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    Klimaneutrales Neubaugebiet in Kehl durch Niedertemperatur-Wärmenetz | 2022-03

    Umweltfreundliche Wärme für das Neubaugebiet Hühnerbünd II in Kehl durch den Einsatz von Grundwasser als Energiequelle für Wärmepumpen.

    Umweltfreundliche Wärme für das Neubaugebiet Hühnerbünd II in Kehl durch den Einsatz von Grundwasser als Energiequelle für Wärmepumpen.
    Projektdaten  
    Projektname Klimaneutrales Neubaugebiet Kehl Hühnerbünd II mittels Niedertemperatur-Wärmenetz und Grundwasser-Wärmepumpen
    Projektnummer 2022-03
    Projektart Bau und Anwendung
    Projektträger Wärmegesellschaft Kehl GmbH & Co. KG
    Laufzeit 01.06.2022 - 31.05.2025
    Fördersumme 150.000 €

    Was ist ein Niedertemperatur-Wärmenetz?

    Ein Niedertemperatur-Wärmenetz ist eine spezielle Version eines Fernwärmenetzes. Letzteres ist ein Versorgungsnetz, das ausgehend von einer zentralen Energiequelle eine Vielzahl von Abnehmern, oft Wohnhäuser, mit Wärme versorgt. Die als Wärmequelle verwendeten Kraftwerke können mit verschiedenen Brennstoffen betrieben werden, z.B. mit Biogas, Holz oder Müll. Oft jedoch kommen fossile Brennstoffe wie Erdgas oder Kohle zum Einsatz. Möglichkeiten diese Art der Wärmeversorgung nachhaltiger zu machen, bestehen im Einsatz von Erneuerbaren Energien zum Betrieb der Kraftwerke, oder der Nutzung von vorhandener Abwärme, wie es beispielsweise bei Industrieprozessen der Fall sein kann. Hier sind die Temperaturen meist sehr hoch.

    Ein Niedertemperatur-Wärmenetz hingegen folgt dem gleichen Prinzip, zapft jedoch Wärmequelle mit geringeren Temperaturen an z.B. Maschinen, Rechenzentren oder Biogasanlagen, aber auch Seen, Flüsse und das Grundwasser geben Wärme ab und können als Wärmequelle dienen. Diese Niedrigwärme kann dann über den Einsatz von Wärmepumpen auf die benötigten Temperaturen angehoben werden.

    Grundwasser als Energiequelle

    Grundwasser hat gute Wärmespeichereigenschaften und das ganze Jahr über relativ gleichbleibende Temperaturen. Das Grundwasser wird über einen Brunnen nach oben gefördert, über die Wärmepumpe geleitet, gibt dort Energie ab und wird anschließend kühler wieder zurück in den Boden gegeben. Die Energie kann dann durch spezielle Heizkörper zur Gebäudeerwärmung verwendet werden. Im Sommer lässt sich der Prozess umkehren, so dass Wärme aus den Gebäuden an das Wasser abgegeben wird und dadurch ein Kühlungseffekt eintritt.

    Das neue klimaneutrale Niedertemperatur-Wärmenetz in Kehl

    Neumühl ist ein Ortsteil von Kehl und liegt östlich der Kinzig, ca. 3 km vom Stadtkern Kehls entfernt. Hier wird das Neubaugebiet Hühnerbünd II mit ca. 30 Gebäuden erschlossen. Diese sollen über ein Niedertemperatur-Wärmenetz (Vorlauftemperatur 45 Grad Celsius) aus dem benachbarten Bestandsgebäude mit umweltfreundlicher Wärme versorgt werden.

    Oft werden in Wohngebäuden sogenannte Luft-Wärmepumpen verwendet, welche die Außenluft als Wärmequelle verwenden. Wegen ihrer höheren Effizienz sollen im Kehler Neubaugebiet jedoch Grundwasser-Wärmepumpen, die über neue Brunnen gespeist werden, zum Einsatz kommen. Zusätzlich sollen auch die drei Bestandsgebäude im Wesentlichen mit den Wärmepumpen beheizt werden und auch die Möglichkeit zur Kühlung der Gebäude in den Sommermonaten soll geprüft werden. Für die Warmwasserbereitung (60 Grad Celsius) sind dezentrale Booster-Wärmepumpen in jedem Gebäude geplant. Diese bringen das Wasser energieeffizient auf höhere Temperaturen, die dann auch für die Dusche oder das heiße Bad ausreichen. Nur die Spitzenlast soll gegebenenfalls noch mit einem kleinen Erdgas-Brennwertkessel gedeckt werden. Da auch die Wärmepumpen Energie benötigen, sollen Photovoltaikanlagen auf den Bestandsgebäuden mittelfristig den gesamte Strombedarf der Wärmepumpen decken und damit eine klimaneutrale Wärmeversorgung ermöglichen.

    Weitere Förderprojekte mit dem Thema Nahwärmeversorgung und Wärmepumpen finden beispielsweise in Oberwolfach und in der Luisenhöhe statt. Auch die generellen Nutzungsmöglichkeiten von Industrieller Abwärme ist Inhalt eines unserer Projekte.

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