bild im Download-Bereich) in und um Freiburg, das heißt Gelegenheit für Denkkultur-Experimente über ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit im Betrieb – nach innen und außen. Dabei geht es insbesondere um die Frage: Welche Schlüsselwege zu mehr Nachhaltigkeit finden Mitarbeitende für ihren Betrieb und ihr Umfeld? ++

++ Aus dem Projekt heraus wurde nun als eine Maßnahme die Crowd-Funding-Aktion "Ein Handschlag mit Landwirten und Bürgern" initiert. Diese läuft noch bis zum 06.06.2020 und bietet allen die Möglichkeit einen Beitrag zur ökologischen Nachhaltig zu leisten. Wenn Sie das Projekt unterstützen wollen, können Sie dies direkt auf der Plattform von ecocrowd machen. ++

Projektdaten

Projektnummer 2019-16
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger Dr. Carola Holweg Nachhaltigkeits-Projekte
Laufzeit 01.06.2019 - 31.05.2022
Zuschuss 27.270€

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Informationsplattform pfluglose Bodenbearbeitung
Freiburg

Internetplattform pfluglose Bodenbearbeitung

Pfluglose Bodenbearbeitung ist in Deutschland immer noch relativ ungebräuchlich. Während Landwirte weltweit etwa ein Drittel der Anbauflächen im Direktsaatverfahren bestellen, sind es in Deutschland nur 1, 5 Prozent. Dabei bieten pfluglose Verfahren wirtschaftliche wie ökologische Vorzüge. Weil weniger Maschinen im Einsatz sind, verringern sich Produktionskosten und Arbeitseinsatz. Darüber hinaus sparen die Landwirte Treibstoff und verringern den CO2-Ausstoß. Der größte Vorteil pflugloser Verfahren liegt darin, dass sie kaum in das Ökosystem Boden eingreifen. Das verringert die Erosion und verbessert Bodenstruktur und Befahrbarkeit. Mehr Pflanzen, Insekten und Mikroorganismen besiedeln das Erdreich, in dem ein stabiles Porensystem entsteht. Neben einem verbesserten Abbau von Pflanzenresten, kann der Boden mehr Wasser speichern, so dass weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt. Anders als beim herkömmlichen Pflügen wäscht auch kaum Humus in die Gewässer aus, wo es Bakterien sonst zu klimaschädlichem Methan abbauen. Weil mehr Pflanzenreste im Boden verbleiben, bindet er mehr Kohlenstoff und verhindert so, das CO2 in die Atmosphäre gelangt. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt durch den Anbau von Zwischenfrüchten, die bei der pfluglosen Methode üblich sind. Sie versorgen den Boden außerdem mit Nährstoffen, so dass weniger Dünger nötig ist. Um die pfluglosen Methoden bekannter zu machen und gängige Vorurteile zu Ertrag oder Aufwand aufzuklären, entstand eine internetbasierte ‚Informationsplattform Pfluglose Bodenbearbeitung am Oberrhein’ in Zusammenarbeit mit der Freiburger Agentur für nachhaltige Nutzung von Agrarlandschaften (ANNA), der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung, des grenzüberschreitenden Instituts zur rentablen umweltgerechten Landbewirtschaftung (ITADA) sowie des landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg. Mit einem ständig aktualisierten Archiv, das die bestehende Forschung strukturiert, einer Literatur- und einer Adressdatenbank gibt die neue Informationsplattform schnell und einfach Auskunft über Methoden, Förderprogramme, Beratungsstellen oder Betriebe. Die Datenbank, die sich an Landwirte ebenso richtet wie an Maschinenhersteller oder Wissenschaftler, bietet die Grundlage dafür, umweltverträglicheren Landbearbeitungsmethoden einen prominenteren Stellenwert zu verschaffen. Mehr Informationen auf der Webseite des Projekts

Richtig rechnen in der Landwirtschaft: Durchführung einer erweiterten Finanzbuchhaltung unter Einbeziehung der monetären Bewertung externer Effekte
Emmendingen

Richtig rechnen in der Landwirtschaft – Nachhaltigkeit bilanzieren

In der Landwirtschaft werden viele Ökosystemleistungen erbracht beziehungsweise Folgekosten verursacht, z.B. durch Herbizide oder Nitratauswaschung. Die Systemkosten für diese Schäden und Leistungen spiegeln sie sich bisher vor allem im höheren Preis für Bioprodukte wieder, nicht aber in der Unternehmensbilanz. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht für in der Biolandwirtschaft arbeitende Betriebe, die zwar die höheren Kosten für den Ökolandbau bilanzieren, aber nicht seine positiven Auswirkungen. Diese Betriebe dokumentieren ihre Umweltleistungen bereits schon oft in ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung. Genau hier setzte das Projekt der Regionalwert AG und ihrer Partnerbetriebe an, das soziale und ökologische Leistungen zukünftig auch in die Bilanzierung übertragen werden. Ziel war es, die tatsächlich geleisteten Mehraufwendungen und ihre Auswirkungen zu erfassen, zu verbuchen und zu bilanzieren, so dass sie als Teil der Jahresbilanz für unternehmerische Entscheidungen genutzt werden können. Zu solchen Leistungen gehören beispielsweise die Bodenpflege, der Bezug von regionalen Rohstoffen, die Nutzung von altem Samengut, die artgerechte Tierhaltung oder die Zucht alter Rassen. Anhand einzelner Beispielbetriebe, darunter auch ein konventionell betriebener Hof, erfasst das Projekt Daten zu solchen Leistungen und monetarisiert sie, so dass sie am Jahresende in der Gewinn- und Verlustrechnung bilanziert werden können. Gleichzeitig erforschten die Projektpartner, welche Herausforderungen sich bei Anwendung und Kommunikation für Landwirte ergeben, die dieses neue Bilanzsystem anwenden. Damit zeigte das Projekt neue Wege auf, Nachhaltigkeitsleistungen und Umweltschäden in der Landwirtschaft für den einzelnen Hof und die Volkswirtschaft als Ganzes zu messen und darzustellen. Die Ergebnisse des Projekts zeigen, welche großen Fortschritte gemacht werden konnten in der Identifizierung von Leistungskennzahlen zur Erfassung von Nachhaltigkeitsleistungen landwirtschaftlicher Betriebe. Am Ende des Projektes steht eine praxistaugliche Nachhaltigkeitserfassung zur Verfügung. Bei der Festlegung von Grenzwerten und Monetarisierung von Leistungen wurde deutlich, dass die Bewertung und die Festlegung von Grenzwerten ein gesellschaftlicher, partizipativer Prozess ist. Der Austausch fördert die Bewusstseinsbildung und regt Diskussionen über eine nachhaltige Landwirtschaft an. Damit kann die Synthese zur Bilanz erfolgen. Die vier Betriebsleiter fanden ihren Betrieb gut in den Ergebnissen wiedergespiegelt. Mit den Summen könnten sie vernünftig wirtschaften, d.h. die eigenen Vorstellungen für mehr Nachhaltigkeit auf Ihrem Betrieb umsetzen. Außerdem könnten sie sich die RRMethode als ein Anreizsystem zu vorstellen, um sich zu verbessern. +++ Die Projektergebnisse liegen auf dem Tisch. Wie sieht richtiges Rechnen in der Landwirtschaft aus? Die Ergebnisse wurden erstmalig am 5. November 2019 in der Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg öffentlich vorgestellt und können jetzt auch in dem Abschlussbericht, hier zu finden im Downloadbereich, nachgelesen werden. Mehr zu dem Projekt finden Sie auch auf der Webseite der Regionalwert AG . +++