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Elektrisierter Schwerlastanhänger für Radtransporte

Besonders im Stadtverkehr und auf kurzen Strecken können Last- und Lieferfahrräder den Ausstoß an CO2 und anderen Abgasen wesentlich verringern. Gegenüber Autos und Kleintransportern sind Radtransporte darüber hinaus leise und platzsparend. Um die Kapazität und Reichweite von Lieferrädern zu erhöhen, hat die Firma Carla Cargo einen dreirädrigen Schwerlastanhänger entwickelt, der bei einem Ladevolumen von anderthalb Kubikmetern bis zu 150 kg transportieren kann. Um dieses große Gewicht kontrollieren zu können, ist der Anhänger mit einer starken Bremskraftunterstützung ausgestattet. Er ist mit fast allen Fahrradtypen kompatibel; so können sich auch mehrere Besitzer oder mehrere Kuriere eines Unternehmens einen Anhänger teilen.

Die bisherigen Prototypen sind schon bei verschiedenen Projektpartnern im Einsatz, darunter bei der Gartencoop Freiburg, wo Mitarbeiter mit Rad und Anhänger wöchentlich Gemüse an Mitglieder ausliefern, oder beim Wiener Unternehmen Jumi, das damit ihren Käse auf den Markt zum Verkauf bringt. Die Bonner Bürgerstiftung verleiht ihren Anhänger kostenlos an Mitbürger, die kurzfristig eine Transportlösung suchen.

Im Projekt verfolgte Carla Cargo mehrere Ziele: Zum einen entwickelten sie das bisherige Model zur Serien- und Marktreife. Außerdem verbesserte das Team rund um Markus Bergmann die Anhängerkupplung und bauten eine intelligente Auflaufbremse ein, die die Sicherheit erhöht. Weiter entwickelte die Firma ein Modell mit Elektroantrieb, das wie bei einem E-bike den Radfahrer unterstützt. Gerade bei solch großen Lasttransporten erleichtert dies die Anfahrt und erhöht die Reichweite. Dieses Elektromodell lässt sich wie auch die normale Variante als handgeführter Transportwagen nutzen und ist mit Sensoren ausgestattet, die die benötigte Motorleistung und Bremskraft berechnen und im Falle eines Unfalls den Motor ganz ausschalten.

Das Konzept von Carla Cargo ist besonders attraktiv für kleine Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe oder Landwirte, die ihre Lieferungen umweltfreundlich und platzsparend erledigen wollen. Auch für Deutschlands etwa 5000 Fahrradkuriere ist der Anhänger eine attraktive Möglichkeit um Lieferreichweite und Kapazität zu erhöhen. Wie breit gefächert die Nutzergruppen der ersten Anhänger bereits sind sowie weitere Informationen zu Vorteilen und Kauf bietet die Webseite von Carla Cargo. Umfangreiche Informationen zum Projekt finden Sie auch im beigefügten Abschlussbericht.

Darstellung dreier wesentlicher Erkenntnisse aus dem Projekt

  • Die Markteinführung des neuartigen Carla Cargo Fahrradanhängers mitsamt Auflaufbremse und Motorunterstützung hat durch die kreativen Anwendungsfelder der Kundschaft aufgezeigt, dass es vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für dieses Produkt gibt: Mobiler Kaffeeverkauf, Paketzustellung, Gemüsetransport, Bienenhaltung, etc.
  • Durch Sensoren und die signalverarbeitende Elektronik ist es möglich einen sogenannten Phantomanhänger anzufertigen, welcher aus den gemessenen Zug- und Druckkräften die richtige Motorunterstützung bzw. Motorbremse wirken lässt.
  • Trotz einer deutlich aufwendigeren technischen Umsetzung einer hydraulischen Auflaufbremse in dem Fahrradanhänger ist der Nutzen im Vergleich zu einer mechanischen Bremse in fast allen Hinsichten weitaus überlegen.

Projektdaten

Projektnummer 2016-05
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Carla Cargo
Laufzeit Oktober 2015 bis Februar 2017
Zuschuss 47.494

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Einsatz einer voll-elektrischen Straßenkehrmaschine der 2m³-Klasse
Freiburg

Leise, emissionsarme Straßenkehrmaschine für Freiburg

Die Straßenkehrmaschinen der Abfall- und Stadtreinigung Freiburg (ASF) sind täglich unterwegs und halten die Stadt sauber. Die herkömmlichen, dieselbetriebenen Fahrzeuge sind aber laut und haben eine hohe CO2- und Schadstoffemission. Pro Jahr verbrauchen sie durchschnittlich 8.400 Liter Diesel. Ein Feldversuch der ASF erprobte deshalb eine vollelektrische und damit wesentlich leisere Kehrmaschine. Solche Maschinen sind bereits kommerziell erhältlich, wegen der teuren Akkus aber für die meisten Gemeinden noch nicht wirtschaftlich. Sind die höheren Anschaffungskosten jedoch gestemmt, liegen die Betriebskosten und Emissionswerte weit unter denen herkömlicher Fahrzeuge. So lassen sich mit einem einzigen Fahrzeug pro Jahr etwa 27 Tonnen CO2 einsparen. Eine ausführliche Dokumentation und Evaluation von Energieverbrauch, Reinigungsleistung, Geräuschemission, sowie den Betriebserfahrungen begleiteten das Projekt. Die Innovationsfondsförderung half, den Mehraufwand bei der Integration innovativer Technologien in bestehende Arbeitsabläufe und Kontexte zu kompensieren, und das Projekt übertragbar zu machen. Die Freiburger Kehrmaschine dient auch anderen Städten und Kommunen als Anschauungsobjekt. Bei Erfolg können sie nach und nach dieselbetriebene mit elektrischen Straßenkehrmaschinen ersetzen. 2011 erprobte die ASF bereits in einem weiteren Innovationsfondsprojekt ein Müllauto mit diesel-elektrischem Hybridbantrieb , das weiterhin im Einsatz ist. Stadtarbeiter und Anwohner loben regelmäßig den angenehm leisen Betrieb und die niedrige Abgasemisssion. Die Stadt Achern führt ein ähnliches Projekt mit einem elektrischem Müllsammelfahrzeug und elektrischen Geräten für die städtische Gartenpflege durch. Vier wesentliche Erkenntnisse: Die technische Funktionalität der eSKM im Innenstadtgebiet konnte bewiesen werden. alle Zielsetzungen wurden erfüllt. Die Einsparungen der Betriebskosten gegenüber einer konventionellen dieselbetriebenen Staßenkehrmaschine lag im Projektzeitraum bei 82%. Die CO2-Emmissionen konnten um rd. 25t/a gesenkt werden Die Mitarbeiter haben die technische Umstellung positiv angenommen