Der Antragsteller [p3] hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Flucht - oder Migrationsgeschichte für eine Ausbildung im Handwerk oder Industrie vorzubereiten. Dabei werden die Teilnehmer durch qualifiziertes Personal in den gängigen Fächern unterrichtet und erhalten so die notwendigen Fachkenntnisse und Voraussetzungen zur Ausübung eines handwerklichen Berufes. Der ganzheitliche Ansatz von [p3] geht jedoch über diese klassische Ausbildung hinaus und greift ökologische, kulturelle und soziale Aspekte, die maßgeblich für eine erfolgreiche Integration notwendig sind, auf. Durch den gewählten Ansatz, das Prinzip und den Bau einer aquaponischen Anlage in den Mittelpunkt des Projektes zu stellen, können neben den technischen und handwerklichen Anforderungen auch regional relevante Themen wie Wasserkreisläufe, bewusster Umgang mit Ressourcen, klimatische Auswirkungen auf Ökosysteme und viele weitere Fragestellungen gezielt und vor allem anschaulich thematisiert werden. Dies ermöglicht dem Projekt über die reine Ausbildung wertvolle ergänzende Impulse zur nachhaltigen Integration mitzugeben. Die gewonnen Erkenntnisse im Umgang und Aufbau werden dadurch weiter vertieft, dass die Anlage nach dem Aufbau von den Auszubildenden auch betrieben wird, deren Erzeugnis verkauft werden und die technischen Erfahrungen in die Vermarktung von Anlagen einfließt. Neben der innovativen Umweltbildung wird so die Technologie als nachhaltige Lösung für Pflanzen- und Fischzucht weiter gestärkt. Mehr zu Aquaponik finden Sie hier.

Projektdaten

Projektnummer 2019-11
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger [p3] – Werkstatt GmbH
Laufzeit 01.01.2019 - 31.12.2020
Zuschuss 110.000€

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Informationsplattform pfluglose Bodenbearbeitung
Freiburg

Internetplattform pfluglose Bodenbearbeitung

Pfluglose Bodenbearbeitung ist in Deutschland immer noch relativ ungebräuchlich. Während Landwirte weltweit etwa ein Drittel der Anbauflächen im Direktsaatverfahren bestellen, sind es in Deutschland nur 1, 5 Prozent. Dabei bieten pfluglose Verfahren wirtschaftliche wie ökologische Vorzüge. Weil weniger Maschinen im Einsatz sind, verringern sich Produktionskosten und Arbeitseinsatz. Darüber hinaus sparen die Landwirte Treibstoff und verringern den CO2-Ausstoß. Der größte Vorteil pflugloser Verfahren liegt darin, dass sie kaum in das Ökosystem Boden eingreifen. Das verringert die Erosion und verbessert Bodenstruktur und Befahrbarkeit. Mehr Pflanzen, Insekten und Mikroorganismen besiedeln das Erdreich, in dem ein stabiles Porensystem entsteht. Neben einem verbesserten Abbau von Pflanzenresten, kann der Boden mehr Wasser speichern, so dass weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt. Anders als beim herkömmlichen Pflügen wäscht auch kaum Humus in die Gewässer aus, wo es Bakterien sonst zu klimaschädlichem Methan abbauen. Weil mehr Pflanzenreste im Boden verbleiben, bindet er mehr Kohlenstoff und verhindert so, das CO2 in die Atmosphäre gelangt. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt durch den Anbau von Zwischenfrüchten, die bei der pfluglosen Methode üblich sind. Sie versorgen den Boden außerdem mit Nährstoffen, so dass weniger Dünger nötig ist. Um die pfluglosen Methoden bekannter zu machen und gängige Vorurteile zu Ertrag oder Aufwand aufzuklären, entstand eine internetbasierte ‚Informationsplattform Pfluglose Bodenbearbeitung am Oberrhein’ in Zusammenarbeit mit der Freiburger Agentur für nachhaltige Nutzung von Agrarlandschaften (ANNA), der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung, des grenzüberschreitenden Instituts zur rentablen umweltgerechten Landbewirtschaftung (ITADA) sowie des landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg. Mit einem ständig aktualisierten Archiv, das die bestehende Forschung strukturiert, einer Literatur- und einer Adressdatenbank gibt die neue Informationsplattform schnell und einfach Auskunft über Methoden, Förderprogramme, Beratungsstellen oder Betriebe. Die Datenbank, die sich an Landwirte ebenso richtet wie an Maschinenhersteller oder Wissenschaftler, bietet die Grundlage dafür, umweltverträglicheren Landbearbeitungsmethoden einen prominenteren Stellenwert zu verschaffen. Mehr Informationen auf der Webseite des Projekts

Entwicklung eines Emissionsbilanzierungs-Managementsystems auf Basis von Primär-, Echtzeit- und Sekundärdaten wichtiger kommunaler Verbrauchsstellen am Beispiel der Gemeinde Mühlheim
Mühlheim a.d. Donau

Emissionsbilanz in Echtzeit für Kommunen

Die Kommunen spielen eine wichtige Rolle wenn es darum geht, Klimaschutzziele zu erreichen. Viele von ihnen haben deshalb in den letzten Jahren Klimaschutzkonzepte erstellt. Dafür ist es grundlegend zu wissen, wie viel Energie die einzelnen Sektoren und Ortsteile verbrauchen und wie viel CO2 sie ausstoßen. Die hierfür benötigten Daten sind aber oft veraltet, unvollständig oder liegen in unterschiedlichen Formaten vor. Viele Kommunen greifen deshalb auf statistische Werkzeuge zurück, die nur Durchschnittsdaten darstellen, nicht aber den wirklichen Zustand. So können die Bürger nur schlecht nachvollziehen, welche Effekte erzielt werden. Die Gemeinde Mühlheim an der Donau erstellt deshalb in Kooperation mit badenova und der Schweizer Klimaschutzstiftung myclimate erstmals ein Messsystem, dass alle Datenquellen in Echtzeit integriert und so den aktuellen Verbrauch und Veränderungen anzeigen kann. Dazu kombiniert das Projekt verschiedene Systeme. Ein Geoinformationssystem erlaubt es, die einzelnen Messorte einer Karte zuzuordnen. Das Performance Management System 'DoCOUNT' sammelt alle wichtigen ökologischen und ökonomischen Daten und überprüft diese. Es kann verschiedene Bereiche vergleichen und Emissionswerte berechnen. Das Projekt ist zunächst auf zehn gemeindeeigene Liegenschaften begrenzt. Aufgeteilt in unterschiedliche Subsysteme, sind sie Ziel einer Machbarkeitsstudie. Anschließend installiert die Gemeinde dort Messquellen, welche die Daten in Echtzeit an das Performance Management System weitergeben. Liegen die ersten Daten vor, können die Verantwortlichen das technische Konzept weiter optimieren und die Liegenschaften präziser aufteilen. Die Vorteile für die Gemeinde sind vielfältig und gut auf andere Kommunen übertragbar: Die Mühlheimer haben eine exaktere Übersicht darüber, wie wirksam einzelne Klimaschutzmaßnahmen sind und können jederzeit Schwachstellen analysieren sowie Emissionen und Energieverbrauch überprüfen. Wenn mehrere Gemeinden das Konzept nutzen, können sie außerdem verschiedene Sektoren direkt vergleichen.