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Kindergarten im Passivhausstandard

Um mehr Kinder betreuen zu können, sanierte und erweiterte die Stadt Schopfheim den Kindergarten Hintermatt, ursprünglich ein Flachbau mit hohem Energieverbrauch. Die Stadt kombinierte hierfür Erdwärme mit einer sogenannten transluzenten Wärmedämmung. Diese noch recht wenig genutzte Technik verkleidet die Außenwände mit einer Schicht aus transparentem Polykarbonat. Mit nur 10 cm ist die Schicht wesentlich dünner als eine herkömmliche Wärmedämmung und ist durch ihre Luftschächte Teil des Lüftungssystems. Nachdem die Sonne die Luft erwärmt hat, fließt diese in Räume und spart so Heizenergie. Eine Wärmepumpe mit vier Erdsonden ersetzt den ölbefeuerten Heizkessel und kühlt die Räume im Sommer. Thermische Solarkollektoren unterstützen die Heizung und erwärmen das Brauchwasser. Das isolierte Dach lässt auch im Winter viel Tageslicht in die Räume. Eine ausgeklügelte Regelungstechnik steuert und überwacht das Lüft- und Heizsystem, das dadurch mit weniger Luftvolumen auskommt und kostengünstiger ist.

Durch die Maßnahmen verringerte sich der Verbrauch von 65 kWh pro Jahr und Quadratmeter auf etwa 12-15 und entspricht damit dem Passivhausstandard. Die Kombination von effizientem Lüftungssystem, innovativer Dämmung und Monitoring macht Kindern, Eltern und Anwohnern tagtäglich energieeffizentes Bauen begreifbar.

Weitere Informationen zur Gebäudetechnik liefert die Projektbeschreibung des Architekten Kuri (PDF, 20KB) (PDF 21,3 kB) sowie im Abschlussbericht zum Projekt.

Projektdaten

Projektnummer 2012-01
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Stadt Schopfheim
Laufzeit Juni 2012 bis September 2014
Zuschuss 134.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Entwicklung und Marktdemonstration eines mobilen Mess- und Analysesystems
Freiburg

OptiLuft -- Energie sparen mit optimierter Lüftung

Fehleinstellungen in Lüftungssystemen werden oft spät oder überhaupt nicht entdeckt, gerade in Gebäuden mit älteren Anlagen. Das kostet unnötig Energie und damit Geld. Messungen waren bisher aufwändig und langwierig. Diesen Fehleinstellungen früher und unkompliziert auf die Spur zu kommen, ist Ziel des Projektes der Firma Messeffekt GmbH. Sie nutzt dafür eigens entwickelte mobile Messboxen, die für ein bis vier Wochen in die Lüftungsanlagen eingebracht werden. Dort messen die Boxen verschiedene Parameter wie Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und, CO2-Konzentration. Hinzu kommen weitere Messgeräte zur Bestimmung des Wärme- und Stromverbrauchs der Hauptkomponenten. Die Datenübermittlung erfolgt drahtlos, so dass aufwändige Bohrungen und Verkabelung entfallen. Mit diesen Daten können die Experten Betriebsprobleme schnell und zuverlässig identifizieren und den Kunden Lösungswege vorschlagen. Die Umsetzung der Maßnahmen amortisiert sich für den Betreiber der Lüftungsanlage aufgrund der häufig sehr großen Energieeinsparpotenziale oft schon in wenigen Monaten. Messeffekt hat das mobile Messsystem bereits in sieben Kundenprojekten eingesetzt und erfolgreich große Verbesserungspotentiale identifiziert. Beim bisherigen Einsatz zeigte sich jedoch, dass es in der Auswertung noch Optimierungsbedarf gibt. Im Projekt ging es nun darum, sich wiederholende Auswertungsschritte zu automatisieren und die Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität des Systems weiterzuentwickeln. Damit sollten Messsystem und Software auf dem Markt für Energieberater und Ingenieure verfügbar werden. Messeffekt, als Spin-Off des Fraunhofer ISE enstanden, ist Mitglied des Innovations- und Effizienzclusters InnoEff der Strategischen Partner Klimaschutz am Oberrhein, die ebenfalls vom Innovationsfonds gefördert wurden. Darstellung drei wesentlicher Erkenntnisse aus dem Projekt. Das ursprünglich geplante Geschäftsmodell, auf dem das Projektziel basierte, nämlich die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von mobilen Lüftungsmesssystemen ist kurzfristig nicht kommerziell attraktiv, obwohl die technische Entwicklung erfolgreich war. Nur mit einer 6- oder 7-stelligen Zusatz-Investition wäre der großflächige Markteintritt zu bewerkstelligen, und auch nur vielleicht. Möglicherweise war die technische Komplexität der Grund, warum auch noch kein anderer Anbieter ein solches System am Markt platziert hat. Dennoch war das Projekt nicht nur technisch sondern auch kommerziell ein voller Erfolg, da rund um die entwickelte Technologie Zusatzangebote entwickelt wurden, die bereits vielfach beauftragt wurden: Die Kombination der Messsysteme mit automatisierten Datenauswertungen, Mess- und Installationsdiensten, Steuerungslösungen, Betriebsüberwachung und Beratung – also entlang der Wertschöpfungskette und der Kundenbedürfnisse – hat sich als erfolgreicher Weg für die messeffekt GmbH erwiesen. Erkenntnisse aus den Kunden-Messeinsätzen haben zu einem neuen Ansatz und zu einem neuen Innovationsfonds Antrag geführt, um daraus hochgradig skalierbare Geschäftsmodelle zur Steigerung der industriellen Energieeffizienz zu entwickeln. Für Energieversorger und Netzbetreiber steht mit den Daten der registrierten Leistungsmessungen, die für Verbraucher mit einem Energieverbrauch von mehr als 100.000 kWh erhoben werden, eine enorm große und wertvolle Datenbasis zur Verfügung. Diese soll im Rahmen dieses Projektes zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Bereich Energieeffizienz genutzt werden.