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Ein Gründerzentrum Nachhaltigkeit und Mikrosystemtechnik für Südbaden

In der Region Südbaden gibt es bereits ein dichtes Netzwerk an Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, und Vereinen, die sich mit den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen. Für potentielle Unternehmer ist aber trotzdem oft schwer, Hilfe, Rat und Unterstützung zu erhalten, um innovative Ideen in marktreife Produkte umzusetzen und erfolgreich Unternehmen zu gründen. Die Stadt Breisach etablierte deshalb das Gründerzentrum Oberrhein für Nachhaltigkeit und Mikrosystemtechnik, das Neuunternehmer durch Patentanmeldung, Suchen nach Partnern und Geschäftsmodellen, Marktstudien bis hin zur Unternehmensgründung begleitet.

Im ersten Projektschritt erstellten die Partner eine Geschäftsstrategie, um das Zentrum auch nach der Anschubfinanzierung wirtschaftlich und ohne zusätzliche Förderung betreiben zu können. Dabei entstanden Konzepte, wie die Räumlichkeiten als Coworking-Spaces und für Veranstaltungen, Events und Workshops zur Verfügung zu stellen, sowie Dienstleitungen oder Kurse, die das Gründerzentrum selbst oder mit Zunahme des bereits entstandenen Netzwerks, aus Beratern, Experten und Mentoren.

Das zentral in der Nähe des Bahnhofes liegende Gebäude beherbergt einen Start-Up-Accelerator, dessen Angebote sich in erster Linie an potentielle Unternehmer aus Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen richtet, die zu Finanzierung, Gesellschaftsgründung und Personalentwicklung geschult werden. Zudem betreut der Accelerator bis zu fünf Jahre junge Unternehmen, welche die Gründungsphase bereits hinter sich haben und sich nun auf dem Markt etablieren wollen. Dabei werden die Themenfelder Energy & Cleantech, Smart City & Industry sowie Life Science & Healthcare angesprochen.

  • Die Konzeptentwicklungsphase ist ein sehr wichtiger Abschnitt bei der Initiierung komplexer Vorhaben. Mit Hilfe der großzügigen Förderung durch den Innovationsfonds konnte ein umfangreiches Konzept entwickelt werden und schlussendlich ein erfolgreiches Gründerzentrum in Breisach entstehen.
  • Proof of Concept - Die Idee eines Gründerzentrums in Breisach bewies eindrücklich ihren Wert. In den ersten Jahren nach der Gründung des badenCampus wurden die Angebote (z.B. Start-up Accelerator) vielseitig durch Gründerteams oder mittelständische Unternehmen nachgefragt.
  • Die Nachfrage nach CoWorking Plätzen ist in der ländlichen Region Breisach geringer als erwartet. Um das Raumangebot dennoch effizient zu nutzen, ist ein höherer Marketing- und Vertriebsaufwand nötig.

Projektdaten

Projektnummer 2016-09
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Stadt Breisach
Laufzeit November 2015 bis Oktober 2019
Zuschuss 92.040

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Carla Cargo
Gundelfingen

Elektrisierter Schwerlastanhänger für Radtransporte

Besonders im Stadtverkehr und auf kurzen Strecken können Last- und Lieferfahrräder den Ausstoß an CO2 und anderen Abgasen wesentlich verringern. Gegenüber Autos und Kleintransportern sind Radtransporte darüber hinaus leise und platzsparend. Um die Kapazität und Reichweite von Lieferrädern zu erhöhen, hat die Firma Carla Cargo einen dreirädrigen Schwerlastanhänger entwickelt, der bei einem Ladevolumen von anderthalb Kubikmetern bis zu 150 kg transportieren kann. Um dieses große Gewicht kontrollieren zu können, ist der Anhänger mit einer starken Bremskraftunterstützung ausgestattet. Er ist mit fast allen Fahrradtypen kompatibel; so können sich auch mehrere Besitzer oder mehrere Kuriere eines Unternehmens einen Anhänger teilen. Die bisherigen Prototypen sind schon bei verschiedenen Projektpartnern im Einsatz, darunter bei der Gartencoop Freiburg, wo Mitarbeiter mit Rad und Anhänger wöchentlich Gemüse an Mitglieder ausliefern, oder beim Wiener Unternehmen Jumi, das damit ihren Käse auf den Markt zum Verkauf bringt. Die Bonner Bürgerstiftung verleiht ihren Anhänger kostenlos an Mitbürger, die kurzfristig eine Transportlösung suchen. Im Projekt verfolgte Carla Cargo mehrere Ziele: Zum einen entwickelten sie das bisherige Model zur Serien- und Marktreife. Außerdem verbesserte das Team rund um Markus Bergmann die Anhängerkupplung und bauten eine intelligente Auflaufbremse ein, die die Sicherheit erhöht. Weiter entwickelte die Firma ein Modell mit Elektroantrieb, das wie bei einem E-bike den Radfahrer unterstützt. Gerade bei solch großen Lasttransporten erleichtert dies die Anfahrt und erhöht die Reichweite. Dieses Elektromodell lässt sich wie auch die normale Variante als handgeführter Transportwagen nutzen und ist mit Sensoren ausgestattet, die die benötigte Motorleistung und Bremskraft berechnen und im Falle eines Unfalls den Motor ganz ausschalten. Das Konzept von Carla Cargo ist besonders attraktiv für kleine Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe oder Landwirte, die ihre Lieferungen umweltfreundlich und platzsparend erledigen wollen. Auch für Deutschlands etwa 5000 Fahrradkuriere ist der Anhänger eine attraktive Möglichkeit um Lieferreichweite und Kapazität zu erhöhen. Wie breit gefächert die Nutzergruppen der ersten Anhänger bereits sind sowie weitere Informationen zu Vorteilen und Kauf bietet die Webseite von Carla Cargo . Umfangreiche Informationen zum Projekt finden Sie auch im beigefügten Abschlussbericht. Darstellung dreier wesentlicher Erkenntnisse aus dem Projekt Die Markteinführung des neuartigen Carla Cargo Fahrradanhängers mitsamt Auflaufbremse und Motorunterstützung hat durch die kreativen Anwendungsfelder der Kundschaft aufgezeigt, dass es vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für dieses Produkt gibt: Mobiler Kaffeeverkauf, Paketzustellung, Gemüsetransport, Bienenhaltung, etc. Durch Sensoren und die signalverarbeitende Elektronik ist es möglich einen sogenannten Phantomanhänger anzufertigen, welcher aus den gemessenen Zug- und Druckkräften die richtige Motorunterstützung bzw. Motorbremse wirken lässt. Trotz einer deutlich aufwendigeren technischen Umsetzung einer hydraulischen Auflaufbremse in dem Fahrradanhänger ist der Nutzen im Vergleich zu einer mechanischen Bremse in fast allen Hinsichten weitaus überlegen.