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Optimierung mobiler Pyrolyseöfen

Seit 2011 erprobt ein Projektteam in einem Innovationsfondsprojekt eine mobile Anlage für die Pyrolyse von Biomasse aus Reb- und Obstschnitt. Dabei wandelt die Anlage unter Nutzung eines australischen Pyrolysesystems - unter mäßiger Hitze und ohne Sauerstoffzufuhr Biomasse in Verbrennungsgas und Biokohle um. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich das Verfahren gut dazu eignet, große Mengen an Biomasse in kompakte und wesentlich leichtere Biokohle umzuwandeln. Die Biokohle ist vielseitig verwendbar: Sie ist CO

Während des Projektes zeigte sich jedoch, dass die Abläufe der mobilen Pilotanlage noch an mitteleuropäische Klimabedinungen und Biomassequalitäten angepasst werden müssen. Mit den Erfahrungen der letzten zwei Jahre optimiert deshalb das Team in einem Nachfolgeprojekt den Pyrolyseofen. Die optimale Feuchtigkeit des Brennmaterials, so zeigten die Untersuchungen, liegt unter dreißig Prozent. Die Biomasse aus Weinbau und Obstschnitt liegt jedoch häufig darüber, was eine gleichmäßige Pyrolyse verhindert. Auch ist die gleichmäßige Einförderung der Biomasse ein wichtiger Knackpunkt. In Zusammenarbeit mit der Herstellerfirma entwickeltenn die Projektleiter deshalb einen Aufbau, der im Ablauf optimiert ist und dabei das Pyrolysegut mit der Abwärme des Ofens trocknet.

Die Ergebnisse aus diesem Projekt und den vorgelagerten Untersuchungen können dem umfangreichen Abschlussbericht entnommen werden.

Projektdaten

Projektnummer 2013-13
Projektart Forschung und Studien
Projektträger Projektteam Kiss/ Holweg
Laufzeit September 2013 bis April 2014
Zuschuss 13.000

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Aeromagnetische Vermessung von Erdmagnetfeldern
Neuried

Geothermisches Potential vom Flugzeug erkundet

Aeromagnetische Verfahren sind bereits Standard bei Voruntersuchungen für Öl, Gas oder Erz. Dabei überfliegen Wissenschaftler das Untersuchungsgebiet mit einem Spezialflugzeug und zeichnen die magnetischen Signale des Untergrundes auf. Da verschiedene Gesteinssorten unterschiedlich magnetisch sind, können sie so auf das seismische Profil schließen. Während herkömmliche seismische Untersuchungen steilstehende geologische Körper wie Salzstöcke oder vulkanisches Gestein nur schlecht abbilden, erkennt die aeromagnetische Methode sie aufgrund ihrer magnetischen Eigenschaften. So verringert sich das Bohrrisiko. Bei der Geothermie kam das aeromagnetische Verfahren bisher kaum zum Einsatz. Dort untersucht man bisher meistens vom Boden aus, was besonders in unzugänglichem Gelände umständlich und teuer ist. Die aeromagnetische Methode hingegen ist schnell und kostengünstig, eignet sich auch für schwieriges Terrain und hinterlässt keine Flurschäden. Die Gemeinde Neuried testet das Verfahren deshalb, unterstützt von Geologieexperten des Freiburger Regierungspräsidiums. Neuried ist dafür besonders geeignet, denn dort untersuchte man den Untergrund in den letzten Jahren schon mit herkömmlichen seismischen Methoden. So können die Wissenschaftler beide Verfahren vergleichen und feststellen, inwiefern sich das aeromagnetische Verfahren für die Geothermie eignet. Dafür überfliegt ein Leichtflugzeug das 150 Quadratkilometer große Untersuchungsgebiet in einer Höhe von 150 m und überzieht es mit 600 Messlinien im Abstand von jeweils 250 m. 100 Querlinien ergänzen das Profil. Anschließend werten die Forscher die Ergebnisse aus, vergleichen sie mit den bereits vorhandenen Daten und schließen daraus auf das geothermische Potential. Erweist sich das aeromagnetische Verfahren als aussagekräftig, würde die geothermische Vorerkundung in Zukunft einfacher und kostengünstiger.

Energetische Nutzung von Maisstroh als landwirtschaftlicher Reststoff
Oberrheinebene

Maisstroh für die Biogasproduktion

Auf bis zu 50 Prozent der Felder am Oberrhein wächst Mais. Dabei handelt es sich überwiegend um Körnermais, also Mais, der vor allem zu Stärke für die Nahrungs- und Pharmaindustrie weiterverarbeitet wird. Anders als beim Silomais, wo die ganze Pflanze verwertet wird, bleibt hierbei das Maisstroh übrig, als ein großer Teil der Pflanze. Es verbleibt gewöhnlich auf dem Feld, wo es die Landwirte häckseln und in den Boden einarbeiten. Trotzdem zersetzt sich das grobe Stroh nur langsam. Gemeinsam mit Landwirten aus der Region erprobt die badenovaWärmeplus nun, inwiefern sich das Stroh als Substrat für Biogasanlagen eignet und ob es überhaupt wirtschaftlich eingesetzt werden kann. Das Projekt untersucht dafür, wie man die Maisstrohernte möglichst effizient in den bisherigen Ablauf integrieren kann. Das ist besonders wichtig in der Rheinebene, wo viele Landwirte relativ kleine Felder bewirtschaften und oft nicht über eigene Erntemaschinen verfügen. Auch die sehr unterschiedliche Bodenbeschaffenheit stellt große Ansprüche. Dafür erprobt das Projektteam verschiedene Erntetechniken und Abläufe, alle mit dem Ziel, Boden und Landwirte möglichst wenig durch zusätzliche Fahrten und Ernteeinsätze zu belasten, und das Maisstroh zu bergen, bevor es kompostiert. Für eine Reihe von Maissorten analysieren die Mitarbeiter außerdem, welcher Zerkleinerungsgrad und welche Form der Silierung die höchsten Gaserträge ergeben. Aus den Ergebnissen der Erntejahre 2014 bis 2016 erwarten die Mitarbeiter ein praxistaugliches Verfahren für das Jahr 2017. Ziel ist es, für die badenova-Biogasanlagen in Neuried und im Gewerbepark Breisgau aus den umliegenden Maisfeldern genug Stroh zu gewinnen, um 20 Prozent des Substratbedarfs zu decken. Für eine Biogasanlage im elsässischen Willgottheim könnte der Anteil sogar noch höher liegen. Das Projekt reiht sich ein in die langjährige Forschung von badenova und Partnern aus der Region zur Biogasproduktion aus landwirtschaftlichen Restprodukten wie Apfel- oder Traubentrester oder Tabakstängeln. Den aktuellen Projektstand können Sie dem beigefügten Zwischenbericht entnehmen.