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Elektrische Grünpflege: emissionsarm und leise

Die Stadt Achern engagiert sich im Umweltschutz und hat mit Unterstützung des Innovationsfonds bereits 2014 ein Mobilitätskonzept für einen nachhaltigeren Stadtverkehr entwickelt. Für die Innenstadt setzt Achern auf eine verkehrsberuhigte Zone mit einem vielfältigen Angebot an Geschäften und Dienstleistungen für Einheimische und Touristen. In dieses Konzept passt auch die Umstellung der Stadtreinigung und Grünpflege auf emissionsarme und leise Elektrofahrzeuge und –geräte. Dazu gehört ein Müllsammelfahrzeug, sowie mehrere Heckenscheren, Motorsensen, Laubgebläse und Rasenmäher. Weil diese mit Ökostrom beladen werden, ist ihr ökologischer Fußabdruck dem herkömmlicher Geräte weit überlegen und ihr CO2-Ausstoß etwa 80 Mal geringer. Außerdem sind die Geräte für die Stadtarbeiter leichter zu handhaben, denn der Akku sitzt im Rucksack und das eigentliche Werkzeug ist leichter.

Batteriebetriebene Geräte für Stadtreinigung und Grünpflege sind zwar schon im Handel erhältlich, aber aufgrund der eingesetzten Lithium-Ionen-Akkus noch teuer. Ihre Nutzungsdauer beziehungsweise Reichweite reicht noch nicht ganz an die herkömmlicher, mit Diesel- oder Benzinmotor betriebener Geräte heran. Gleichzeitig sind die Betriebskosten jedoch geringer. Projekte wie das in Achern tragen dazu bei, die Technik im Einsatz weiterzuentwickeln und bieten anderen Städten und Gemeinden ein praktisches Beispiel. Presse- und Informationsveranstaltungen, Mitarbeiterschulungen sowie eine ausführliche Dokumentation begleiten das Projekt.

Projektdaten

Projektnummer 2017-01
Projektart Bau und Anwendung
Projektträger Stadt Achern
Laufzeit Juni 2016 bis Dezember 2018
Zuschuss 84.040 €

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Grünwandfassade - Entwicklung eines biodiversen, wandgebundenen Fassadengrünwandsystems für Gewerbe- und Industriebauten zur vor Ort Regenwasserreinigungbei reduziertem Flächenverbrauch
Breisach-Niederrimsingen

Grünwandfassade für nachhaltige Gebäude

Die geplante Grünwandfassade soll den Flächenverbrauch von Gebäuden ausgleichen und dabei vor Ort das Regenwasser reinigen und in den natürlichen Wasserkreislauf zurückführen. Gleichzeitig bietet sie zahlreichen Organismen einen Lebensraum und senkt langfristig gesehen die Kosten eines Gebäudes. Im Zuge des Neubaus einer Produktionshalle soll für eine Gebäudewand (100 m x 16 m) ein konstruktiv einfaches, wandgebundenes Grünwandfassadensystem entwickelt werden, welches schon vor Ort den üblichen Flächenverbrauch minimiert und gleichzeitig den natürlichen Wasserkreislauf und die Biodiversität fördert. Dies geschieht durch Integration des gewachsenen Oberbodens des Baugrundstücks in die Konstruktion der Hallenwand, sodass die Bodenfunktionen nach vielfältiger Bepflanzung in der Vertikalen erhalten bleiben. Das Regenwasser wird vom Dach direkt in die Grünwandfassade geleitet, wo es einerseits der Bewässerung dient, aber auch gespeichert und gereinigt wird, bevor es wieder im Erdreich versickert und ins Grundwasser gelangt. So entsteht ein interner ökologischer Ausgleich aller Schutzgüter (Boden, Wasser, Tier, Pflanzen, Mensch und Klima) an Ort und Stelle. Das Bauland wird ökologisch verantwortungsvoll, ökonomisch sinnvoll und auch optisch mit hoher Qualität belegt. Die Gesamtkosten des Werks-Neubaus liegen im 2-stelligen Millionen-Bereich. Gleichzeitig entsteht mit der Grünwandfassade ein biodiverses Habitat für Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere. Außerdem verbessert sich das Klima sowohl im Innen- als auch im Außenraum, da die Grünwandfassade für eine Kühlung der Luft sorgt. Hier handelt es sich nicht um ein „grünes Deckmäntelchen“, sondern um ein modulares Wandbausystem, das Biodiversität und natürlichen Wasserkreislauf schon von vornherein in die Wandkonstruktion integriert und gleichzeitig allen bautechnischen Anforderungen gerecht wird. Durch ein seriell hergestelltes Baukastensystem, welches alle erforderlichen Gewerke beinhaltet, bietet es dem Investor eine hohe Planungs- und Kalkulationssicherheit. Die zusätzliche Investition in das Ökosystem soll sich zuerst durch Flächeneinsparung beim Grundstückskauf sowie vermindertem Statikaufwand und, nach Fertigstellung, durch anhaltende Kostensenkung für Wasser, Abwasser, Heiz- und Kühlenergie, Wartung, Pflege etc. aufrechnen. Ein wesentlicher Faktor ist auch die Anrechenbarkeit von Ökopunkten, deren Erfüllung das Projekt gezielt adressiert. Es entsteht eine Win-Win-Situation für Umwelt und Nutzer, von der folglich die Allgemeinheit ökologisch in Form von CO2-Speicherung, Sauerstoffproduktion, Fein¬staubbindung, Schallreduktion, klimatischer Abkühlung und Erhalt der Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen profitiert. Bei Multiplizierung solcher Grünwandfassaden in ganzen Gewerbe- und Industriegebieten sowie entlang Autobahnen und Bahnstrecken könnten sie als lebende, optisch in die Landschaft integrierte Schallschutzwände fungieren. In Kombination mit anderen Systemen wie z. B. Gründächern und Photovoltaik können Grünwandfassaden auch in städtischen Mischgebieten, im Wohnungsbau, an öffentlichen Gebäuden, Parkhäusern, Supermärkten, Lagerhallen etc. mit Biodiversität, Schall- und Grundwasserschutz, Energie- und Emissionsverminderung einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung klimatisch ausgewogener und nachhaltiger Lebensräume leisten. Ästhetisch hochwertige Architektur kann somit sanft in das Landschaftsbild integriert werden. Weitere Informationen zu der Grünwandfassade können auf der Webseite gründwand.de nachgelesen werden.