Errichtung eines klimaneutralen Stadions im Freiburger Westen 

Der neue Freiburger Fußballstadion wurde mit dem Ziel gebaut, klimaneutral und mit einer möglichst nachhaltigen Energieversorgung ausgestattet zu sein.

Luftaufnahme eines modernen Stadions mit begrüntem Dach, umgeben von Bäumen, Wegen und angrenzenden Sportplätzen in einer städtischen Umgebung.
Projektdaten
ProjektnameErrichtung eines klimaneutralen Stadions im Freiburger Westen
Projektnummer2017-05
ProjektartBau & Anwendung
Umsetzung durchSFG Stadion Freiburg Objektträger GmbH & Co.KG
Laufzeit bis
Fördersumme250.000 €

Ein Stadion als Symbol für nachhaltige Stadtentwicklung

Angestrebt wurde, mit dem Bau des neuen SC-Fußballstadions ein weithin sichtbares Zeichen für klimaneutrale Großprojekte zu setzen. Bereits der Bürgerentscheid im Jahr 2015 legte den Grundstein für ein Stadion, das nicht nur funktional und wirtschaftlich sein sollte, sondern auch einen aktiven Beitrag zu den klimapolitischen Zielen der Stadt Freiburg leisten kann. Die Planung durch die Stadt Freiburg und den SC Freiburg sah daher ein innovatives Energieversorgungskonzept vor, das von der Badenova als Energie- und Umweltpartner unterstützt wurde. Im Mittelpunkt stand die ganzheitliche Betrachtung aller Energieträger, die Reduktion des Verbrauchs und die Umstellung auf möglichst klimaneutrale Quellen.

Energieversorgung durch Abwärme und Photovoltaik

Die Wärmeversorgung des Stadions wird durch die Nutzung klimaneutraler Abwärme aus dem angrenzenden Industriegebiet realisiert. Das Kraftwerk der Cerdia Productions GmbH erzeugt über eine Dampfturbine Strom für den Eigenbedarf, wobei große Mengen Prozessabwärme entstehen. Diese Wärme wird bislang größtenteils über Kühltürme an die Umgebung abgegeben. Durch ein neu konzipiertes Fernwärmenetz kann das 48 °C warme Wasser nun zu Großverbrauchern wie dem Stadion, der Messe Freiburg und dem Fraunhofer IPM geleitet und über speziell angepasste Heizflächen genutzt werden. Im Stadion deckt die Fernwärme nicht nur den Wärmebedarf des Gebäudes, sondern auch die Beheizung des Stadionrasens und der Trainingsplätze. Ergänzt wurde das System durch eine Photovoltaikanlage auf dem Stadiondach, die Ökostrom erzeugt und den Strombedarf direkt vor Ort deckt.

Technische Umsetzung und Förderung durch den Innovationsfonds

Die Realisierung eines großflächigen Fernwärmenetzes erforderte eine enge Abstimmung mit allen beteiligten Großabnehmern sowie technische Anpassungen innerhalb des Stadions. Da die Abwärme auf niedrigem Temperaturniveau anfällt und ihre Verfügbarkeit nicht direkt steuerbar ist, mussten alle Komponenten besonders effizient und ökologisch ausgelegt werden. Die Heizsysteme im Stadion wurden speziell für die Nutzung von Niedertemperaturwärme konzipiert. Gefördert durch den Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz der Badenova zeigt das Projekt, dass die klimaneutrale Versorgung eines Bundesliga-Stadions im Zusammenspiel mit der Nachbarschaft möglich ist. Damit wurde ein Vorbild geschaffen, das auch für andere große Spielstätten wegweisend sein kann.

Eröffnung des Europa-Park Stadions

Der Bau des neuen SC-Fußballstadions begann im November 2018 und am 07. Oktober 2021 konnte das erste Spiel im neu getauften Europa-Park Stadion stattfinden. Das Fernwärmenetz wurde erfolgreich in Betrieb genommen und auch mit dem Bau der Solaranlage auf dem Stadiondach soll bald begonnen werden.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Trotz komplizierter vertraglicher und organisatorischer Strukturen kann ein Projekt gelingen, wenn die verschiedenen Ziele zu einem Gesamtziel zusammengeführt werden können.

  • Es bedarf manchmal politisch und öffentlich bedeutsamer Projekte – Leuchtturmprojekte - um Ideen, die von Fachleuten bereits seit längerem als sinnvoll erachtet werden, in die Realität umsetzen zu können.

  • Die technische Neuerung, ein neues Fußballstadion mittels Niedertemperatur Wärme zu beheizen hat sich grundsätzlich bewährt. Die zur Verfügung stehenden Temperaturen reichen aus um das Gebäude und die Rasenplätze nach dem gewohnten Komfort zu beheizen.

Downloads und weitere Infos

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