Zurück zur Übersicht

Mehr Reichweite für Carla Cargo

2016 unterstützte der Innovationsfonds die Firma Carla Cargo bei der Entwicklung eines elektrisch-unterstützten Lastenanhängers für Fahrräder, der auch als Handwagen nutzbar ist. Im Stadtverkehr und auf kurzen Strecken können solche Anhänger mit ihrem Ladevolumen von anderthalb Kubikmetern Autos und Kleintransporter ersetzen, CO2 einsparen und die Lärmbelastung reduzieren. Damit schließt Carla Cargo eine Marktlücke mit großer Nachfrage. Die Anhänger sind schon bei verschiedenen Kunden im Einsatz, z. B in der Gemüse- und der Paketzustellung, bei einem mobilen Bienenstock und mobilen Kaffeeverkauf. 2016 bezog die Firma neue Räumlichkeiten in Freiburg Zähringen und produziert seither dort.

Im Folgeprojekt bauten die Antragssteller eine leistungsfähigere und langlebigere Batterie ein, was die Reichweite auf 40-60 km erhöht, und passten die Steuerungseinheit an. Die Eigenentwicklung der zentralen Steuerungslogik erlaubt CarlaCargo gezielt auf die Anforderungen des Hängers einzugehen, dessen Stärken weiter auszuspielen und die Batterie z.B. durch einen Rekuperator möglichst effizient zu betreiben. Die Potenziale einer ausgereiften Logik sind groß und erhöhen die die Alleinstellungsmerkmale. Dazu gehört auch die aktive, vom Controller intelligent gesteuerte Motorbremse, die im aktuellen Modell für mehr Sicherheit und Fahrkomfort sorgt. Mit dem neuen, im Projekt entwickelten Modell bietet Carla Cargo in Zukunft komfortablere und nachhaltigere Transportlösungen für ökologisch orientierte Firmen und Privatleute.

Drei wesentliche Erkenntnisse:

  • Die GreenPack Kompatibilität wurde erfolgreich umgesetzt und bietet deutlich höhere Reichweiten bei gleichzeitig größerer Leistung. Das vergrößert die Anwendbarkeit der Carla Cargo Trailer deutlich.
  • Das überarbeitete Bremssystem der aktuellen Modellreihe sorgt für mehr Sicherheit und Fahrkomfort.
  • Die neue Produktvariante stößt auf steigende Nachfrage und bietet ein klimafreundliches Transportmittel.

Projektdaten

Projektnummer 2017-13
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger
Laufzeit März 2017 bis Februar 2018
Zuschuss 39.200 €

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Elektro-Wasserstoff-Hybrid-Müllkraftwagen (EWH MKW) zur emissionsfreien Abfuhr
Freiburg

Erste Elektro-Wasserstoff-Hybrid-Müllabfur

Die ASF erhöht seit mehreren Jahren ihr Engagement für umwelt- und klimafreundliche Entsorgung. Die Abfallwirtschaft kann bei der Vermeidung und Verminderung von Abgasen, Feinstaub und Stickoxiden im Stadtgebiet einen besonderen Beitrag leisten. Da die Fahrzeuge im kommunalen Bereich fast ausschließlich und täglich im Stadtgebiet unterwegs sind, ergeben sich große Potenziale für die Vermeidung von klima- und gesundheitsgefährdenden Stoffen. Bereits 2017 wurde deshalb eine elektrische Kehrmaschine, ebenfalls durch den Innovationsfond gefördert, angeschafft, um die Innenstadt emissionsfrei zu reinigen. Durch die besonders positiven Erfahrungen mit dieser Technologie, die mit Zahlen im Monitoring bis heute belegbar sind, hat die ASF sich auch für zwei weitere E-Kehrmaschinen sowie für verschiedene Streetscooter entschieden. Zwei Streetscooter sind bereits auf den Straßen Frei-burgs unterwegs und stellen Behälter sowie verschiedene Transportarbeiten emissionsfrei. Doch neben der Batterie als „Treibstoff“ für den E-Motor gibt es noch die Brennstoffzelle, die mit Wasserstoff betrieben wird. Zu diesem Thema gibt es immer wieder experimentelle Fahrzeuge, doch in den Bereich schwere Nutzfahrzeuge ist das Thema bis jetzt nicht vorgedrungen. Die Zukunftsträchtigkeit eines Wasserstofffahrzeuges liegt im Verbinden des Komforts schnellen Tankens mit der Klimaneutralität eines Elektroantriebs. Die ASF möchte zwei MKWs (Müllkraftwagen) mit einer kleinen Batterie und einem Wasserstofftank als "Rangeextender" für den Betrieb einer Brennstoffzelle mit dem Fahrzeugbauer FAUN konzipieren und herstellen. Damit werden zwei klimaneutrale und richtungsweisende Technologien vereint. Freiburg wird somit entweder als erste oder eine der ersten Städte in Europa mit einem Wasserstoff MKW ausgestattet. Die Fahrzeuge werden wahrscheinlich Ende 2020 zur Verfügung stehen. Damit erreicht die ASF ein weiteres Ziel in dem Vorhaben, eine klimaneutrale und noch umweltfreundlichere Stadtreinigung zu werden.

BHKW zur Prozessdampf- und Prozesswärmeerzeugung
Freiburg

Ein BHKW zur Dampferzeugung in der Molkerei

Rohmilch in verschiedene Milchprodukte zu verarbeiten ist energieintensiv. Insbesondere benötigen Molkereien viel Wärme, um die Milch zu pasteurisieren oder Käse und Joghurt herzustellen sowie Kälte, um diese Produkte anschließend zu lagern. Gleichzeitig haben Molkereien einen gleichmäßig hohen Wärmebedarf und eignen sich deshalb besonders für Kraftwärmekopplung. Bei der Schwarzwaldmilch GmbH kommt deshalb ein erdgasbetriebenes BHKW zum Einsatz, das über einen Abhitzekessel Heizwasser und Prozessdampf für die verschiedenen Produktionsstufen der Milchverarbeitung bereitstellt. Ein Wärmespeicher in Kombination mit einer ausgeklügelten Steuerungstechnik stellt sicher, dass Wärmebedarf und -produktion aufeinander abgestimmt sind. Während der Einsatz von BHKWs mittlerweile Standard ist, kommen sie bei der Dampferzeugung wegen der hohen Investitionskosten und damit langer Amortisationszeit noch kaum zum Einsatz. Die Anlage der Schwarzwaldmilch dient deshalb auch als Demonstrationsobjekt, das bei regelmäßigen Führungen besichtigt werden konnte. Drei wesentliche Erkenntnisse: •Vor Projektbeginn gab es von verschiedenen Anbietern sehr unterschiedliche Konzepte, die die Auswahl der besten Lösung erschwerte. •Die Auswahl der richtigen Partner ist für ein so komplexes Projekt entscheidend und war hier erfolgreich. • Eine solide Grundlagenermittlung ist das Fundament für ein tragbares Energiekonzept. Über längere Zeiten sind die potentiellen Wärmesenken mit Wärmezähler gemessen worden, nur über ein repräsentatives Wärmeprofil, das alle Betriebszustände wiedergibt, kann sich das im realen Betrieb bestätigen.