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baum2Og - Wassermanagement für Stadtbäume

Um die aus zahlreichen Gründen vorteilhaften Stadtbäume zu schützen, will die Stadt Offenburg mit diesem Projekt ein vernetztes Wassermanagement sowie Messinstrumente für eine optimale Bewässerung etablieren. Gleichzeitig sollen bewusst Baumarten für die Stadtbegrünung ausgewählt werden, die dem sich verändernden Klima gewachsen sind.

Um die aus zahlreichen Gründen vorteilhaften Stadtbäume zu schützen, will die Stadt Offenburg mit diesem Projekt ein vernetztes Wassermanagement sowie Messinstrumente für eine optimale Bewässerung etablieren. Gleichzeitig sollen bewusst Baumarten für die Stadtbegrünung ausgewählt werden, die dem sich verändernden Klima gewachsen sind.

Eine der größten Herausforderungen, denen Stadtbäume aktuell ausgesetzt sind, ist der Klimawandel. Gerade die letzten drei Sommerperioden haben gezeigt, dass es tendenziell immer wärmer und trockener wird. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge wird zunehmend durch lokale Extremereignisse beeinflusst. Hierdurch werden Stadtbäume besonders belastet. Die innerstädtischen Standortbedingungen sind aufgrund von Wärmespeicherung und -abstrahlung durch Gebäude und versiegelte Flächen sowie aufgrund von Nutzungsdruck und Verkehrsbelastung ungleich schwieriger als in freier Natur. Zusätzlich beeinträchtigen verschiedene Erkrankungen ein nachhaltiges und gesundes Wachstum der Bäume.

Stadtbäume haben viele wichtige Funktionen: sie verbessern die Luftqualität und spenden Schatten, wodurch sie für ein angenehmeres Klima in der Stadt sorgen. Außerdem bieten Stadtbäume Lebensraum für zahlreiche Tiere und tragen somit zum Erhalt der Biodiversität bei. Ein System für eine resiliente Stadtbaumbepflanzung, die den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen ist und in ihrer Struktur auch vor temporär auftretenden Krankheiten und Schädlingen gefeit ist, wird somit immer wichtiger.

Das Projekt baum2Og verfolgt deshalb zum einen das Ziel, durch ein integriertes und vernetztes (Regen-) Wassermanagement eine Grundlage zur zukünftigen Sicherung der städtischen Grünräume und Bäume zu erreichen. Nach dem Prinzip der Schwammstadt soll die Verknüpfung von Stadtgrün als urbaner grüner Infrastruktur mit dem urbanen Wasserhaushalt erfolgen. Dazu soll das auf versiegelten Flächen des Straßenraums oder Dachflächen öffentlicher wie privater Gebäude anfallende Niederschlagswasser in angrenzenden Grünräumen genutzt werden. Auf diese Weise soll Wasser so lange wie möglich im Stadtraum gehalten und nutzbar gemacht werden.

Das stetige Bevölkerungswachstum erfordert bauliche Nachverdichtung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an urbane Freiräume, inklusive der Förderung von Biodiversität. In diesem Spannungsfeld gilt es, die genannte „Wasserstrategie“ zu implementieren. Dies kann nur gelingen, wenn die drei infrastrukturellen Aspekte Bauwerke, Regenwassersystem und Grünanlagen integriert und ganzheitlich betrachtet werden.

Ferner bedarf es einer Vernetzung, indem bei der Anlage neuer oder der Sanierung bestehender Baumquartiere Messinstrumente installiert werden, die über Sensoren Temperatur und Feuchtigkeit in verschiedenen Schichten erfassen und digital an eine Leitstelle (technische Betriebe) übermitteln. Hierdurch sollen die nötigen Bewässerungsgänge optimiert und dauerhaft Ressourcen wie Finanzmittel und Wasser eingespart werden.

Ein weiteres Ziel besteht in einer Steigerung der Anpassungsfähigkeit der Stadtbäume an die neuen Herausforderungen. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist hierbei die Auswahl von Bäumen, die mit verlängerten Hitze- und Trockenperioden zurechtkommen. Gerade hier in der Region des Oberrheins können wir uns heute jedoch leider nicht mehr auf ortstypische Arten beschränken, sondern müssen verstärkt klimaresistente Arten aus südlicheren Regionen pflanzen.

Projektdaten

Projektnummer 2021-02
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Stadt Offenburg
Laufzeit 01.04.2021 - 31.03.2024
Zuschuss 150.000,00 €

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Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

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Energieeffizientes Bürgerhaus Mietersheim

Als ehemals selbstständiges Dorf hat Mietersheim eine für eingemeindete Ortsteile typische Struktur. Stark befahrene Straßen führen durch den alten Ortskern, in den 1960ern und 70ern kamen neue Wohngegenden hinzu und veränderten den Charakter des alten Bauerndorfes.Mit einem kommunalen Entwicklungsplan harmonisierte die Stadt Lahr nun beide Teile und schaffte einen verkehrsberuhigten Ortskern als neues Zentrum. Teil dieses Plans war der Bau eines neuen, energieeffizienten Bürgerheims. Dafür riß die Stadt zwei alte Gebäude im Ortskern ab und errichtete das Bürgerheim, das sich mit seiner transparenten Fassade in die Architektur des Dorfplatzes einfügt. Großen Wert legte das städtische Bauamt darauf, für den Bau regionale, nachwachsende Rohstoffe zu verwenden. Verschiebbare Wände machen es nun möglich, das neue Gebäude flexibel zu nutzen. Das Konzept senkt zudem – im Vergleich zum Heizen oder Beleuchten eines einzigen, großen Raumes – die Energiekosten. Im Sommer kühlen Erdregister über ein Röhrensystem im Boden die Räume ohne dafür wie herkömmliche Klimaanlagen große Strommengen zu verbrauchen. Pro Jahr spart die Gemeinde damit etwa ein. Mietersheim ist Vorbild für andere Gemeinden, wenn es darum geht mit nachhaltigen aber bereits bewährten Technologien energieeffizient zu bauen ohne die städtischen Finanzen damit stark zu belasten. Um ihr Modell in die Öffentlichkeit zu tragen, veranstaltete die Stadt Lahr deshalb mehrere Veranstaltungen zum Thema ‚Best Practice – Energieeffizienz als Standard.

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