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Holzvergaser zur dezentralen Energieversorgung

Ein innovativer Holzpellet-Holzvergaser ist Kernstück des dezentralen und nachhaltigen Energieversorgungsnetzes in Schnellingen. Holzvergaser Anlagen vergasen holzartige Biomasse in ein hochkalorisches und klimafreundliches Synthesegas. Dabei zersetzt sich der Brennstoff bei Temperaturen bei 800-900 °C in mehreren Schritten in ein Brenngas, das vor allem aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff besteht.

Ein BHKW mit einer Leistung von 210 kW Strom und 275 kW Wärmeenergie verbrennt das Gas anschließend und erzeugt so Strom und Wärme für Wohnhäusern und Industrieanlagen. Mit einem Wirkungsgrad von 80 Prozent ist die Anlage besonders energieeffizient und produziert weder organisch belastetes Abwasser noch kohlenstoffhaltige Stäube. Besonders im ländlichen Raum bieten Holzvergaser eine innovative Option um Gemeinden nachhaltig und dezentral mit Energie zu versorgen.

Der Probebetrieb in der Heizzentrale ist mittlerweile angelaufen und das Wärmenetz ist fertiggestellt.

Drei wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt:

  • Burkhardt Aggregate, eine der wenigen Möglichkeiten, Holzvergasung auf gewerblichem/industriellem Niveau zu betreiben
  • Kraft-Wärme Kopplung als einer der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit
  • Wärmenetze, die nur private Haushalte (Wohnbebauung) versorgen, stellen den wirtschaftlichen Betrieb vor erhebliche Herausforderungen

Projektdaten

Projektnummer 2013-04
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Bioenergie Schnellingen GmbH
Laufzeit Juni 2012 bis Mai 2015
Zuschuss 200.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Sektorenkopplung im Kleinen - Optimierung der Energieeffizienz der Metzgerei Reichenbach auf Basis des Prinzips der "Sektorenkopplung"
Glottertal

Sektorenkopplung im Kleinen

Die Metzgerei Reichenbach hat sich passend zu ihrem ganzheitlichen Konzept zum Ziel gesetzt, ihre Energieeffizienz mithilfe des Prinzips der Sektorenkopplung zu optimieren. Damit möchte sie die Umsetzbarkeit dieses Ansatzes demonstrieren und so anderen Gewerbetreibenden als Vorbild dienen. Als Sektorenkopplung wird die Vernetzung der Energiewirtschaftssektoren Elektrizität, Wärme, Verkehr und Industrie mit dem Ziel verstanden, durch gemeinsame Betrachtung aller Sektoren über Einzellösungen hinausgehende Synergien zu schaffen und so eine größtmögliche Energieeffizienz zu erzielen. Diese ganzheitliche Betrachtung wird als wesentlicher Bestandteil zur Dekarbonisierung und Integration erneuerbarer Energien angesehen, weil u. a. flexible Speicher für regenerative Stromüberschüsse über z. B. Batteriespeicher hinaus geschaffen werden können. Bisher wird dieser Ansatz aber im Großen, also eher volkswirtschaftlichen Maßstab gedacht. Synergien, die durch Sektorenkopplung in einer der kleinsten Einheiten – nämlich dem Gewerbebetrieb – genutzt werden könnten, werden bis dato nicht ausgeschöpft. Denn gerade für Gewerbetreibende zählen in der Energietechnik bislang einfache und robuste, konventionelle Lösungen, damit ausreichend Kapazität zur Verfügung steht, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Entsprechend hat sich das Handwerk auf diese konventionellen Lösungen spezialisiert. Die Metzgerei Reichenbach verfolgt auch im eigentlichen Kerngeschäft einen ganzheitlichen Ansatz. Aufzucht, Schlachtung und Direktvermarktung komplett aus einer Hand und alles in einem Aktionsradius von max. 50 km - das ist nicht nur in Deutschland einmalig. Diese ressourcenschonende Arbeitsweise wurde schon immer seitens Inhaber Ulrich Reichenbach durch einen Blick über den Tellerrand weiter ausgebaut, z. B. durch den frühzeitigen Einsatz natürlicher Kältemittel in der Kühlung. Auf Basis des Prinzips der Sektorenkopplung will der Hauptstandort der Metzgerei Reichenbach nun den nächsten Schritt gehen. Hierzu zählt der vernetze Einsatz von dezentralen Stromerzeugern wie Photovoltaik und einem Blockheizkraftwerk, welches Wärme für eine Kältemaschine erzeugt. Zudem können die daraus resultierenden erneuerbaren bzw. primärenergiesparenden Stromüberschüsse in Form von Kälte in einem innovativen Phasenwechselspeicher eingespeichert werden. Wichtiger Überbau zwischen Erzeugern, Speichern und Abnehmern ist dabei eine übergeordnete Steuerung mit Möglichkeiten zum aktiven Lastmanagement, um eine bestmögliche Energieeffizienz zu erreichen. Wesentlich für eine gesamtvolkswirtschaftliche Bewertung des Konzepts ist aber, dass die Speicherung des Überschussstroms in Wärme und Kälte eine Alternative zur umstrittenen Batteriespeicherung und zur in Zukunft voraussichtlich stärker eingeschränkten Speicherwirkung des Netzes der öffentlichen Versorgung darstellt. Die daraus resultierende Komplexität dieser Gesamtanlage macht eine längere Evaluierungsphase notwendig, in der das ausführende Handwerk eingebunden wird, wodurch eine Leuchtturmwirkung und Übertragbarkeit der „Sektorenkopplung im Kleinen“ erreicht werden soll.

Neubau Bürgerhaus Mietersheim
Lahr

Energieeffizientes Bürgerhaus Mietersheim

Als ehemals selbstständiges Dorf hat Mietersheim eine für eingemeindete Ortsteile typische Struktur. Stark befahrene Straßen führen durch den alten Ortskern, in den 1960ern und 70ern kamen neue Wohngegenden hinzu und veränderten den Charakter des alten Bauerndorfes.Mit einem kommunalen Entwicklungsplan harmonisierte die Stadt Lahr nun beide Teile und schaffte einen verkehrsberuhigten Ortskern als neues Zentrum. Teil dieses Plans war der Bau eines neuen, energieeffizienten Bürgerheims. Dafür riß die Stadt zwei alte Gebäude im Ortskern ab und errichtete das Bürgerheim, das sich mit seiner transparenten Fassade in die Architektur des Dorfplatzes einfügt. Großen Wert legte das städtische Bauamt darauf, für den Bau regionale, nachwachsende Rohstoffe zu verwenden. Verschiebbare Wände machen es nun möglich, das neue Gebäude flexibel zu nutzen. Das Konzept senkt zudem – im Vergleich zum Heizen oder Beleuchten eines einzigen, großen Raumes – die Energiekosten. Im Sommer kühlen Erdregister über ein Röhrensystem im Boden die Räume ohne dafür wie herkömmliche Klimaanlagen große Strommengen zu verbrauchen. Pro Jahr spart die Gemeinde damit etwa ein. Mietersheim ist Vorbild für andere Gemeinden, wenn es darum geht mit nachhaltigen aber bereits bewährten Technologien energieeffizient zu bauen ohne die städtischen Finanzen damit stark zu belasten. Um ihr Modell in die Öffentlichkeit zu tragen, veranstaltete die Stadt Lahr deshalb mehrere Veranstaltungen zum Thema ‚Best Practice – Energieeffizienz als Standard.