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Sauberes Trinkwasser mit Sonnenkraft

Noch immer haben weltweit 1,3 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 80 Prozent der Krankheiten in den Entwicklungsländern sind darauf zurückzuführen.

Eine photovoltaisch betriebene Wasseraufbereitungsanlage der Freiburger Solar Fabrik AG kann hier zukünftig helfen. Unabhängig von externen Elektrizitätsquellen fördert die Pumpe mit dem Strom ihrer Solaranlage Wasser aus einem Brunnen. Die Nutzer können es dann direkt als Brauchwasser verwenden, alternativ bereitet ein Keramikfilter es zu Trinkwasser auf.

Für das Projekt testeten Dorfgemeinschaften in Laos und Indien die Anlage für ein halbes Jahr. Die einfach zu bedienenden Pumpen erwiesen sich als zuverlässig, lieferten bis zu 1000 Liter Trinkwasser am Tag und stießen bei den Nutzern auf große Akzeptanz. Im begleitenden Monitoring untersuchten Experten, wie sich die Filter noch verbessern lassen und wie sie die Kosten senken können.

Nach Projektabschluss entwickelte die Solar Fabrik die Pumpen zum serienreifen Produkt, das in Zukunft Dörfer in Entwicklungsländern dauerhaft mit Trinkwasser versorgen kann. In den untersuchten Ortschaften reduzierten sich während der Testphase die von unsauberem Wasser verursachten Krankheiten erheblich.

Projektdaten

Projektnummer 2003-05
Projektart Forschung und Studien
Projektträger Solar-Fabrik AG
Laufzeit Oktober 2002 bis Februar 2004
Zuschuss 99.375

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Mobile Wärmespeicher zur Effizienzsteigerung bei Biogasanlagen
Offenburg

Logistikkonzept für mobile Wärmespeicher in Biogasanlagen

Im Versorgungsgebiet der badenova gibt es etwa 160 Biogasanlagen. Weil Fernwärmeleitungen relativ teuer sind, nutzen nur etwa 30 von ihnen die während der Gärung entstehende Wärme vollständig. Jährlich etwa fünf MW Wärme bleiben so bisher ungenutzt. Würde diese Wärme genutzt, würden allein in Südbaden etwa 20.000 t CO2 eingespart. Am Beispiel der Biogasanlage Neuried entwickelte die Hochschule Offenburg deshalb ein Konzept für mobile Wärmespeicher, die die Wärme flexibel und ohne Fernleitungen direkt zum Abnehmer bringen. Mobile Wärmespeicher sind handelsübliche Container, die ein Speichermedium, beispielsweise Natriumacetat – auch bekannt als Pökelsalz - , enthalten. Ein wasserbasierter Wärmetauscher übergibt die Wärme aus der Biogasanlage in wenigen Stunden an den Speicher, den der Kunde oder ein Transportunternehmen anschließend auf einem Anhänger zum Verbrauchsort transportiert und dort anschließt. Wärmeproduktion und Verbrauch sind so zeitlich und räumlich entkoppelt. Der im Projekt untersuchte La-Therm-Latentwärmespeicher beispielsweise speichert 2,5 MWh, was genug ist, um ein Einfamilienhaus für ein Vierteljahr mit Warmwasser und Heizwärme zu versorgen. Pro Tag verliert der Speicher Tag weniger als ein Prozent an Wärme. Für solche Wärmespeicher fehlt bisher ein umfassendes Logistikkonzept, das die gesamte Wertschöpfungskette von der Biogasanlage zur Beladestation über den Transport der Speicher zum Verbraucher berücksichtigt. Die Wissenschaftler analysierten deshalb zuerst bestehende Übergabestationen, Speichersysteme und Technik und berechneten anschließend die Wirtschaftlichkeit. Die Speicher sind an die Neurieder Ladestation angeschlossen und bringen so die Wärme zu den Nutzern. Einem Landwirt, der damit im Herbst seine Tabakblätter trocknet, ein Schwimmbad und Wohnhäuser im Winter und im Frühjahr Gewächshäuser. Zusammenfassend kann aus den Projektergebnissen festgestellt werde, dass die Entnahmetemperatur sowohl beim Warmwasserspeicher als auch beim PCM-Speicher durch die Bauart und das verwendete Speichermaterial festgelegt sind. Nur im Falle des Zeolithspeicher kann die Entnahmetemperatur beliebig eingestellt werden. Ein weiterer Vorteil des Zeolithspeichers liegt in der pro Volumeneinheit speicherbaren Energiemenge. Diese liegt beim Zeolithspeicher ca. 220 kWh/m3. Im Gegensatz dazu kann in einem PCMSpeicher ca. 100 kWh/m3 und im Warmwasserspeicher ca. 60 kWh/m3 gespeichert werden. Die Lade- als auch die Entladezeiten sprechen auch für den Zeolithspeicher, da sie kürzer sind als bei den beiden anderen Speichersystemen. Eine vergleichende Kostenabschätzung ist z.Z. noch nicht möglich, da im Falle des Zeolithwärmespeichers noch offende Felder existieren. Zeigen sich jedoch im Anschluss an das Projekt machbare Potentiale, ist das Konzept nicht nur für Biogasanlagen in attraktiv, sondern auch für andere Wärmeproduzenten wie beispielsweise Müllverbrennungs- oder Industrieanlagen. KWK-Gutschriften oder CO2 Zertifikate können die noch hohen Investitionskosten zumindest teilweise refinanzieren.

Unsichtbare Stromverbraucher in kommunalen Gebäuden erkennen
Lörrach und Weil am Rhein

Unsichtbaren Stromverbrauch erkennen

Die Städte Lörrach und Weil am Rhein versuchen schon seit längerem, den städtischen Energieverbrauch zu reduzieren und haben dafür beispielsweise in effizientere Heiz- und Leuchtsysteme investiert. Entgegen aller Erwartungen jedoch, ist der Stromverbrauch in den letzten Jahren weiter gestiegen. Die Ursachen hierfür sind mit herkömmlichen Methoden nur schwer zu finden. In den meisten Gebäuden gibt es nur einen einzelnen Stromzähler. Wie viel Strom beispielsweise Kleingeräte wie Computer, Kaffeemaschinen oder Drucker verbrauchen lässt sich nicht feststellen. Gerade um diese Kleingeräte und andere verstecke Verbräuche geht es den Verantwortlichen in Lörrach und Weil am Rhein. An zwei Beispielgebäuden messen die beiden Städte den tatsächlichen Stromverbrauch. Dazu erfassen Experten in einem ersten Schritt alle Geräte, deren Alter und Energieeffizenz und befragen Mitarbeiter, wie sie diese benutzen. Für ein Jahr erfassen in der Folge intelligente, durch ein Softwaresystem verbundene Strommessgeräte, welche Geräte und Gerätegruppen wann wie viel Energie verbrauchen und wie hoch ihr Anteil am Gesamtverbrauch ist. Aus diesen Daten entsteht anschließend eine Strategie, um den Stromverbrauch zu reduzieren. Zeitschaltprogramme sorgen dafür, dass Drucker oder Kaffeeautomaten nicht unnötig in Betrieb sind. Denselben Zweck erfüllt ein sogenannter Standby-Killer, der verhindert, dass Geräte unnötig in diesem Betriebsmodus verbleiben. Die Mitarbeiter lernen in Schulungen, wie sie Computer oder Drucker energieeffizienter einsetzten können und welche Geräte möglicherweise nur einmal pro Abteilung oder Stockwerk notwendig sind. Am Ende steht ein Verfahren, das eingesetzt in anderen kommunalen Gebäuden dazu beitragen kann, dass Städte und Gemeinden ihren Strombedarf senken können und die Entwicklung eines realistischeren Standards über den tatsächlichen Verbrauch in Bürogebäuden.