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    Blühreihen im Sojaanbau | 2022-04

    Sojaanbau in Deutschland und das auch noch insektenfreundlich - Taifun Tofu erprobt ein neues Anbausystem mit Blühreihen zur Förderung der Biodiversität

    Sojaanbau in Deutschland und das auch noch insektenfreundlich - Taifun Tofu erprobt ein neues Anbausystem mit Blühreihen zur Förderung der Biodiversität
    Projektdaten  
    Projektname Entwicklung von landwirtschaftlichen Produktionstechniken zur Integration von Blühreihen in den ökologischen Sojaanbau
    Projektnummer 2022-04
    Projektart Forschung und Studien
    Projektträger Taifun-Tofu GmbH
    Laufzeit 01.01.2022 – 31.12.2024
    Fördersumme 122.142 €

    Insekten und die Landwirtschaft

    Landwirtschaftliche Flächen bieten aufgrund der Bewirtschaftungsintensität und einem hohen Anteil an Monokulturen immer weniger Lebensraum für Insekten und andere Tierarten und tragen damit entscheidend zu einer Abnahme der Biodiversität bei. Die zunehmende Technologisierung der Landwirtschaft bietet aber auch Chancen. Durch präzise Arbeitsweisen etwa, können kulturspezifische Zwischenräume auf landwirtschaftlichen Flächen genutzt werden, um einen Beitrag zur Biodiversitätsförderung in den dort bestehenden Ökosystemen zu leisten.

    Sojaanbau – eine Chance für die Biodiversität?

    Ökologischer Sojaanbau bringt einige Besonderheiten mit sich – späte Saat, großer Reihenabstand und langsame Jugendentwicklung der Pflanzen. Diese Eigenschaften können zu negativen Effekten auf den Boden führen. Dass der Boden lange Zeit zu großen Teilen unbedeckt bleibt, macht die Flächen beispielsweise anfällig für Erosionsschäden bei Starkregenereignissen. Auf der anderen Seite können die Besonderheiten im Sojaanbau zur Stärkung der Biodiversität genutzt werden, es lassen sich sogar Synergien zwischen Bodenschutz und Insektenförderung erzielen. Grundlage hierfür ist die Integration frühblühender Pflanzen in die Sojakultur.

    Blühstreifen im Sojaacker für den Arten- und Bodenschutz

    Die Blühpflanzen werden dabei in Reihen mittig zwischen den späteren Sojareihen eingebracht. Wichtig ist eine sorgfältige Auswahl der Pflanzenarten, Saatstärken und Aussaatzeitpunkten, um möglichst viele positive Effekte im Arten- und Bodenschutz zu erzielen. Im Gegensatz zu bestehenden Ansätzen werden die Blühpflanzen nicht als Streifen, sondern in einer Reihe analog einer Hauptfrucht angepflanzt. Da die Blühstreifen gezielt die Besonderheiten des Sojaanbaus nutzen, entsteht keine Flächenkonkurrenz zwischen den Blüh- und den Nutzpflanzen und die Bepflanzungsintensität muss nicht verringert werden. Den landwirtschaftlichen Betrieben entstehend dadurch keine Ernteeinbußen, während das zusätzliche Nahrungsangebot zu einer nachhaltigen Förderung lokaler Insektenpopulationen mit einem Fokus auf Wildbienen beitragen kann.

    Die notwendige Präzisionstechnik (GPS-RTK Steuerung, kameragesteuerte Hackrahmen etc.) gilt heutzutage als ausgereift und bildet den Standard des modernen Ackerbaus. Nichtsdestotrotz stellt die technische Umsetzung eine der zentralen Herausforderungen dar. Pilotstudien im Maisanbau konnten bereits die Machbarkeit der Integration biodiversitätsfördernder Blühpflanzen in die Kultur durch Microsegregation bzw. Intercropping-Verfahren demonstrieren. Auf Grund fehlender technischer Lösungen konnten sich diese Ansätze bisher allerdings noch nicht in der Praxis durchsetzen. Über die Projektlaufzeit soll die Technik optimiert, in der Praxis erprobt und für den breiten Einsatz weiterentwickelt werden.

    Leuchtturmbetriebe des ökologischen Sojaanbaus

    Ziel ist es, die technischen Grundlagen eines Anbausystems mit Blühreihen zwischen Soja in Kooperation mit landwirtschaftlichen Leuchtturmbetrieben zu entwickeln, sodass anschließend mit einer Umsetzung in der Fläche des ökologischen Sojaanbaus in Deutschland begonnen werden kann. Die Ergebnisse sollen in einem Folgeprojekt einer ökologischen Evaluation unterzogen und auch außerhalb des Vertragsanbaus der Taifun-Tofu GmbH verstetigt werden. Eine projektbegleitende Kommunikation des Fortschritts und der Projektergebnisse soll den heimischen Sojaanbau einem breiteren Publikum bekannt machen, Vorurteile ausräumen und zu einem Imagegewinn des heimischen, klimaschonenden Sojaanbaus beitragen.

    Auch auf anderen landwirtschaftlichen Flächen und sogar im Industriegebiet kann mehr Platz für Insekten und Vögel geschaffen werden, wie weitere unserer Förderprojekte zeigen.

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