Zurück zur Übersicht

Innovative Verbandskläranlage

Die renovierte Verbandskläranlage des Abwasserzweckverbandes Mittleres Wutachtal erhielt eine innovative Anlage, die den Klärschlamm und das Filtratwasser effektiver behandelt.

Dazu untersuchten Wissenschaftler des Stuttgarter Fraunhofer Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik Stuttgart (IGB) zuerst die einzelnen Anlagenteile sowie Schlammproben, um anschließend einen neuen Faulturm zu bauen. In diesem läuft eine so genannte Hochlastfaulung mit Mikrofiltration ab. Dabei verdickt die Anlage den Schlamm zuerst, indem sie das Schlammwasser abfiltert. Aus dem abgefilterten Wasser entfernt die Anlage bis zu 90 Prozent des Stickstoffs. Das aus dem Stickstoff gewonnene Ammoniumsalz dient als Dünger. Den konzentrierten Restschlamm weiterzuverarbeiten beansprucht weniger Raum und Energie, außerdem produziert er mehr Biogas. Das Biogas betreibt eine Gasheizung, die fast den gesamten Energiebedarf der Kläranlagen deckt.

Die Experten evaluieren das Projekt über einen längeren Zeitraum und ermöglichen es so, in Zukunft anderen Gemeinden, die innovative Methode zu nutzen.

Projektdaten

Projektnummer 2005-14
Projektart Forschung und Studien
Projektträger Abwasserzweckverband Mittleres Wutachtal, Wutöschingen
Laufzeit Januar 2004 bis Dezember 2005
Zuschuss 51.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Arzneimittel in der aquatischen Umwelt
Freiburg

Arzneimittelrückstände im Abwasser

Pro Jahr verbrauchen die Deutschen 38.000 Tonnen pharmazeutischer Wirkstoffe. Weil sie oft unsachgemäß entsorgt werden, gelangen Spuren davon über Kanalisation und Kläranlage in den Wasserkreislauf. Besonders häufig sind Desinfektions- und Kontrastmittel sowie Antibiotika oder das Antidiabetikum Metformin. In zwei Modellgebieten in der Region Freiburg identifizierten das Technologiezentrum Wasser Karlsruhe und das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Uniklinik Freiburg deshalb exemplarisch alle Quellen, die das Trinkwasser mit Arzneimittelspuren verunreinigen. Die gefundenen Konzentrationenlagen lagen mindestens 10.000fach unter der niedrigsten Dosis, in der Menschen das jeweilige Arzneimittel einnehmen. Die Experten stellten aber fest, dass Bakterien einige Wirkstoffe, die den menschlichen Stoffwechsel unverändert passieren, in der Kläranlage umwandeln. So entstehen neue Stoffe, deren Verhalten man bisher nicht voraussagen kann. Nicht die Krankenhäuser, in denen es ohnehin möglich ist, Medikamente professionell zu entsorgen, sondern die Privathaushalte verbrauchen die meisten Arzneimittel, so die Studie. Deshalb betont sie, wie wichtig es ist, die Menschen dafür zu sensibilisieren, nicht gebrauchte Medikamente verantwortungsvoll zu entsorgen. Weiterhin empfehlen die Experten Ärzten, möglichst umweltfreundliche Stoffe zu verschreiben. Zwar sind viele Stoffe nicht abbaubar, Laborversuche zeigten aber, dass konventionelle Verfahren wie Oxidation oder Aktivkohlefiler die Mehrzahl von ihnen entfernen.

Mobile Wärmespeicher zur Effizienzsteigerung bei Biogasanlagen
Offenburg

Logistikkonzept für mobile Wärmespeicher in Biogasanlagen

Im Versorgungsgebiet der badenova gibt es etwa 160 Biogasanlagen. Weil Fernwärmeleitungen relativ teuer sind, nutzen nur etwa 30 von ihnen die während der Gärung entstehende Wärme vollständig. Jährlich etwa fünf MW Wärme bleiben so bisher ungenutzt. Würde diese Wärme genutzt, würden allein in Südbaden etwa 20.000 t CO2 eingespart. Am Beispiel der Biogasanlage Neuried entwickelte die Hochschule Offenburg deshalb ein Konzept für mobile Wärmespeicher, die die Wärme flexibel und ohne Fernleitungen direkt zum Abnehmer bringen. Mobile Wärmespeicher sind handelsübliche Container, die ein Speichermedium, beispielsweise Natriumacetat – auch bekannt als Pökelsalz - , enthalten. Ein wasserbasierter Wärmetauscher übergibt die Wärme aus der Biogasanlage in wenigen Stunden an den Speicher, den der Kunde oder ein Transportunternehmen anschließend auf einem Anhänger zum Verbrauchsort transportiert und dort anschließt. Wärmeproduktion und Verbrauch sind so zeitlich und räumlich entkoppelt. Der im Projekt untersuchte La-Therm-Latentwärmespeicher beispielsweise speichert 2,5 MWh, was genug ist, um ein Einfamilienhaus für ein Vierteljahr mit Warmwasser und Heizwärme zu versorgen. Pro Tag verliert der Speicher Tag weniger als ein Prozent an Wärme. Für solche Wärmespeicher fehlt bisher ein umfassendes Logistikkonzept, das die gesamte Wertschöpfungskette von der Biogasanlage zur Beladestation über den Transport der Speicher zum Verbraucher berücksichtigt. Die Wissenschaftler analysierten deshalb zuerst bestehende Übergabestationen, Speichersysteme und Technik und berechneten anschließend die Wirtschaftlichkeit. Die Speicher sind an die Neurieder Ladestation angeschlossen und bringen so die Wärme zu den Nutzern. Einem Landwirt, der damit im Herbst seine Tabakblätter trocknet, ein Schwimmbad und Wohnhäuser im Winter und im Frühjahr Gewächshäuser. Zusammenfassend kann aus den Projektergebnissen festgestellt werde, dass die Entnahmetemperatur sowohl beim Warmwasserspeicher als auch beim PCM-Speicher durch die Bauart und das verwendete Speichermaterial festgelegt sind. Nur im Falle des Zeolithspeicher kann die Entnahmetemperatur beliebig eingestellt werden. Ein weiterer Vorteil des Zeolithspeichers liegt in der pro Volumeneinheit speicherbaren Energiemenge. Diese liegt beim Zeolithspeicher ca. 220 kWh/m3. Im Gegensatz dazu kann in einem PCMSpeicher ca. 100 kWh/m3 und im Warmwasserspeicher ca. 60 kWh/m3 gespeichert werden. Die Lade- als auch die Entladezeiten sprechen auch für den Zeolithspeicher, da sie kürzer sind als bei den beiden anderen Speichersystemen. Eine vergleichende Kostenabschätzung ist z.Z. noch nicht möglich, da im Falle des Zeolithwärmespeichers noch offende Felder existieren. Zeigen sich jedoch im Anschluss an das Projekt machbare Potentiale, ist das Konzept nicht nur für Biogasanlagen in attraktiv, sondern auch für andere Wärmeproduzenten wie beispielsweise Müllverbrennungs- oder Industrieanlagen. KWK-Gutschriften oder CO2 Zertifikate können die noch hohen Investitionskosten zumindest teilweise refinanzieren.