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Müllautos mit diesel-elektrischem Hybridantrieb

Diesel-elektrische Hybridfahrzeuge gelten als besonders umweltfreundlich. Sie verbrauchen wenig Treibstoff und unterschreiten mit ihren Emissionen die EURO 5 Norm. Während solche Hybridfahrzeuge im PKW-Bereich schon marktreif sind, gibt es noch kaum Nutzfahrzeuge mit diesem klimaschonenden Antrieb. Die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH erprobte deshalb ein hybridbetriebenes Abfallsammelfahrzeug. Der Rotopress Dualpower Faun Hybrid ist der erste LKW dieser Art. Für längere Strecken nutzt das Fahrzeug den Dieselbetrieb, in der Ladeposition schaltet es auf den Elektromotor um. Wenn der LKW bremst, speichert der Motor die Bremsenergie und setzt sie fürs Müllsammeln und Pressen ein. Deshalb benötigt das Müllfahrzeug ein Drittel weniger Energie und ist außerdem wesentlich leiser als herkömmliche LKW. Das entlastet auch die Mitarbeiter der ASF. Bisher musste der Motor beim ständigen Anfahren, Laden und Pressen auf voller Kraft laufen; die Arbeiter waren täglich dem Abgas ausgesetzt. Beweist sich der Rotopress in der Praxis, plant die ASF drei weitere Müll-LKWs mit Hybridfahrzeugen zu ersetzen.

Das Projekt trägt wesentlich zum Luftreinhaltungsplan Freiburg bei und reduziert den Lärm, dem die Freiburger frühmorgens ausgesetzt sind. Außerdem werben die täglich sichtbaren ASF-Fahrzeuge für eine bessere Akzeptanz der Diesel-Hybridtechnik.

Projektdaten

Projektnummer 2011-06
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg
Laufzeit April 2011 bis April 2013
Zuschuss 61.500

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Biodiversität und regenerative Energie am Kahlenberg
Ringsheim

Biomasse aus der Landschaftspflege

Unterstützt vom Innovationsfonds, hat sich die Deponie Kahlenberg große Mengen an Grünschnitt an. Diese Biomasse aus der Landschaftspflege bleibt trotz einiger Pilotprojekte, beispielsweise in Bad Säckingen, oft noch ungenutzt. Als nachwachsender regionaler Rohstoff bietet diese Biomasse jedoch ein zusätzliches Potential zur nachhaltigen und klimafreundlichen Energieerzeugung. Das Zentrum Kahlenberg erstellt nun ein Konzept, in dem für verschiedene Grünflächen durch eine auf Artenvielfalt orientierte Landschaftspflege die Biodiversität verbessert, die dabei gewonnene Biomasse optimal geerntet, gelagert und in einem Biomassekessel verbrannt wird. Dabei trocknen die Betreiber die Biomasse konventionell (Trockenhalmgut) und verbrennen sie bedarfsgerecht in einer Anlage mit einer Leistung von 300 kW thermisch. Die erzeugte Wärme wird ins Ringsheimer Fernwärmenetz eingespeist. Durch moderne Filter und eine speziell an die Brennstoffeigenschaften angepasste Brennkesseltechnik liegen die Schadstoffemissionen deutlich unter den Grenzwerten. Anders als beim Vergasen von Biomasse, muss der Kessel nicht ständig laufen und kann den trockenen Brennstoff je nach Bedarf verfeuern. Die Verantwortlichen optimieren die Biodiversität von Grünflächen, verbessern Filter, Verbrennung und Lagerung der Biobrennstoffe und analysieren außerdem, wie sich der Mahdzeitpunkt auf die Brennstoffeigenschaften auswirken. In Zukunft kann Energie aus Biomasse die Energie aus der Deponiegasverwertung ersetzen, die in Zukunft durch die schwindenden Deponiegasmengen in immer kleineren Mengen anfällt. Das Projekt zeigt so innovative Wege auf, um Artenreichtum in heimischen Kulturlandschaften zu erhalten und zu erweitern, sowie nachhaltige Biomasse zu produzieren und hochwertig zu verwerten, ohne in Landwirtschaft oder Siedlungsplanung einzugreifen. Einen ergänzenden Überblick erhalten Sie durch die im Projekt entstandenen Infotafel (JPG, 1.5MB) .

BHKW zur Prozessdampf- und Prozesswärmeerzeugung
Freiburg

Ein BHKW zur Dampferzeugung in der Molkerei

Rohmilch in verschiedene Milchprodukte zu verarbeiten ist energieintensiv. Insbesondere benötigen Molkereien viel Wärme, um die Milch zu pasteurisieren oder Käse und Joghurt herzustellen sowie Kälte, um diese Produkte anschließend zu lagern. Gleichzeitig haben Molkereien einen gleichmäßig hohen Wärmebedarf und eignen sich deshalb besonders für Kraftwärmekopplung. Bei der Schwarzwaldmilch GmbH kommt deshalb ein erdgasbetriebenes BHKW zum Einsatz, das über einen Abhitzekessel Heizwasser und Prozessdampf für die verschiedenen Produktionsstufen der Milchverarbeitung bereitstellt. Ein Wärmespeicher in Kombination mit einer ausgeklügelten Steuerungstechnik stellt sicher, dass Wärmebedarf und -produktion aufeinander abgestimmt sind. Während der Einsatz von BHKWs mittlerweile Standard ist, kommen sie bei der Dampferzeugung wegen der hohen Investitionskosten und damit langer Amortisationszeit noch kaum zum Einsatz. Die Anlage der Schwarzwaldmilch dient deshalb auch als Demonstrationsobjekt, das bei regelmäßigen Führungen besichtigt werden konnte. Drei wesentliche Erkenntnisse: •Vor Projektbeginn gab es von verschiedenen Anbietern sehr unterschiedliche Konzepte, die die Auswahl der besten Lösung erschwerte. •Die Auswahl der richtigen Partner ist für ein so komplexes Projekt entscheidend und war hier erfolgreich. • Eine solide Grundlagenermittlung ist das Fundament für ein tragbares Energiekonzept. Über längere Zeiten sind die potentiellen Wärmesenken mit Wärmezähler gemessen worden, nur über ein repräsentatives Wärmeprofil, das alle Betriebszustände wiedergibt, kann sich das im realen Betrieb bestätigen.