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Emissionsbilanz in Echtzeit für Kommunen

Die Kommunen spielen eine wichtige Rolle wenn es darum geht, Klimaschutzziele zu erreichen. Viele von ihnen haben deshalb in den letzten Jahren Klimaschutzkonzepte erstellt. Dafür ist es grundlegend zu wissen, wie viel Energie die einzelnen Sektoren und Ortsteile verbrauchen und wie viel CO2 sie ausstoßen. Die hierfür benötigten Daten sind aber oft veraltet, unvollständig oder liegen in unterschiedlichen Formaten vor. Viele Kommunen greifen deshalb auf statistische Werkzeuge zurück, die nur Durchschnittsdaten darstellen, nicht aber den wirklichen Zustand. So können die Bürger nur schlecht nachvollziehen, welche Effekte erzielt werden.

Die Gemeinde Mühlheim an der Donau erstellt deshalb in Kooperation mit badenova und der Schweizer Klimaschutzstiftung myclimate erstmals ein Messsystem, dass alle Datenquellen in Echtzeit integriert und so den aktuellen Verbrauch und Veränderungen anzeigen kann. Dazu kombiniert das Projekt verschiedene Systeme. Ein Geoinformationssystem erlaubt es, die einzelnen Messorte einer Karte zuzuordnen. Das Performance Management System 'DoCOUNT' sammelt alle wichtigen ökologischen und ökonomischen Daten und überprüft diese. Es kann verschiedene Bereiche vergleichen und Emissionswerte berechnen.

Das Projekt ist zunächst auf zehn gemeindeeigene Liegenschaften begrenzt. Aufgeteilt in unterschiedliche Subsysteme, sind sie Ziel einer Machbarkeitsstudie. Anschließend installiert die Gemeinde dort Messquellen, welche die Daten in Echtzeit an das Performance Management System weitergeben. Liegen die ersten Daten vor, können die Verantwortlichen das technische Konzept weiter optimieren und die Liegenschaften präziser aufteilen.

Die Vorteile für die Gemeinde sind vielfältig und gut auf andere Kommunen übertragbar: Die Mühlheimer haben eine exaktere Übersicht darüber, wie wirksam einzelne Klimaschutzmaßnahmen sind und können jederzeit Schwachstellen analysieren sowie Emissionen und Energieverbrauch überprüfen. Wenn mehrere Gemeinden das Konzept nutzen, können sie außerdem verschiedene Sektoren direkt vergleichen.

Projektdaten

Projektnummer 2011-10
Projektart Umweltkommunikation
Projektträger Stadt Mühlheim a.d. Donau
Laufzeit Juli 2011 bis 2017
Zuschuss 92.645

Ihre Ansprechpartner

Richard Tuth

Richard Tuth

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-29 84

E-Mail: richard.tuth@badenova.de

Michael  Artmann

Michael Artmann

Innovationsfonds Klima- & Wasserschutz

T: 0761-279-22 53

E-Mail: michael.artmann@badenova.de

Einblicke in weitere Förderprojekte:

Upcycling Macherthon - for schools
Freiburg

Upcycling Macherthon für Schulen

Upcycling mit Jugendbildung kombiniert, das war die Idee hinter dem Upcycling Macherthon des Freiburger Vereins Grünhof e. V für kreatives und nachhaltiges Unternehmertum. Im Mai 2017 fanden Workshops mit vier Freiburger Schulklassen der Stufen 10-12 statt, bei denen die Schüler unter Anleitung von professionellen Coaches aus gebrauchten und Recyclingmaterialien neue Produkte entwickelten. Für die Umsetzung standen ihnen im FREILab Freiburg eine Design-, Textil-, Holz- und Elektrowerkstatt zur Verfügung, einschließlich moderner Technologien wie 3D-Drucker oder Laser Cutter. Der Macherthon ermöglicht es den Schülern, ihre Ideen Schritt für Schritt umzusetzen und am Ende des Tages das Ergebnis ihrer Arbeit in der Hand zu halten. Die Verwandlung von Abfallprodukten wie Kaffeekapseln, Plastikflaschen oder Altkleider in neue Produkte – Lichterketten, Patchworkdecken oder Blumenkästen – sensibilisiert die Teilnehmer für die Probleme unserer Wegwerfgesellschaft und für einen nachhaltigeren Lebensstil. Aus der Evaluation der Pilotveranstaltungen hat Grünhof e. V. einen Leitfaden erstellt, mit dem Interessierte das Konzept an ihre Einrichtungen bringen können. Drei Haupterkenntnisse: Die Möglichkeit, ein eigenes Produkt zu entwickeln, etwas zu „erfinden“ und diese Erfindung Realität werden lassen motiviert die Schüler*innen unwahrscheinlich und lässt sie mit großer Energie und Ausdauer arbeiten. Für die jüngere Generation ist der Umgang mit 3D Druckern, Lasercuttern und anderen modernen Fabrikationswerkzeugen selbstverständlich, der Übergang zwischen off- und online fließend. Als Einzelveranstaltung ist der Macherthon sehr ressourcenintensiv. Mit dem im Projekt erarbeiteten Manual und Marketingmaterial gelingt die Integration in Schulen und bereits bestehende Werkstätten.

Audio-visuelle nutzerorientierte Gebäude- Information zur individuellen Bedienung der Gebäude-technik und zum energieeffizienten und komfortablen Nutzerverhalten am Arbeitsplatz (AnubI)
Offenburg

Erklärt mit Bild – Energieeffizienz im Büro

Eine ausgeklügelte Gebäudeleittechnik kann wesentlich dazu beitragen, Wärme und Strom zu sparen. Nutzerfehler reduzieren diesen Einspareffekt jedoch oft. Dies trifft besonders bei Bürogebäuden mit vielen Nutzern und verschiedenen Anforderungen zu. Viele Mitarbeiter wissen gar nicht genau, welche Technologie in ihrem Gebäude zur Anwendung kommt und lüften und heizen nach Gewohnheit. In Offenburg stehen den Mitarbeitern in einigen städtischen Gebäuden deshalb bald kurze, über QR-Code aufrufbare Videos zur Verfügung, die an verschiedenen Stellen im Gebäude die Haustechnik und ihre optimale Bedienung erklären. Die Videos zeigen, wie Heizung, Lüftung, Klimatisierung oder Beleuchtung möglichst energieeffizient laufen, ohne dass der Komfort beeinträchtigt wird. Für das Projekt arbeitet die Stadt mit der Hochschule Offenburg zusammen, wo Studierende der Studiengängen Energiesystemtechnik sowie Mediengestaltung und Produktion die Erklärvideos in Projektarbeit planen und produzieren. Stadt und Hochschule loben dafür einen Wettbewerb aus, der die besten Videos prämiert und der Öffentlichkeit vorstellt. Durch die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen erwerben die Studenten interdisziplinäre Kenntnisse und lernen, ihre Fähigkeiten praxisnah einzusetzen. Das Projekt konzentriert sich auf öffentliche Bürogebäude, die Videos und Ergebnisse lassen sich aber auch auf andere Bürogebäude und Nutzergruppen übertragen. Zum Projektabschluss veröffentlichen die Partner deshalb einen Leitfaden für die Produktion von Erklärfilmen zur optimalen Nutzung energieeffizienter Gebäudetechnik. Die bislang erstellten Erklärfilme, sowie weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der Webseite von KLONG K lima- L ehrfilme aus O ffenburg zu N utzerverhalten und G ebäudetechnik.