2018-04
Sonne, Stroh & Sterne - Strohballenhaus als Schulungszentrum
In einer Machbarkeitsstudie wurde geprüft, inwiefern sich Stroh als nachhaltiges Bau- und Dämmmaterial verwenden lässt und welche Gebäudeformen optimal sind.
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| Projektdaten | |
|---|---|
| Projektname | Sonne, Stroh & Sterne - Strohballenhaus als Schulungszentrum |
| Projektnummer | 2018-04 |
| Projektart | Forschung & Studien |
| Projektträger | Stadt Weil am Rhein |
| Laufzeit | bis |
| Fördersumme | 12.460 € |
Nachhaltiges Bauen mit Strohballen
Strohballenhäuser hatten eine lange Tradition, wurden aber in den letzten Jahrzehnten kaum noch gebaut. Dabei bieten Strohballen als Bau- und Dämmmaterial große Vorteile: Sie waren nachhaltig in Herstellung und Entsorgung, sehr feuerfest und besaßen hervorragende Dämmwerte. Der Verein „Stroh + Paille + Paglia“ erarbeitete deshalb gemeinsam mit der Stadt Weil am Rhein eine Machbarkeitsstudie für ein neues Seminargebäude in Strohballenbauweise für das Trinationale Umweltzentrum TRUZ. Das Gebäude sollte auf dem Gelände der Landesgartenschau Weil 1999 entstehen und Raum für Umweltbildung und Energieberatung bieten.
Studie zur Bauform und Energieautonomie
Die Machbarkeitsstudie verglich verschiedene Gebäudeformen und Raumkonzepte und untersuchte, wie eine möglichst hohe Versorgungsautonomie, etwa durch Solarenergie, erreicht werden konnte. Auch baurechtliche Vorgaben und ein Kostenplan wurden erstellt. Zusätzlich prüften die Projektpartner:innen, welche weiteren nachhaltigen Baustoffe regional verfügbar waren. Ein Öffentlichkeitskonzept für Besucher:innen war ebenfalls Teil der Studie. Dabei flossen die Erfahrungen des Vereins ein, in dem sich Fachleute aus Deutschland und der Schweiz für den Einsatz ökologischer Baumaterialien engagierten.
Vorbild für klimafreundliches Bauen
In Südbaden existierte bislang kein vergleichbares Gebäude in Strohballenbauweise. Die Studie sollte nicht nur den Weg für das geplante Seminargebäude ebnen, sondern auch das Potenzial von Stroh als Dämmmaterial für kleinere Gebäude wie Einfamilienhäuser aufzeigen. Damit leistete das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Förderung nachhaltiger Bauweisen und zur Sensibilisierung für ressourcenschonendes Bauen in der Region.
Drei wesentliche Projekterkenntnisse
Durch einen dem Standort angepassten Planungsprozess bezüglich Einfallswinkel der Sonne und Ausrichtung des Gebäudes werden die Vorteile des Heliodome-Modells optimal genutzt. Obwohl der Entwurf des Herrn Eric Wasser als absolut innovativ bezeichnet werden kann, sind wir im Stande, aus bereits gebauten Heliodomen die Sicherheit der Funktionalität des Entwurfes zu bestätigen. Somit sind wir sicher, dass das Heliodome hält, was es verspricht, was auch durch externe Berechnungen bestätigt wurde.
Die Idee des Heliodomes benötigt für das Winterhalbjahr eine maximale Speicherkapazität für die einfallende Sonnenwärme. Hier kommen aus Strohballen gefertigte Dämmungen für die Aussenwände und gehäckseltes Stroh für die Dachdämmung ins Spiel. Die Recherchen haben ergeben, dass der Rohstoff Stroh in ausreichendem Maße regional für bis zu 400 000 EFHs pro Jahr verfügbar ist, was den Bedarf bei weitem übersteigt. Durch den Fachverband FASBA wurden in den vergangenen Jahren sämtliche erforderlichen Prüfungen und Genehmigungsverfahren für den Baustoff Stroh veranlasst, sodass der Anwendung, auch in Deutschland, nichts im Wege steht.
Auf Grund des Standortes, des geplanten Gebäudes und der trinationalen Vernetzung des TRUZ kann dieses Projekt eine maximale Bekanntheit im Dreiländereck und darüber hinaus erlangen. Auch die unmittelbare Nachbarschaft zum sog. "Hadid-Bau" wird dafür sorgen, dass viele Menschen auf dieses äußerst innovative Gebäude aufmerksam werden.
Downloads und weitere Infos
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