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Ein Jahr auf dem Bauernhof

Landwirtschaft gehört kaum noch zur unmittelbaren Erfahrungswelt der meisten Kinder. Was für Dorfkinder selbstverständlich ist, lernen ihre Altersgenossen aus der Stadt höchstens noch aus Büchern. Das Wissen darum, wo Schnitzel, Brot und Gemüse herkommen, ist jedoch grundlegend um Wirtschaft oder Klima zu verstehen. 7.-Klässler der Angell-Schulen lernten deshalb den landwirtschaftlichen Jahreslauf auf dem Freiburger Kunzenhof kennen.

Das beginnt schon im Unterricht, wo Biologie, Erdkunde oder Physik behandeln, wie man Nahrung, Energie oder Fasern für Kleidung herstellt. In Gruppen von je zehn Schülern erlebten die Kindern dann in sieben übers Jahr verteilten Terminen die Arbeit auf dem Hof. Im Herbst beispielsweise stand die Produktion von Apfelsaft auf dem Programm, im Frühling lernten die Kinder Holz als nachwachsenden Rohstoff kennen und im Mai halfen sie mit Heu zu ernten und die Wiesen zu pflegen. Exkursionen zu anderen Höfen, Molkereien, Wind- oder Wasserkraftwerken und Spinnereien erweiterten ebenfalls das Wissen der Schüler. Damit sich der Austausch mit dem Hof nach einigen Jahren selbst tragen kann, entwickelte die Schule außerdem Finanzierungskonzepte. So können die Schüler ihre Produkte beispielsweise vermarkten oder auf Schulfesten für das Catering sorgen.

Das Projekt erzog die Kinder zu mündigen Konsumenten, die bewusst und respektvoll mit landwirtschaftlichen Produkten umgehen. Als Teil eines europaweiten Netzwerks von 20.000 Montessorischulen präsentierten die Angell-Schulen ihr Konzept auf Workshops und sind so Vorbild für andere Bildungseinrichtungen.

Projektdaten

Projektnummer 2011-04
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger ANGELL Akademie
Laufzeit September 2010 bis Oktober 2014
Zuschuss 13.545

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Nachhaltige Energienutzung und Energiekompetenz an Jugendhilfeeinrichtungen
Riegel

Energiekompetenz an Jugendhilfeeinrichtungen

Bildungsprojekte, die zu einem nachhaltigen Umgang mit Energie erziehen, gibt es schon viele. Sie entstehen bisher jedoch überwiegend im Schulbereich und beschränken sich oft auf den Unterricht. Für Jugendhilfeeinrichtungen und in der Ganztagesbetreuung hingegen existieren bisher noch kaum Konzepte. Dabei sind die Einflussmöglichkeiten in Heimen oder Wohngruppen, wo Kinder und Jugendliche in den verschiedensten Lebensbereichen und Alltagssituationen Unterstützung erfahren, besonders groß. Das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Anton in Riegel hat dieses Potential erkannt und entwickelte ein Konzept zur nachhaltigen Energienutzung und Energiekompetenz in Jugendhilfeeinrichtungen. Über sein breitgefächertes Angebot, das von der Beratung über verschiedene Wohngruppen bis hin zur eigenen Schule reicht, kann das 1861 gegründete Zentrum eine besonders große und vielfältige Zielgruppe ansprechen. Das Konzept wurde zusammen mit der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) und dem Verein Solare Zukunft e. V. entwickelt. Es setzt an verschiedenen Punkten an: Die neue Heizungsanlage senkt den Energieverbrauch, gleichzeitig ist sie Teil eines Energieparcours, durch den die Mitarbeiter auch externe Besucher führen können. Die eingesparten Energiekosten helfen dabei, weitere Maßnahmen zu finanzieren: Die Mittel kommen dem Zentrum sowie den Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen zu Gute. Auch weitere Energiesparmaßnahmen und die Schulungen der Mitarbeiter finanziert das Modell. Sowohl die Mitarbeiter als auch die betreuten Kinder und Jugendlichen, die an allen Projektschritten aktiv beteiligt sind, werden damit zu Experten für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. In Workshops können sie das entstehende Modell an andere Caritaseinrichtungen vermitteln. Darüber hinaus ist die Kombination aus Sanierung und Bildungskonzept Vorbild für andere Jugendhilfsprojekte. Unter www.energie-riegel.com stellt das Projektteam sich und seine Ziele vor.

Klimarundweg Lörrach
Lörrach

Klimarundweg Lörrach

Die Stadt Lörrach engagiert sich seit langem im Klimaschutz und erhielt dafür als erste Kommune in Baden-Württemberg das European Energy Award Label. Wo überall innovative und ausgezeichnete Projekte zu finden sind, welche Hintergründe und Ziele sie verfolgen, bleibt Bürgern und vor allem Touristen aber oft verborgen. Ein Klimarundweg soll jetzt zeigen, welche Initiativen, Gebäude und Projekte in der Stadt Energie sparen oder auf andere Art für eine nachhaltige Zukunft sorgen. Vom Marktplatz aus, wo ein interaktives Computerterminal die Besucher einführt, führt der Weg über neun weitere Stationen durch die Innenstadt. Diese bieten Überblick über einen weiten Themenkomplex: Am Bahnhof lernen die Besucher, wie man in Lörrach mit Bus und Bahn, Leihrädern und Leihwagen auf das eigene Auto verzichten kann, die Holzhackschnitzelanlage am Campus Rosenfeld zeigt das Potential erneuerbarer Energien, das CO2-neutrale Quartier Niederfeldplatz zeigt Wege für umweltfreundliches Wohnen auf und der Lörracher Markt steht als Beispiel für nachhaltige Nahrungsmittelproduktion. An den einzelnen Stationen informieren Tafeln über das jeweilige Projekt; weitere Details sind über QR-Codes abrufbar. Zum Rundweg gehört auch eine Smartphone-App, die eine interaktive Audioführung bietet und auf der eine Kartenfunktion den Weg zur nächsten Station weist. Für Besucher ohne eigenes Smartphone stellt das Tourismusbüro Leihgeräte bereit. Das flexible Angebot aus Infotafeln und Smartphone-App passt sich Zielgruppen und Interessen an. Lehrer können den Weg in Unterrichtseinheiten zum Klimaschutz einbeziehen, Stadtführer können die Tafeln in bestehende Führungen integrieren, Touristen ihn einzeln oder in der Gruppe begehen und das interessierte Fachpublikum kann sein Wissen zu einzelnen Stationen vertiefen. Langfristig ist auch ein Radrundweg geplant, bei dem die Besucher auch weiter auseinander gelegene Ziele erreichen können. Am Ende des Projekts wertet die Stadt ihre Erfahrungen aus und bietet sie anderen Städten in der Region zur Nachahmung an. Mit der Übersetzung der Tour ins Englische und Französische erreicht der Klimaschutzweg auch ein internationales Publikum. Das Projekt konnte leider nicht im geplanten Rahmen verwirklicht werden und wurde deshalb zurückgezogen.