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Freiburger Wohnblocks Modell für Sanierung

Wohngebäude auf den neuesten energietechnischen Stand zu bringen spart Städten und Gemeinden langfristig Kosten und Energie. Die Freiburger Stadtbau GmbH nahm deshalb an einer Studie teil. Sie untersucht bundesweit Modellprojekte, die Gebäude zu Passivhäusern sanierten. Im Freiburger Fall waren dies zwei 1961 errichtete Wohngebäude mit je 18 bzw. 24 Wohnungen. Die Bewohner heizten bisher konventionell mit Gas, Öl, Kohle oder Holz und bezogen ihr Warmwasser über Durchlauferhitzer. Nun sind die Häuser an eine Zentralheizungsanlage angeschlossen, das Warmwasser kommt, unterstützt von einer Solaranlage, ebenfalls aus einer Zentrale. Um zu verhindern, dass die Gebäude ihre Heizwärme nach außen abgeben, erhielten Fassaden, Dachböden und die Kellerdecken eine isolierende Dämmschicht. Passivhausfenster reduzieren den Wärmeverlust noch zusätzlich. Ein Haus erreichte so den Bundesstandard KfW40, das andere KfW60.

Vergrößerte Balkone, eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung im einen, sowie eine kontrollierte Wohnungslüftung im anderen Haus bieten den Bewohnern mehr Komfort.

In der zweijährigen Messphase stellte die deutsche Energieagentur, welche die Maßnahmen begleitete, fest, dass die Häuser 80 Prozent der ursprünglichen Heizenergie einsparen.

Unterstützt durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit ist das Projekt Vorbild für ähnliche Vorhaben. Alleine die Freiburger Stadtbau GmbH verfügt über tausende ähnliche Gebäude.

Projektdaten

Projektnummer 2004-12
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Freiburger Stadtbau GmbH
Laufzeit Januar bis Dezember 2004
Zuschuss 125.180

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Begleitforschung zur energieoptimierten Sanierung der Waldbachschule mittels innovativer solarer Lüftungstechnik (enSoL)
Offenburg

En-Sol – Solare Lüftung für Schulen

Lüftung und Klimatisierung werden in Zukunft immer wichtiger. Zum einen bringt der Klimawandel heißere Sommer und größere Temperaturschwankungen, zum anderen macht konventionelles Lüften in modernen Niedrig- und Passivenergiehäuser bis zur Hälfte der Wärmeverluste aus. Schulen, wo Schüler tagsüber dichtgedrängt lernen, die nachts aber leer stehen, stellen Architekten vor eine besondere Herausforderung. Im Jahr 2008 förderte der Innovationsfonds bereits ein Projekt in Offenburg mit dem Ziel, Schulen ohne herkömmliche Klimaanlagen zu klimatisieren. Ein weiteres Projekt der Hochschule Offenburg erforschte 2010 die klimafreundliche Lüftung von sanierten Gebäuden. Diese Ergebnisse fließen nun ein in neues Projekt, das ein solares, dezentrales Lüftungssystem an der Offenburger Waldbachschule einsetzt. Während der anstehenden energetischen Sanierung wird dort ein innovatives solares Lüftungssystem mit Wärmetauschern und CO2-Sensoren eingebaut. Diese Kombination kommt vereinzelt schon in Wohngebäuden zum Einsatz; in Schulen ist sie noch unerprobt. In einem an der Fassade angebrachten Luftkollektor erwärmen Sonne und Gebäudewand hierfür die Außenluft; ein Ventilator steuert, wie viel warme oder kalte Frischluft ins Gebäude gelangt. Die Frischluft durchfließt anschließend das Gebäude in einem genau durchdachten Muster. Dezentrale Lüftungssysteme haben wesentliche Vorteile. Sie sind langfristig günstiger und wartungsarmer als herkömmliche Anlagen, verbrauchen kaum Energie und sparen so CO2 ein. Außerdem benötigen sie keine Lüftungskanäle und lassen sich platzsparend nachträglich in die Fassade einbauen, beispielsweise während einer Sanierung. Ziel des Projektes ist es, Steuerungssoftware und Messtechnik zu entwickeln, die Temperatur, Feuchtigkeit und CO2-Konzentration an verschiedenen Stellen im Gebäude misst und auf die Bedürfnisse einer Schule anpasst. Aus diesen Daten erstellen die Projektmitarbeiter in Zusammenarbeit mit der Firma Enersearch Solar und Wärmetechnik Stuttgart einen Steuerungsalgorhythmus. Messdaten und Ergebnisse stehen später der Öffentlichkeit zur Verfügung und machen die Waldbachschule so zum Modell für andere Schulen. Außerdem informiert ein Workshop interessierte Fachleute, und auch die Schule selbst macht das neue System zum Thema im Unterricht und in Veranstaltungen.

Innovativer Klimaschutz - Start-up trifft Kommune
Freiburg

Innovativer Klimaschutz - Start-up trifft Kommune

Um Kommunen bei der Aufgabe des Klima- und Umweltschutzes zu unterstützen, sollen in diesem Projekt Start-Ups, die Lösungen für Herausforderungen in diesem Bereich bieten, mit den Kommunen zusammengeführt werden. Davon profitieren sowohl die Region, als auch die hier ansässigen Start-Ups. Klimawandel und fortschreitende Digitalisierung stellen für Kommunen große Herausforderungen dar, die zunehmend schwieriger voneinander zu trennen sind. Die Kommunen stehen hier in Sachen Mobilitätslösungen, Energie- und Gasversorgung, Wärmeplanung und Wasserversorgung in Wohnquartieren, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft vor einer Vielzahl an Herausforderungen hinsichtlich Planung und konkreter Umsetzung. In den vergangenen Jahren machen im Kontext von Energiewende, Wärmewende und Mobilitätswende zunehmend junge Technologie-Startups durch innovative Herangehensweisen auf sich aufmerksam. Sie haben das Potenzial, zur Lösung der genannten Probleme einen wichtigen Beitrag zu leisten. Kooperationen zwischen Startups und Kommunen sind bisher allerdings eher die Ausnahme, insbesondere im ländlichen Raum. Dabei gelten Sektor-übergreifende Kooperationen zwischen öffentlichem Sektor, privatwirtschaftlichen Unternehmen wie Startups und/oder zivilgesellschaftlichen Akteuren als vielversprechend, um Lösungen für komplexe gesellschaftliche Herausforderungen zu finden, zu denen zweifelsohne auch Umwelt- und Klimaschutz sowie eine bürgerfreundliche Digitalisierung zählen. Der Grund sind die starken Interdependenzen von technologischen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Fragestellungen. Diese können am besten gemeinsam durch ein abgestimmtes Vorgehen und mit komplementären Kompetenzen adressiert werden. Die Ziele dieses Projektes sind daher, zum einen für Kooperationsmöglichkeiten zwischen Startups und ländlich geprägten Kommunen zu sensibilisieren und Best-Practice-Beispiele im Hinblick auf Klima- und Umweltschutz aufzuzeigen. Im Projekt sollen außerdem konkrete Bedarfe von Kommunen am Südlichen Oberrhein und im Südschwarzwald passgenau mit innovativen Lösungen von Startups und ggfs. weiteren Akteuren verbunden werden, um daraus förderfähige Projektskizzen zu entwickeln. Hiervon profitiert die gesamte Region Südlicher Oberrhein und Südschwarzwald in Bezug auf Klima- und Umweltschutz und bestätigt darüber hinaus ihre Reputation als international führender Standort für grüne Lösungen zum Schutz von Klima und Umwelt. Das Antragskonsortium besteht aus dem BadenCampus, aus sieben Städten und Kommunen (Breisach am Rhein, Eisenbach (Hochschwarzwald), Lauchringen, Löffingen, Murg, St. Blasien, Vogtsburg am Kaiserstuhl) sowie der Wirtschaftsregion Südwest (WSW).