Flexibles Steuerungssystem für den dezentralen Strommarkt 

In diesem Projekt wurde untersucht, ob es machbar wäre, den überschüssigen Strom aus den PV-Anlagen des Freiburger Stadions in das Straßenbahnnetz einzuspeisen.

Grafik der stündlichen Strompreise im Jahr 2017 mit schwankenden blauen Spitzen und einer stabilen rosa Durchschnittslinie über die Monate hinweg.
Projektdaten
ProjektnameFlexibles Steuerungssystem für den dezentralen Strommarkt
Projektnummer2017-06
ProjektartBau & Anwendung
Umsetzung durchBadenova AG & Co. KG
Laufzeit bis
Fördersumme116.765 €

Steuerungssystem für einen dynamischen Strommarkt

Das Projekt verfolgt das Ziel, die Energieversorgung angesichts der zunehmenden Volatilität im Strommarkt zuverlässiger und wirtschaftlich effizienter zu gestalten. Durch die Energiewende speisten immer mehr dezentrale Erzeuger Strom aus erneuerbaren Quellen in stark schwankenden Mengen ins Netz ein. Diese Entwicklung stellte Energieversorger vor die Herausforderung, auch unter veränderten Bedingungen eine stabile Versorgung sicherzustellen und gleichzeitig auf Preisschwankungen flexibel zu reagieren.

Entwicklung eines digitalen Steuerungskonzepts

Expert:innen der Badenova entwickelten gemeinsam mit dem Fraunhofer ISE ein IT-System, das die Fahrweise der eigenen KWK- und EEG-Anlagen individuell und bedarfsgerecht steuern konnte. Das System nutzte verschiedene Datenquellen wie Wetterprognosen, Marktpreise sowie Steuerungs- und Überwachungsinformationen, um daraus einen optimierten Fahrplan zu berechnen. Dieser ließ sich in bestehende Systeme integrieren und ermöglichte eine gezielte Anpassung der Stromproduktion an aktuelle Nachfrage und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Übertragbarkeit und Beitrag zur Energiewende

Das entwickelte Steuerungssystem konnte auch von anderen Energieunternehmen genutzt werden. Es trug dazu bei, die Einspeisung erneuerbarer Energien effizienter zu gestalten und die Wertschöpfung zu erhöhen. Mit dem Projekt wurde ein praxisnaher Beitrag zur Stabilisierung des Strommarkts geleistet und ein wichtiger Schritt für die Umsetzung der Energiewende aufgezeigt.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Die Stakeholder in der Umsetzung verfolgen sehr unterschiedlich, teilweise konträre Ziele. Dabei spielen insbesondere für den Anlagenbetreiber vor allem nicht- wirtschaftliche Ziele ein wesentlichen Treiber für das eigene Handeln. Es bedarf klarer Spielregeln, eindeutiger Definitionen und Vertrauen zueinander. Dies darf leider nicht als gegeben angenommen werden und ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Umsetzung.

  • Technik folgt nicht immer ganz logischen Regeln. Die Vielzahl an bekannten und unbekannten Einflussgrößen bewirken teilweise nicht nachvollziehbare Reaktionen einer technischen Anlage.

  • Menschen neigen dazu, Fehler bei anderen Menschen zu suchen und nicht in der Technik. Dadurch entstehen schwer auflösbare Konflikte.

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