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Brot und Energie in der Mühle Umkirch

Nach fast 10-jähriger Renovierungsarbeit öffnete 2009 die historische Umkircher Mühle wieder für die Öffentlichkeit. Seither führt ein ehrenamtlicher Förderverein Führungen und Veranstaltungen durch, die den Weg vom Korn über das Mehl zum fertigen Brot zeigen. Für einige Jahre lief das Wasserrad nur noch zu Demonstrationszwecken. Die Energie für Mahlen und Backen bezog die Mühle stattdessen aus dem öffentlichen Stromnetz. Mit Hilfe des Innovationsfonds baute der Förderverein ein modernes System bestehend aus Mühlrad, Generator und intelligentem Stromspeicher. Ein neues Getriebe übersetzt die niedrige Drehzahl des Wasserrades auf die erforderliche Drehzahl des Generators. Der Stromspeicher ermöglicht es, den Strombedarf der Mühle unabhängig vom Wasserangebot und Lauf des Mühlrads zu decken. Aus der Integration von moderner Speichertechnologie und historischer Anlage ergaben sich besondere Herausforderungen. So stellte sich beispielsweise heraus, dass das 2009 eigentlich nur für Demonstrationszwecke neu eingesetzte Mühlrad für die Energieerzeugung nicht optimal dimensioniert war, was durch eine verbesserte Übersetzung korrigiert werden konnte.

Zusätzlich erweitert der Förderverein sein Bildungsangebot. Besonders Schulklassen und Kindergartengruppen sind die Zielgruppe dieser Veranstaltungen, die das Bewusstsein um den Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelproduktion und Energieverbrauch fördern. Die Kinder lernen durch Präsentationen und am praktischen Beispiel Wasser als umweltfreundliche Energiequelle kennen, besichtigen den Mahlvorgang und backen anschließend mit dem frisch gemahlenen Mehl im mühleneigenen Ofen frische Brötchen und Mühlenmäuse.

Mit dem Einsatz moderner Technologien im historischen Gebäude ist die Umkircher Mühle attraktiver Lernort zum Thema erneuerbare Energien und Nahrungsmittel.

Drei wesentliche Erkenntnisse:

•Es besteht großes Interesse am Themenkomplex Nahrung und Energie.

•Die ingenieurstechnischen Integration von moderner Speichertechnologie und historischer Anlage stellt besondere Herausforderungen und zeigt die Möglichkeiten von alten Kleinkraftwerken.

•Bei der Wahl des Akkus ist auf ein Modell zu achten, dass Energieerzeugung und Speicherbedarf angepasst ist.

Projektdaten

Projektnummer 2014-08
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger Förderverein Umkircher Mühle e. v.
Laufzeit April 2014 bis Dezember 2017
Zuschuss 14.915

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Blühende Industriegebiete
Freiburg

Grüne Industrieflächen für Freiburg Nord

Industriegebiete sind meist grau und monoton, dominiert von Zweckbauten und Straßen mit wenig grünen und vielen versiegelten Flächen. Das muss nicht so sein, wie ein Projekt der Innovation Academy e.V im Freiburger Industriegebiet Nord zeigt. Dort wandeln Auszubildende und Mitarbeiter der anliegenden Unternehmen ungenutzte Industrieflächen, wie sie z. B. zwischen Industriehallen und Werksgebäuden zu finden sind, in Biotope und Gärten um, oder begrünen Fassaden und Dachflächen der Gebäude. Damit leisten sie einen Beitrag für ein besseres Mikroklima, geben Insekten und Vögeln neuen Lebensraum und verschönern das Stadtbild. Gleichzeitig bieten die neuen Grünflächen Rückzugsmöglichkeiten für eine Mittagspause jenseits des Schreibtisches. Am Anfang des dreijährigen Projektes stand eine Potentialstudie, die das Interesse der ansässigen Firmen ermittelte und erste Kontakte aufbaute. Für interessierte Mitarbeiter und Azubis bot die Innovation Academy e.V. dann Workshops an, in dem die Beteiligten ein Begrünungskonzept für das jeweilige Unternehmen entwickelten und Einführungen in Natur- und Artenschutz, Garten- und Landschaftspflege erhielten. Anschließend setzten die Mitarbeiter und Azubis die Pläne schrittweise um und präsentierten schließlich ihre Arbeit in einer Ausstellung, in der das beste Projekt prämiert wurde. Das Projekt begrünte nicht nur Industrieflächen und erhöhte damit Artenvielfalt und Lebensqualität, sondern brachte die Themen Nachhaltigkeit, Natur- und Artenschutz auch in die berufliche Bildung. Hier geht´s zum Webauftritt des Projektes blühende Industriegebiete Darstellung drei wesentlicher Erkenntnisse aus dem BIG-Projekt: Azubildende sind an Wohlfühlinseln auf dem Betriebsgelände interessiert. Bei der Planung ist der Input bezüglich der Nahrungskette wichtig: Blütenpflanzen bieten Nektar und Pollen für Insekten, Vögel benötigen Früchte und Insekten als Nahrung. Mit wenig Geld kann viel erreicht werden durch Umwandlung von Rasen in eine Blühwiese, aufhängen von Nistkästen und Pflanzung von Vogelschutzgehölzen. Für Unternehmen, die ein Umwelt-Managementsystem installiert haben, war BIG sehr willkommen. Mit den Kartierungen zu den unterschiedlichen Tiergruppen und der Potenzialanalyse bzw. dem Masterplan zur biologischen Vielfalt erhalten die Betriebe eine Vielzahl von Infos und Maßnahmen, die sie kurz-, mittel-, oder langfristig umsetzen können. Parkplätze nehmen im IG Nord ca. 19% der Gesamtfläche von 300ha ein und sorgen für die „Hot Spot“-Eigenschaft des IG. Es sind 57ha, die als Erweiterungsfläche für Gewerbe und Industrie, als öffentliche Grünfläche und als Regenwasserspeicher dienen könnte. Voraussetzung wäre ein gut funktionierendes ÖPNV- und Radwegenetz und real bepreiste Parkplätze in begrünten Hochgaragen.